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Bis zu vier Jahre bleiben die Jungen bei der Mutter.
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Alle Augen sind auf den Fluss und seine Lachse gerichtet. Die Bärenmutter muss ihren Spross mit viel fettreicher Nahrung versorgen, damit er in der Höhle gut durch den Winter kommt. - Foto © NDR/Brenda Phillips

Im TV: Mo., 25.03., 20:15 Uhr, Das Erste

Alaskas Bären

Auf der Alaska-Halbinsel leben 9000 Braunbären – ein britischer Forscher hat sie ein Jahr lang beobachtet. TV-Tipp: "Alaskas Bären". Faszinierende Doku über das Leben der Tiere in traumhaften Landschaften, 25.03.2013, 20:15 Uhr, Das Erste.

Weite Landschaft, unberührte Natur, wilde Tiere – das ist Alaska. Amerikas hoher Norden, auch Heimat der Grizzlys, einer Unterart der Braunbären. Der Umweltschützer und Ökologe Chris Morgan filmte die Bären gemeinsam mit dem Kameramann Joe Pontecorvo (siehe TV-Tipp rechts). Ein Jahr lang reisten die beiden auf dem Motorrad mehr als 5000 Kilometer quer durch Alaska und beobachteten die mächtigen Raubtiere. In HÖRZU berichtet Morgan exklusiv von dem Abenteuer.

Bärenspezialist Chris Morgan

Naturschützer und Bärenspezialisten Chris Morgan. - Foto © NDR/Brenda Phillips

Die große Reise beginnt im Süden. Dort herrschen paradiesische Zustände: An den Flüssen der Alaska-Halbinsel leben etwa 9000 Bären – eine der dichtesten Populationen weltweit. Ihre Nahrungsgrundlage ist der Lachs. "Die Halbinsel ist ein besonderer Ort", sagt Chris Morgan. Man könne sich dort relativ sicher in der Nähe von Braunbären aufhalten – durch das große Futterangebot gebe es kaum Konkurrenz unter den Tieren, zudem seien sie an Gesellschaft gewöhnt.

Eines Tages saß das Filmteam auf einer Lichtung und beobachtete aus 100 Meter Entfernung eine Bärin mit ihren zwei Jungen. Das Trio kam näher, bis es nur zwei Meter vor ihnen halt machte. "Wir verhielten uns ruhig", erzählt Morgan. "Die Jungen waren offensichtlich fasziniert von uns – wir waren die ersten Menschen, die sie zu sehen bekamen. Und ihre Mutter wollte ihnen mit dieser Annäherung etwas beibringen."

Sicherheit geht vor

In solchen Situationen verlässt sich Morgan auf seine Erfahrung. Etwas Ungewissheit bleibe immer – er sei kein Bärenflüsterer, sagt der gebürtige Brite. Wie unberechenbar die Tiere sind, wurde bei den Dreharbeiten deutlich: "Wir wollten während der Paarungszeit filmen. Dabei kamen wir einem Männchen in die Quere, das Interesse an einer Bärin hatte", erinnert er sich. Als das Weibchen floh, entdeckte der Bär die Menschen und setzte zur Verfolgung an. Ein ausgewachsenes Exemplar wird bis zu 45 Stundenkilometer schnell, und ein Prankenhieb kann tödlich sein.

Das Team hatte Glück: Fünf Meter entfernt blieb der Bär stehen – seine Warnung war deutlich. Wer sich in den Lebensraum von Bären wagt, muss Sicherheitsvorkehrungen treffen. Um das Zelt von Chris Morgan ist in der Wildnis ein Elektrozaun gespannt. Die Kochstelle befindet sich weit vom Schlafplatz entfernt, um keine Bären anzulocken. Für den Notfall hat er Pfefferspray dabei. Einsetzen musste er es noch nie.

Im Denali-Nationalpark, einem rund 25.000 Quadratkilometer großen Areal in Zentralalaska, in dem die Lebensumstände der Bären deutlich schwieriger sind als im Süden, erlebten die Filmemacher eine anrührende Szene. "Wir entdeckten eine Bärin, die verwirrt aussah und nervös hin und her lief", erzählt Morgan. Er habe gleich den Eindruck gehabt, dass sie nach ihrem Jungen suchte. Nicht ungewöhnlich – viele Jungtiere fallen in den ersten Jahren erwachsenen Männchen zum Opfer. Doch diese Mutter hatte Glück: "Als das Junge aus dem Gebüsch auftauchte, sahen wir pures Glück bei den beiden. Sie freuten sich und tollten herum – einer der schönsten Momente auf unserer Reise."

Autor: Nicole Wronski