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Sogar auf einem kleinen Balkon lassen sich Kräuter und Gemüse ziehen.

Selbst gepflanzt, selbst gepflückt: Nichts ist so gut wie Kräuter und Gemüse aus eigenem Anbau. Selbst auf einem kleinen Balkon lassen sich Kräuter und Gemüse ziehen. - Foto © picture-alliance / Helga Lade Foto

TV-Tipp: Kochen mit Kräutern

Kräuter und Gemüse vom Balkon

Radieschen und Tomaten aus dem Balkonkasten, Blattsalat aus dem Kübel, dazu eine Handvoll Petersilie aus der Pflanzschale: Fertig ist der Salat, frisch vom eigenen Balkon! Klingt einfach, ist es auch – vorausgesetzt, man beherzigt ein paar Tipps und kennt ein paar Tricks.

Wer seinen Balkon in einen kleinen Gemüsegarten verwandeln möchte, sollte sich um passende Behälter und gutes Saatgut kümmern. Und genau bedenken, welche Pflanzen er zu Nachbarn machen kann. Wichtig: Mit einem Sammelsurium diverser Töpfe ist es nicht getan. Minibeete sind oft besser – und einfacher anzulegen, als man denkt. Geeignet sind etwa mit Teichfolie ausgeschlagene Kisten aller Art. Ihr Boden muss allerdings frei bleiben, damit das Wasser ablaufen kann.

Praktisch sind auch Pflanztaschen, die in Größen von elf bis 140 Liter Fassungsvermögen angeboten werden. Mit einem Henkel daran lassen sie sich beliebig versetzen. Runde Töpfe eignen sich gut für Kräuter wie Rosmarin und Salbei sowie für Beerenobststräucher, eckige sind optimal für das Aussäen in Reihen. Eine Etagere, auf der Pflanzen treppenförmig hintereinander stehen, schafft mehr Fläche. Zudem bekommen alle Gewächse dort mehr Licht. Stellt man die Balkonkästen auf den Boden, eignen sie sich gut für Kletterpflanzen. Säcke wiederum sind ideal für die Kultur von Kartoffeln.

Nun kann es losgehen: Aber vor dem Pflanzen sollte der Balkongärtner sich informieren, wie viele Nährstoffe seine Schützlinge brauchen. Zu den anspruchslosen "Schwachzehrern", die wenig Unterstützung durch Dünger benötigen, gehören:
- Radieschen
- Feldsalat
- Bohnen
- Erbsen

Mittelzehrer sind:
- Möhren
- Rote Bete
- die meisten Salate
- Zwiebeln
- Pastinake
- Spinat
- Mangold

Starkzehrer sind die großen Kohlarten, die den Anbau im Kübel kaum lohnen. Bei
- Kartoffeln
- Tomaten
- Paprika
- Zucchini
- Gurken
- Kürbissen

zahlt sich der eigene Einsatz hingegen aus.

Wichtig ist die richtige Bewässerung. Bei Töpfen ist das ganz einfach: Man gießt so lange, bis das Wasser aus dem Bodenloch heraussickert. Überschüssiges Wasser muss abfließen können. Wurzelfeuchte prüft man, indem man den Daumen einige Zentimeter tief in die Topferde drückt. Den Wasserstrahl nur auf den Wurzelbereich richten! Werden die Blätter nass, steigt die Infektionsgefahr. Über den Wasserfilm verbreiten sich Pilzsporen und Bakterien von Pflanze zu Pflanze.

Die große Chance für den Selbstversorgerbalkon liegt im Ausprobieren. Fantasie ist gefragt. Buntstielige Mangoldpflanzen etwa sind echte Künstler: Die Blätter schmecken wie Spinat, die jungen Stiele lassen sich wie Spargel zubereiten, außerdem liefern sie Eisen, Vitamin C und B. Ein Hingucker ist orangerote Kapuzinerkresse. Die essbaren Blüten peppen Salate auf oder eignen sich als Dekoration am Tellerrand. Die getrockneten Blütenköpfe der gelben Ringelblume dienen als Tee.

Thymian, Zitronenmelisse und Pfefferminze verbreiten den Duft von Sommer, Monats-Erdbeeren tragen bis in den Oktober hinein Früchte. Tomaten schmecken aromatischer als die aus dem Supermarkt. Und im größten Kübel gedeiht an einem sonnigen Plätzchen vielleicht noch ein Johannisbeer-Hochstämmchen. Besonders viel Spaß macht es, aus handgezogenen Kräutern am heimischen Herd kleine Köstlichkeiten herzustellen. Etwa ein Kräuteröl aus den gehackten Blättern von Basilikum, Oregano, Rosmarin, Thymian, ergänzt mit etwas Meersalz, aufgefüllt mit Olivenöl. Das hausgemachte Kräuteröl eignet sich ausgezeichnet zum Würzen von Salaten, Suppen und Geflügel. Ein Leben von der Hand in den Mund – der Balkon macht’s möglich!


Kräuter und Gemüse aus dem eigenen Garten - Nützliche Helfer
Von Pflanzsack bis Schablone: Was man zum Gärtnern alles braucht.

