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Tarangire Nationalpark

Das Tarangire-Marschland ist für Ben Stassen ein Naturschatz. - Foto: © picture alliance / James Hager/Robert Harding

Regisseur von "African Safari 3-D"

Ben Stassen über Afrikas Naturschätze

Der Kinofilm "African Safari 3-D" zeigt das wilde, unberührte Afrika in 3-D. Regisseur Ben Stassen über die größten Naturschätze Afrikas.

Löwen! Löwen im Camp! Mitten in der Nacht schleicht ein Rudel Raubkatzen in das Zeltlager. Es sind drei Männchen und drei Weibchen, die zwischen den sandfarbenen Planen herumstreichen. Sie haben Fleisch gewittert. Essensreste. Leichte Beute. Sie schnuppern an Stühlen und Zelten. Ein Löwe langt auf den Tisch, Geschirr poltert. Das Geräusch weckt Kevin Richardson.

Der Südafrikaner wurde als "Löwenflüsterer" bekannt, er ist mit Raubkatzen aufgewachsen. Es ist stockdunkel. Kevin wähnt den Löwen weiter weg, am Kochplatz. Er öffnet den Reißverschluss seines Zelts. "Kevin! Der Löwe ist an deinem Zelt!", brüllt eine Stimme von gegenüber.

Kinofilm "African Safari 3-D"

Regisseur Ben Stassen sitzt in einiger Entfernung in einem Käfig und filmt den nächtlichen Überfall mit verkabelten 3-D-Infrarot-Kameras. Er kann die Löwen auf seinem Nachtsichtmonitor sehen, Kevin nicht.

Kevin zieht sein Zelt zu. Der Löwe haut mit der Pranke auf die Planen. Das stand so nicht im Drehbuch. "Hau ab", schreit Kevin. Schließlich schleppt die Raubkatze eine Isomatte davon. "Wir hatten öfter nächtlichen Besuch von Löwen, deshalb sollte das auch in den Film", erzählt Stassen. "Aber auf das Zelt gehauen hatte davor noch keiner."

Ben Stassen

Regisseur Ben Stassen. - Foto: © epa-Bildfunk

Wie wild und gefährlich war die Szene aus Stassens neuem Naturfilm "African Safari 3-D" wirklich? "Hinter Kevins Zelt stand ein Landrover mit Fahrer, der notfalls vorgefahren wäre, um die Katzen zu vertreiben", erklärt der Filmemacher. Die Crew hatte die Löwen mit etwas Fleisch angelockt. "Wir wollten ja direkt in der Wildnis drehen", so Stassen. "Von der Skelettküste Namibias im Westen bis zum Kilimandscharo im Osten."

In 18 Monaten entstand so eine bildgewaltige Mischung aus Doku, Safari und Roadmovie mit Kevin Richardson und Tierschützerin Mara Douglas-Hamilton als Protagonisten.


Kino-Tipp: "African Safari 3-D"

Atemberaubendes Naturabenteuer in 3-D. Tolle Luftbilder und Nahaufnahmen. Ab 10. Oktober im Kino


In HÖRZU verrät Filmemacher Stassen, welche zehn Naturschätze abseits ausgetretener Pfade für ihn die schönsten Afrikas sind.

1. Damaraland

Damaraland

Foto: © picture alliance / Mary Evans Picture Library

"Als Land beeindruckt mich Namibia am meisten", so der Belgier. "Die Regierung nimmt es mit dem Naturschutz ernst." Nur dank guter Kontakte durften die Filmleute mit bewaffneten Rangern zu einer geheimen Wasserstelle im Damaraland.

Manchmal kommen die akut vom Aussterben bedrohten Spitzmaulnashörner nachts zum Trinken hierher. Der Rangerturm durfte nicht gefilmt werden. Wilderer hätten die Stelle sonst per Google Maps orten können. Die Nashörner flüchten beim kleinsten Geräusch – aus bitterer Erfahrung mit illegaler Jagd.

