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Koala in Australien

Im 2. Teil der Doku "Australien" geht es in die Wälder der Koalas.
Foto: © NDR/doclights/Grospitz & Westphalen

Dokureihe über Australiens Tiere

"Australien: Das Abenteuer" im TV

Extreme Gluthitze, Geröllpisten, Giftschlangen: Eine beeindruckende Dokureihe über Australiens Tiere verlangte den Filmteams alles ab.

Was ist in Australien die beste Lebensversicherung für einen Tierfilmer? "Zwei Ersatzreifen und 90 Liter Trinkwasser", antworten die Hamburger Dokumacher Jens Westphalen und Thoralf Grospitz wie aus einem Mund. Einen Koffer voller Arznei gegen Giftbisse? Hatten sie in Down Under nicht dabei. Grospitz: "Im Outback liegen zu bleiben ist gefährlicher als alle Schlangen, Spinnen und Krokodile zusammen." Dafür gehörte das Wechseln von geplatzten Reifen zum Tagesgeschäft. "Auf den Pisten schlitzen spitze Steine sie auf wie Messer."

Drei Jahre Drehzeit

Drei Jahre, 130.000 Kilometer Rund 130.000 Kilometer legten zwei deutsche Filmteams in über drei Jahren Drehzeit in der Wüste, in Savannen, Eukalyptusund Tropenwäldern zurück. Das spannende Making-of zeigt Entstehung, Hintergründe und Höhepunkte der Reihe "Australien: Das Abenteuer" (So., 26.4., Das Erste, 16.30 Uhr, s. auch TV-Tipps rechts und in unserem TV-Programm).

Neben den üblichen Verdächtigen, den Koalas, Kängurus, Schlangen und Krokodilen, porträtieren die Deutschen auch deutlich weniger bekannte Australier (im TV am 3.5. und 10.5., jeweils 16.30 Uhr, Das Erste).

Ein riesiger Schwarm Wellensittiche

Bei einer Erkundungsfahrt südlich von Alice Springs gelang Grospitz und Westphalen etwa ein Coup: In der Gluthitze entdeckten sie ein vibrierendes Gebilde in der Luft. Der Riesenorganismus veränderte ständig seine Form. Beim Heranfahren erkannten sie Vögel, die vertraut wirkten: Wellensittiche! Ein Tornado aus kreischenden Schnäbeln, schlagenden Flügeln und tanzenden Leibern. "Es waren Hunderttausende! Einfach unglaublich", meint der Biologe Westphalen. "Eine halbe Stunde später hätten wir sie verpasst. Ein so großer Schwarm ist noch nie gefilmt worden."

Was kaum einer weiß: Australien ist die Heimat der Sittiche - der "Budgies", wie sie dort heißen. Die Minipapageien sind von Natur aus quietschgrün und vagabundieren in kleinen Trupps durchs Land. Nur alle paar Jahre tun sie sich in Massen zusammen, wenn sie sich im Jahr zuvor stark vermehrt haben und eine Dürre sie an ein einziges Wasserloch zwingt. "Wo und wann das passiert, ist unvorhersehbar - wie ein Sechser im Lotto", so Thoralf Grospitz.

Die Wombats

Das zweite Team, Klaus Weißmann und Rolf Sziringer, widmete sich vor allem einem Maskottchen Australiens: dem Wombat. Trotz seiner Popularität ist wenig über das größte grabende Säugetier bekannt, das drei Viertel des Lebens in seiner Höhle verbringt und extrem scheu ist. Sziringer: "Da Wombats einen guten Geruchssinn haben, muss auch die Windrichtung passen, damit sie den Kameramann nicht wittern."

Traurig: Einige dieser "Filmhelden" starben - nicht etwa wegen der Rekordhitze von 49,6 Grad Celsius, sondern an einer eingeschleppten, für Wombats giftigen Pflanze: der Sonnenwende. Sind die normalen Futtergräser verdorrt, fressen die gemütlichen Plumpbeutler fremdes Grünzeug. "Wir wollten auch die Folgen des Klimawandels und Einflüsse wie eingeschleppte Arten sichtbar machen", so Weißmann. Besonders stolz ist er auf die Szenen in einer Wombathöhle und von einem Jungtier an der Zitze der Mutter. Außerdem auf eine weitere seltsame Begegnung: Das Team beobachtete eine kleine Echse, die lang als ausgestorben galt: "Der Zwergblauzungenskink hauste in einem verlassenen Spinnenloch - typisch australisch skurril."

Eine bedrohliche Situation erlebten Grospitz und Westphalen übrigens doch: Einmal glitt eine Braunschlange, eine der giftigsten Nattern, über Westphalens Beine. Er blieb still sitzen, sie zog friedlich weiter. Neben Ersatzreifen und reichlich Wasser brauchen Filmer in Australien also auch noch: ziemlich starke Nerven.

Autor: Dagmar Weychardt