Wer jetzt die Ärmel aufkrempelt, um Balkon und Terrasse frühlingsfrisch zu machen, findet in den Gartencentern viele nützliche Helfer von der Forke bis zum Fugenreiniger. Praktisch für Hobbygärtner sind auch Pflanzsäcke. Wer Setzlinge vorziehen will, kann sich mithilfe einer Holzschablone selbst Behälter basteln. Die Minitöpfchen aus Papier verrotten später in der Erde – umweltfreundlich!

Der Pflanzkalender
Die eine braucht Sonne, die nächste Halbschatten: hier eine Übersicht über die Bedürfnisse der verschiedenen Pflanzen.

Sorte: Gemüse

Vorbereitung
Für den Balkonanbau sind solche Salatsorten geeignet, die keinen Kopf bilden. Ideal sind Baby-Leaf-Salate oder Mischungen. Bei Möhren empfehlen sich Sommermöhren mit einer kurzen Reifezeit oder ungewöhnlich gefärbte Sorten.

Standort
Salat wächst am besten bei voller Sonne. Die Pflanzen gedeihen auf allen Böden, sofern diese nicht sauer (ph-Wert unter 6) sind. Chili und Paprika brauchen viel Sonne, Zucchini fühlen sich bei 20 Grad wohl, vertragen sich mit Zwiebeln und Bohnen.

Erde
Salatpflanzen haben mittelgroße Nährstoffansprüche. Im Beet empfiehlt sich eine zwei Zentimeter starke Kompostschicht, im Topf eine Portion Hornspäne. Möhren benötigen wenig Dünger. Zu viel Wasser führt bei Rüben oft zu Fäulnis.

Pflege
Tomatenpflanzen in einen großen Kübel mit mindestens zehn Liter Volumen setzen. Blätter in Bodennähe entfernen. Relativ trockene Erde verbessert das Aroma. Feldsalat feucht halten. Der Wintersalat hilft gegen Frühjahrsmüdigkeit!

Ernte
Einige Gemüse wie die Kürbissorte Zappho werden in jungem Zustand geerntet. Auch bei Erbsen ist die Sorte wichtig: Zuckererbsen werden ab Ende Mai, Schalerbsen ab Anfang Juni geerntet.


Sorte: Obst

Vorbereitung
Monats-Erdbeeren (etwa Mara des Bois oder Siskeep) tragen bis in den Oktober Früchte. Johannisbeeren machen vor allem als Hochstämmchen eine gute Figur. Stachelbeeren werden im Frühjahr als Strauch oder Hochstamm gepflanzt.

Standort
Erdbeeren vertragen Sonne und Halbschatten. Gute Partner sind in der Regel Zwiebeln, Radieschen, Salat und Spinat. Bei Stachel- und Johannisbeeren gilt: Im Schatten bleiben die Früchte sauer!

Erde
Kübel für Johannis- oder Stachelbeeren sollten mindestens zehn Liter fassen und mit nährstoffreicher Topf- oder Kübelpflanzerde gefüllt werden. Erdbeeren brauchen organischen Flüssigdünger.

Pflege
Erdbeeren müssen regelmäßig gegossen werden, sonst bleiben die Früchte klein und ohne Aroma. Auch für Stachel- und Johannisbeern gilt: den Boden feucht halten. Sonst wirft der Strauch einen Teil seiner Blüten und Früchte ab.

Ernte
Erdbeeren schmecken roh oder als Marmelade eingemacht. Stachelbeeren sind vor allem als Kompott lecker und passen als Chutney gut zu deftigen Fleischgerichten. Rote und weiße Johannisbeeren gehören in Grütze oder Konfitüre.


Sorte: Kräuter

Vorbereitung
Alle Kräuter lassen sich gut in Balkonkästen ziehen: Petersilie und Schnittlauch sind die Klassiker, für die mediterrane Küche empfiehlt sich Basilikum. Buschbasilikum wächst kompakt, Strauchbasilikum lässt sich frostfrei gut überwintern.

Standort
Die meisten Kräuter können ab März am Fenster oder ab Ende April draußen in Töpfen ausgesät werden. Bei Aussaat in einem Beet sollten die Pflanzen 20 Zentimeter Abstand haben. Dill wächst auch zwischen anderen Pflanzen gut. Kräuter brauchen Sonne.

Erde
Die meisten Kräuter sind Schwach- und Mittelzehrer, benötigen also wenig Nachschub. Am besten gibt man in die Erde eine Handvoll Hornspäne und unterstützt das Wachstum durch gelegentliche Beigabe von Flüssigdünger.

Pflege
Die Erde in Kräutertöpfen sollte gleichmäßig feucht gehalten werden, dann wachsen Kräuter schneller. Petersilie braucht nach der Aussaat etwa drei Wochen, Kresse nur fünf Tage.

Ernte
Kräuter sollte man verwenden, bevor sie blühen. Beim Kochen mit Rosmarin und Thymian kann man ganze Zweige mitschmoren. Tipp: Einige Zweige Rosmarin in Öl eingelegt ergeben würziges Kräuteröl für Salate.

Autor: Angela Meyer-Barg