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Larvensifakas auf Madagaskar

Die Larvensifakas auf Madagaskar fressen Blätter, Früchte und Blüten. Foto: © picture alliance / WILDLIFE

Im TV: Mo., 3.6., 19.30 Uhr, Arte

BBC-Tierdoku "Madagaskar"

Ein Leben auf dem Sprung: Larvensifakas hüpfen wie Gespenster durch den Dschungel in der BBC-Doku "Madagaskar".

Nun aber schnell: Die Affenmama hüpft aufrecht über den Boden, als hätte sie Sprungfedern in den Hinterbeinen. Die Vorderbeine streckt sie nach oben – als hätte jemand gerade "Hände hoch!" gerufen. So hält sie die Balance.

Die Sprünge der Larvensifakas

Mit ihrem schlohweißen Fell wirkt sie auf den ersten Blick wie ein Geist. In Bewegung erinnert sie an eine Tänzerin. Ihr Auftritt am Boden währt nur wenige Sekunden. Dann erklimmt sie blitzschnell einen Baum, ihr Baby klammert sich dabei fest an ihren Rücken.

Auch in den Baumkronen bleiben Larvensifakas ihrem Heckantrieb treu: In Gruppen von vier bis acht Tieren klettern und springen sie mit aufgerichtetem Oberkörper und nutzen die Hinterbeine als Triebfedern.

Die Dokumentation "Madagaskar" des britischen Fernsehsenders BBC (Mo., 3. Juni, 19.30, Arte, siehe auch TV-Tipp rechts) zeigt ihre gewaltigen Katapultsprünge in Zeitlupe.

Mit den Hinterbeinen stoßen sie sich seitlich von einem Stamm ab, rotieren einmal und landen, die Hinterbeine voran. Auf dem Boden hüpfen Sifakas aufrecht, weil sie mit ihren kurzen Vorder- und langen Hinterbeinen nicht auf allen vieren gehen könnten.

Das hohe Tempo der tagaktiven Larvensifakas hat einen Grund. Auf Madagaskar streicht die Fossa durch die Wälder, ein pumagroßes, katzenartiges Raubtier, vor dem sich die Sifakas mit ihrem Alarmruf "si-fak" warnen, dem sie ihren Namen verdanken. Luftangriffe von Greifvögeln signalisieren sie mit einem lauten Brüllen.

Madagaskar - Insel der Lemuren

Die neun Sifaka-Arten gehören wie die ringelschwänzigen Kattas und die kulleräugigen Mausmakis zur Ordnung der Lemuren, Feuchtnasenprimaten, die sich nur auf Madagaskar entwickelt haben. "Seit 90 Millionen Jahren liegt diese Insel völlig abgeschieden von den anderen Kontinenten, deshalb ging die Natur dort verrückte Wege. Sie ist wie ein grünes Galapagos", erklärt Mike Gunton, Kreativdirektor von "BBC Nature".

"Madasgaskar ist dabei vor allem die Insel der Lemuren. Die Verwandtschaft zu uns ist deutlich und rührend: Die Kinder tollen herum wie Menschenkinder, bleiben lange bei den Müttern."

Doch in dem Entwicklungsland vor der südostafrikanischen Küste schrumpft der Lebensraum vieler Lemuren. Auch die Larvensifakas, die im Südwesten beheimatet sind, gelten als gefährdet.

Immerhin: Die Art kommt mit unterschiedlichen Lebensräumen zurecht: mit trockenen Dornenwäldern und feuchten Urwaldregionen. Und sie ist immer auf dem Sprung.

Autor: Dagmar Weychardt