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Insektenforscher George McGavin bringt Skorpione zum Leuchten

Insektenforscher George McGavin bringt Skorpione zum Leuchten

Abenteuer am Ende der Welt

TV-Doku "Expedition Neuguinea"

Was entsteht, wenn ein Abenteurer, eine Fledermaus-Expertin, ein Insektenforscher und ein Kamerateam gemeinsam bis ans Ende der Welt reisen und auf einer geheimnisvollen Insel in der Südsee ein Dschungelcamp errichten? Eine der faszinierendsten Natur-Dokumentationen, die im Fernsehen je zu sehen waren.

Den Mitgliedern der "Expedition Neuguinea" gelangen Bilder von außerordentlicher Schönheit – und Seltenheit: etwa von der Balz schillernder Paradiesvögel, von plötzlichen Vulkanausbrüchen und vom Überraschungsbesuch eines Baumpythons.

Das Abenteuer beginnt bereits im Februar, als der NDR-Naturexperte Lothar Frenz ein Flugticket nach Neuginea bucht, der zweitgrößten, geheimnisvollsten Insel der Welt. Die Mission der Reise: Frenz, der bereits in der Mongolei, in Uganda, Neuseeland und Amazonien Erfahrung mit exotischen Auslandseinsätzen sammelte, will zu einem Team internationaler Top-Wissenschaftler stoßen, die auf der Suche nach unbekannten Tierarten sind.

Die Pazifikinsel, ein einzigartiges Naturparadies mit aktiven und erloschenen Vulkanen, Dschungel, zerklüfteten Tälern und Kratern, ist dafür vielversprechend. "Steven Spielberg hätte seine helle Freude an diesem unerforschten Fleck Erde", erzählt Frenz im HÖRZU-Gespräch nach Abschluss seiner drei-wöchigen Tour. "Was mich auf Neuguinea erwartete, hätte ich nicht im Entferntesten zu träumen gewagt. Es ist einer der letzten weißen Flecke auf den Land-karten dieser Erde."

Mitten im Regenwald, am Fuß des 2507 Meter hohen erloschenen Vulkans Mount Bosavi, schlägt das rund 50-köpfige Team sein Basislager auf. Mit dabei: Oxford-Wissenschaftler und Insektenforscher George McGavin, Fledermaus-Fachfrau Alanna Maltby und der muskulöse Abenteurer Steve.

Ein wichtiges Mitglied der Crew ist auch die Naturfotografin Ulla Lohmann. Sie soll die seltenen oder gar unbekannten Tiere, die die Forscher in den nächsten Tagen aufspüren, im Bild festhalten. Dafür wurde mitten im Dschungel ein kleines Fotostudio errichtet. Doch zunächst gilt es, die raren Exemplare zu finden, sanft in Netzen zu fangen oder vor getarnte Kameras zu locken.

Erster Kandidat für Lohmanns Linse ist ein großer Käfer. Sobald ihn die Forscher berühren, gibt er saugende, schmatzende Geräusche von sich. Der drollige Kerl ist nur eine von 3000 Insekten- und Spinnenarten auf Neuguinea. Überhaupt strotzt die Insel vor Rekorden: Hier leben mehr als 600 Vogel-, rund 500 Schmetterlings-und 70 Beuteltierarten. Viele von ihnen laufen, krabbeln oder gleiten dem Filmteam in den nächsten Tagen vor die Kamera.

Manchmal fallen sie auch vom Himmel – so wie der grasgrüne Baumpython. Am zweiten Drehtag liegt das Reptil plötzlich regungslos auf dem Dach des Fotostudios – als wolle es unbedingt vor die Linse. Als Fotografin Lohmann die Würgeschlange endlich fest im Griff hat, windet sich das Tier scheinbar schüchtern. "Weil es jedoch zugleich züngelte, galt: Alarmstufe Rot!", berichtet Lohmann. "Hätte ich den Kopf im falschen Moment losgelassen, wäre ich gebissen worden. Das wäre zwar nicht tödlich gewesen, aber schmerzhaft." Folglich übt sich Lohmann in Geduld: Erst am vierten Drehtag wird die Schlange ruhiger und lässt sich ablichten. Es entstehen eindrucksvolle Aufnahmen.

Autor: Mike Powelz; Bilder: © NDR/Ulla Lohmann