HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Ein junges Sandkätzchen im Osnabrücker Zoo

Ein junges Sandkätzchen im Osnabrücker Zoo / Foto: © dpa

Süßer Kater

Die Sandkatze

Das Gedränge vor dem Gehege im Stockholmer Zoo ist groß, denn jeder möchte einen Blick auf Ramella und Al Shamsi erhaschen. Aber die Wartenden brauchen Geduld, um die scheuen Sandkatzen zu Gesicht zu bekommen. Als sich die beiden Jungen endlich zaghaft und tapsig aus ihrem Versteck wagen, erobern sie sofort die Herzen der Besucher. Mit ihren breiten Köpfen und den großen Kulleraugen sehen sie unwiderstehlich knuddelig aus. Ausgelassen tollen sie herum.

Die kleinen Fellknäuel sind die neueste Attraktion des Stockholmer Zoos. Als die Sandkatzen vor einigen Wochen geboren wurden, ging die Meldung um die Welt. hre Geburt gilt als kleine Sensation, denn diese niedlich anzusehenden Katzen sind äußerst selten – und kaum bekannt.

Lebensraum Wüste

Ihr natürlicher Lebensraum ist die Wüste. Sandkatzen leben in der nordafrikanischen Sahara, in Arabien und Zentralasien. Aber auch dort bekommen die Menschen sie nicht oft zu sehen. "Wie die meisten Wüstentiere ist die Sandkatze hauptsächlich nachts unterwegs. Die heißen Tagesstunden verschläft sie in einer selbst gegrabenen Höhle", sagt der Zoologe und Wüstenexperte Markus Kappeler.

Die Sandkatze ist optimal an die Wüstenbedingungen angepasst. Ihr dichtes sandfarbenes, gelb- oder graubraunes Fell tarnt sie. Und es schützt vor den heißen Tagestemperaturen wie vor der oft extremen nächtlichen Kälte. Sogar die Pfoten sind mit Fell gepolstert. Mit ihren "Filzpantoffeln" bewegt sich die Katze nicht nur geschmeidig, sondern ist zudem vor Verbrennungen durch den heißen Wüstensand geschützt.

Auch der flache Kopf hat eine wichtige Funktion. "Dank ihrer Kopfform vermag sie sich so flach zu machen, dass ihr selbst die geringste Bodenunebenheit als Deckung genügt", so Kappeler. Die weit auseinanderliegenden Ohren schützt dichter Haarwuchs vor dem Wüstensand. Mit ihrem erstklassigen Gehör macht die Sandkatze auch unterirdische Beute ausfindig. Die kleine Raubkatze ernährt sich von Mäusen, Vögeln, Insekten und Reptilien, auch Schlangen. Entdeckt sie zum Beispiel eine Viper, haut sie ihr mit der Pfote auf den Kopf. Ein Ablenkungsmanöver, denn die flinke Katze tötet ihr Opfer schließlich mit einem blitzartigen Biss ins Genick.

Kleiner als Hauskatzen

Die Natur hat sie mit einer ungewöhnlichen Eigenschaft für das Leben in der Wüste gewappnet: "Die Sandkatze muss nie trinken", sagt die Biologin Ute Magiera. "Ihren Flüssigkeitsbedarf deckt sie durch ihre Nahrung."

Gefahr droht von Eulen, Schakalen – und Menschen. Sport- und Pelzjäger haben es auf die kleine Katze abgesehen. Laut der internationalen Naturschutzorganisation IUCN gibt es weltweit weniger als 50.000 Sandkatzen, der Bestand ist leicht gefährdet.

Entdeckt hat sie der französische Naturforscher Victor Loche während einer Sahara-Erkundung 1855/56. Zu Ehren seines Kommandanten Jean-Auguste Margueritte nannte er sie Felis margarita. Später setzten sich die Namen Wüsten- und Sandkatze durch.

Die Weibchen bringen drei bis fünf Junge zur Welt, die rund neun Monate bei der Mutter bleiben. Sie werden bis zu 13 Jahre alt. Mit ihrer Körperlänge von ca. 45 bis 55 Zentimeter – der geringelte Schwanz mit der schwarzen Spitze misst weitere 35 Zentimeter – und einem Gewicht von 2,5 bis 3,5 Kilo ist sie kleiner als unsere Hauskatze.

"Aber als Haustiere sind sie nicht geeignet", sagt Ute Magiera vom Osnabrücker Zoo. Dort leben die zwei arabischen Sandkatzen Naji und Asahrá. Geburten im Zoo sind selten. Trotzdem muss man nicht nach Stockholm: In Deutschland leben elf Tiere – auch in Berlin, Wuppertal und Osnabrück kann man die süßen Biester bestaunen.

Autor: Thomas Kunze