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Mit getrockneten Wildkräutern lassen sich tolle Gerichte kreieren.

Mit Wildkräutern lassen sich viele köstliche Gerichte kreieren oder Speisen aufpeppen und verfeinern. - Foto © picture alliance / Arco Images

Tipps zum Sammeln und Lagern

Wildpflanzen

Mit Wildpflanzen lassen sich viele köstliche Gerichte kreieren oder Speisen aufpeppen und verfeinern. Schon die Steinzeitmenschen sammelten Wildpflanzen zum Würzen, aber auch zum Heilen. Heute ist ihre Wirkung wissenschaftlich belegt: Sie lindern viele Beschwerden, da sie jede Menge gesundheitsfördernde Wirkstoffe enthalten.

Das sind zum Beispiel Flavonoide, also sekundäre Pflanzenstoffe, die Einfluss auf innere Organe, Gefäße und Kreislauf haben. Oder ätherische Öle. Oder Bitterstoffe, die aus Kulturpflanzen meist herausgezüchtet wurden. Obendrein Vitamine, Enzyme, Spurenelemente und Mineralsalze, die wichtige Bestandteile von Stoffwechselprozessen im Körper sind und die Zellstrukturen aufbauen.

Tipps zum Sammeln

Informieren Sie sich zunächst über die Standorte der Pflanzen und darüber, welche Teile zu welcher Jahreszeit verwertbar sind. Sammeln Sie nicht in Straßennähe, an Viehweiden und Hundeauslaufzonen. "Ernten" Sie nur so viel, wie Sie wirklich brauchen und verarbeiten wollen. Nehmen Sie ein scharfes Messer, Gartenhandschuhe und einen Stoffbeutel mit.

Tipps zum Aufbewahren

Um alle Wirk- und Aromastoffe der Wildpflanzen zu erhalten, sollten Sie diese möglichst frisch verwerten. Im Kühlschrank halten sie höchstens eine Woche. Gute Alternative: die Kräuter trocknen. Dazu ungewaschen, getrennt voneinander zu einem Strauß binden und etwa acht bis zehn Tage "kopfüber" an einem luftigen, schattigen Ort aufhängen, bis alles komplett trocken ist. Bewahren Sie Ihre Schätze in gut verschließbaren Schraubgläsern auf. Die Gefäße mit Datum und Inhalt beschriften und an einem kühlen, trockenen, dunklen Ort lagern.

Wildpflanzen als Heilpflanzen

Das wachsende Interesse an Heilpflanzen hat das Projekt "Der Apothekergarten" befördert. Hierzulande gibt es bereits einige dieser Anlagen, die rund um das Thema Heilpflanzen informieren. Wo sie sich genau befinden, steht im Internet unter www.apothekergarten.de

12 Wildpflanzen und ihre Wirkungen

1. Brunnenkresse

Wintergrünes Kraut mit hohlen Stängeln und fleischigen Blättern. Wächst an langsam fließenden Gewässern und Quellen.
Sammelzeit: Zwischen März und August. Da sie sehr scharf duftet, sollte man sie separat trocknen.
Wirkung: Wird in der Naturheilkunde gegen Verdauungsstörungen und auch als appetitanregendes Mittel eingesetzt. Äußerlich kann Brunnenkresse etwa bei Ekzemen und Ausschlägen helfen. Wichtig: In der Schwangerschaft nicht anwenden.
Anwendung als Heilmittel: Blätter zerreiben und als Umschlag auf betroffene Hautstellen legen.
Anwendung in der Küche: Köstlich als Salat. Da die Wirkstoffe jedoch scharf sind und die Schleimhäute reizen können, Brunnenkresse nicht täglich zu sich nehmen.

2. Brennnessel

Sie wächst überall. Ihre Blüten sind recht unscheinbar. Brennhärchen auf Blättern und Stängeln geben der Pflanze ihren Namen.
Sammelzeit: Von März bis August. Verwendet werden die jungen Blätter, Triebspitzen und Wurzeln.
Wirkung: Die "Stoffwechselpflanze" reinigt den Körper von giftigen Stoffen, wird deshalb bei Harnwegsinfektionen und Rheuma eingesetzt. Zudem sind reichlich Vitamin A und C, Natrium, Kalium, Kalzium und Eisen vorhanden – wichtig für die Blutbildung.
Anwendung als Heilmittel: Für einen Entschlackungstee 2 TL fein geschnittenes Brennnesselkraut mit kochendem Wasser übergießen und 5 – 10 Min. ziehen lassen.
Anwendung in der Küche: Aromatische Gemüse- oder Suppenbeilage.
Für Salat: Blätter vorher kurz blanchieren.

3. Gänseblümchen

Mit seinen zarten Zungenblüten kann man das "Maßliebchen" oder "Tausendschön" auf Wiesen und in Gärten bewundern.
Sammelzeit: Die Blüten den ganzen Sommer von Mai bis August, die Blätter im September.
Wirkung: Gilt als hervorragendes Schmerz- und Wundheilmittel bei Schürfwunden, Prellungen, Verstauchungen und Muskelschmerzen. Die enthaltenen Saponine, Bitter- und Gerbstoffe regen den Stoffwechsel an und wirken blutreinigend.
Anwendung als Heilmittel: 1 TL Gänseblümchen mit 200 ml kochendem Wasser übergießen, 10 Minuten ziehen lassen. Hautstellen mit dem Sud betupfen.
Anwendung in der Küche: Gibt Salaten eine leicht scharfe, würzige Note. Auch als Garnierung ein Augenschmaus.

4. Giersch

Rasant wachsendes, hartnäckiges Unkraut mit ovalen Blättern und weißen Blütendolden. Ist an Wegrändern, in Wäldern und Gärten zu finden.
Sammelzeit: Zwischen April und Juni. Verwendet werden ausschließlich die Blätter.
Wirkung: Ein bewährtes Kraut gegen Gicht und Rheuma. Es wirkt entgiftend, harntreibend und verdauungsanregend. Die nahrhaften Blätter eignen sich zum Beispiel gut für eine 10-Tage-Entgiftungskur. Vorsicht aber: Zu viel Frischsaft kann zu Durchfall führen.
Anwendung als Heilmittel: Aus den frischen Trieben Saft pressen und mit Mineralwasser (1:5) verdünnen. Am ersten Tag 1 EL trinken, am zweiten 2 EL usw.
Anwendung in der Küche: Eignet sich als Petersilienersatz in Suppen, Gemüsegerichten und Aufläufen.

5. Kamille

Die einjährige krautige Pflanze bevorzugt Äcker und frische, nährstoffreiche, meist kalkarme Lehm- und Tonböden. Erkennbar am ausgefüllten Blütenboden und dem starken Kamillengeruch.
Sammelzeit: Zwischen Juni und September.
Wirkung: Beliebteste Heilpflanze Europas! Wirkt krampflösend, entzündungshemmend, beruhigend und desinfizierend. Haupteinsatzgebiete: Magen, Darm und Atemwege.
Anwendung als Heilmittel: Einen starken Kamillentee in einer Schüssel aufbrühen, Kopf unter einem Handtuch darüberbeugen und den Kräuterdampf 10 – 15 Minuten lang einatmen. Lindert Schnupfen, Halsschmerzen und Nebenhöhlentzündungen.

Autor: Kerstin Conrad