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Balztanz Blaufusstoelpel

Das Balzritual der Blaufußtölpel ist im Tierreich einzigartig. - Foto: © picture alliance/chromorange

Doku über die Tier- und Pflanzenwelt von Galapagos

Das Balzritual der Blaufußtölpel

Der Blaufußtölpel macht seinem Namen alle Ehre: Bei der Balz setzt er auf die leuchtende Farbe seiner Füße.

Das Balzritual der Blaufußtölpel

Er ist ein echter Kerl. Stolz präsentiert der Blaufußtölpel, was er zu bieten hat: leuchtend blaue Füße. Hoch das Bein! Erst das rechte, dann das linke, dazu wird verführerisch gepfiffen und gehupt. Ein langsamer Wackeltanz vor dem Nistplatz.

Erlahmt das Interesse der Auserwählten, spreizt er die Flügel, zeigt die blauen Fußsohlen oder überreicht Nistmaterial als Geschenk - bis sie schwach wird.

Dieses Balzritual ist im Tierreich einzigartig. Kein Wunder, dass Forscher die auffälligen Schwimmfüße der Meeresvögel, die vor allem auf den Galapagosinseln leben, genau unter die Lupe nahmen.


TV-Tipp

Do., 13.8.: "Faszination Inselwelt: Galapagos". Doku über Tier- und Pflanzenwelt des Pazifikarchipels, Servus TV, 20.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm)


Das Ergebnis der Forscher: Die Färbung hängt vor allem von Carotinoiden ab, die mit der Nahrung aufgenommen und in speziellen Zellen gespeichert werden. Je erfolgreicher ein Tölpel beim Fischfang ist, desto blauer strahlen seine Füße. Für die Weibchen ein Zeichen dafür, dass der Kerl stark und gesund ist, demnach als Vater geeignet. Wer mattes Graublau am Bein hat, wird verschmäht.

Tragisch für die Männchen: Schon nach wenigen Fastentagen kann die Farbe verblassen. Das hat fatale Folgen: Das Weibchen legt enttäuscht nach dem ersten Ei nur noch deutlich kleinere ins Nest. Der Papa kränkelt? Da lohnt sich der Aufwand fürs zweite Jungtier nicht. Vor allem alternde Blaufußtölpel leiden unter so viel Fußfetischismus, denn ihre Chancen sinken.

Doch ein Forscherteam um Dr. Alberto Velando von der spanischen Universität Vigo entdeckte einen verblüffenden Trick: Die ergrauten Männchen legen ein Sabbatjahr ein. Motto: Gar nicht erst balzen, sondern Kräfte tanken, bis die Schwimmfüße wieder leuchten!

Wie sie zum Namen "Tölpel" kamen

Wer die etwa gänsegroßen Vögel beim Balztanz watscheln sieht, versteht, wie sie zum Namen „Tölpel“ kamen. Allzu unbeholfen wirkt ihr Gang. Beim Fliegen und Tauchen verwandeln sie sich jedoch in Akrobaten. Elegant gleiten sie durch die Luft und halten nach Fischen Ausschau. Kaum kommt Beute in Sicht, legen sie die Flügel an, tauchen im Sturzflug wie Pfeile ins Meer - und mit einem Leckerbissen im Schnabel wieder auf.

Messungen ergaben sogar Tauchtiefen bis zu 25 Meter! Der Aufwand lohnt sich. Denn frische Fische machen nicht nur satt - sondern dank vieler Carotinoide auch sexy.