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Das kleinste und größte Vogelei der Welt: von der Bienenelfe und dem Strauß.

Die größte Eiersammlung birgt Schätze und Kurioses: Hier das kleinste und größte Vogelei der Welt von der Bienenelfe (li.) und dem Strauß. - Foto © picture alliance

Im TV-Programm: Der Humboldt-Nationalpark

Bienenelfen

Elfen sind winzig und leben versteckt im dunklen Reich der Wälder. Wir Menschen bekommen sie fast nie zu Gesicht – das weiß jedes Kind. Doch was wie ein Märchen klingt, ist auf der Karibikinsel Kuba Wirklichkeit: Dort lebt die Bienenelfe, die kleinste der weltweit 9000 Vogelarten. Das grünblau schimmernde Weibchen misst von der Schnabelspitze bis zum Schwanzende sieben Zentimeter, das Männchen ist noch kleiner.

Die zwei Gramm leichten Elfenkolibris, wie sie auch genannt werden, wohnen in einem Labyrinth aus Lianen, Büschen und Aufsitzerpflanzen im Regenwald. Nur dort sind sie vor Räubern sicher. Wie alle Kolibris saugen Bienenelfen mit ihrer langen Zunge Nektar aus den Blütenhälsen tropischer Pflanzen. Manchmal picken sie auch Insekten aus dem Netz einer Spinne. Mit ihren kräftigen Flügeln, den starken Brustmuskeln und einem Hochleistungskreislauf können sie seit- und rückwärts fliegen oder an einem Punkt in der Luft "stehen".

Bienenelfen: Der Bräutigam trägt Rot

Kolibris sind die wendigsten aller Vögel. Ihr typischer Schwirrflug klingt wie das Summen einer Biene, wobei die Flügel 80-mal pro Sekunde schlagen. Das Spitzentempo liegt bei über 40 Stundenkilometern, dann schlagen die Flügel 200-mal pro Sekunde. Im März beginnt bei Bienenelfen die Zeit der Brautschau: Dem Männchen wachsen schillernd rote Federn am Kopf. Derart aufgerüscht, setzt es sich auf einen hohen, kahlen Ast und schmettert ein lautes, schlichtes Lied.

Dann startet es eine spektakuläre Flugschau: Es fliegt blitzschnell etwa zehn Meter senkrecht nach oben, stoppt dort für ein paar Sekunden in der Luft und wiederholt das Gleiche eine Etage höher, um am Ende in halsbrecherischem Tempo wieder abzutauchen. Je kühner die Kapriolen, desto größer die Chancen bei den Frauen. Nach der Paarung baut das Weibchen ein winziges Kugelnest und brütet zwei erbsengroße Eier (siehe Foto oben) aus.

Die Küken verlassen nach 18 Tagen das Nest. Bienenelfen stehen auf der Vorwarnstufe der Roten Liste bedrohter Tierarten. "Wahrscheinlich schrumpft der Bestand, weil nur noch etwa 15 Prozent des ursprünglichen Lebensraums vorhanden ist", warnt Stefan Ziegler, Artenschutzexperte der Umweltorganisation WWF. Früher waren sie auf ganz Kuba verbreitet, heute kommen die Elfenkolibris nur noch in drei Regionen der Insel vor. Immerhin stehen diese drei Gebiete unter Schutz – Hoffnung für den kleinsten der Kleinen.

Autor: Dagmar Weychardt