2. Waterberg-Plateau

Waterberg-Plateau

Foto: © picture alliance / Mary Evans Picture Library

Eine weitere Schutzstation von Weltrang liegt am Waterberg-Plateau: "Dort werden verwaiste oder verletzte Geparden aufgepäppelt und ausgewildert", so Stassen.

3. Fish River Canyon

Fish River Canyon

Foto: © picture alliance / Anka Agency International

Landschaftlich eindrucksvoll ist der 160 Kilometer lange und 550 Meter tiefe Fish River Canyon im Süden. Nur der Grand Canyon ist größer.

4. Okavango-Delta

Okavango-Delta

Foto: © picture alliance / Robert Harding World Imagery

Zum schönsten Reservat erklärt Stassen das Okavango-Delta im Norden Botsuanas, Heimat von Hunderttausenden Antilopen, Büffeln und Elefanten: "Diese weite, unberührte Flusslandschaft mit ihren Hunderten von Inseln ist einfach unglaublich."

Leider auch sehr gefährdet. "Das Nachbarland Angola will einen Staudamm bauen, der das Delta austrocknen würde." Derzeit gibt es noch Aufschub: Der Plan liegt auf Eis.

5. Chobe-Fluss

Östlich des Deltas verläuft der Chobe-Fluss, wo Stassen vom Boot aus eine Elefantenherde filmte. Plötzlich hakte der Motor. "Wir trieben direkt auf die Herde zu." Eine Elefantenmutter fühlte sich bedroht, ging auf das Boot los. "Sie stellte die Ohren auf, wackelte mit dem Kopf und duschte uns ab", so der 54-Jährige. "In ihrem Rücken näherte sich die Herde. Das war die brenzligste Situation überhaupt." Schließlich konnte Bootsführer Ismael das Boot wegpaddeln – direkt zur nächsten Elefantenherde. Die aber graste friedlich an einer schwimmenden Insel.

Elefanten am Chobe-Fluss

Foto: © picture alliance / Bildagentur-online/McP

Der Chobe ist ein Eldorado für Elefanten. In drei Jahrzehnten hat sich die Zahl der Dickhäuter in der Region auf 130.000 verdreifacht – was zu Konflikten mit der ebenfalls wachsenden Bevölkerung führt. Es gibt Pläne, einige Elefanten in Nachbarländer zu bringen. "Das ist teuer und schwierig, weil sie nur als Herde umgesiedelt werden können", so Stassen.

6. Victoria-Fälle

Victoria-Fälle

Foto: © picture alliance / WILDLIFE

In der Nähe des Chobe liegt ein weiterer berühmter Naturschatz: die majestätischen Victoria-Fälle. "Während der Regenzeit von März bis Mai sind sie am schönsten", so Stassen.

7. Luangwa-Fluss

Flusspferd am Luangwa-Fluss

Foto: © picture alliance / Bildagentur-online/McP

Weiter östlich verläuft auf sambischer Seite der Luangwa-Fluss. "Nirgendwo sonst bekommt man mehr Flusspferde zu Gesicht."

8. Lake Manyara

Büffel am Lake Manyara

Foto: © picture-alliance / Bildagentur-online/McPhoto-Lov

Eine Alternative zur Serengeti ist der Lake Manyara in Tansania, der die wohl weltweit höchste Biodichte vorweisen kann. Vor allem Großtiere wie Büffel und Elefanten leben hier.

9. Tarangire-Marschland

Tarangire-Marschland

Foto: © picture alliance / Anka Agency International

In der Region liegt auch das Tarangire-Marschland. "In der Trockenzeit ziehen sich Hunderttausende Tiere hierher zurück", schwärmt Stassen.

10. Krüger-Nationalpark

Löwe im Krüger-Nationalpark

Foto: © picture alliance / Paul Mayall

Zugegeben, viele dieser Regionen sind für normale Touristen schwer zugänglich: "Denen empfehle ich den Krüger-Nationalpark in Südafrika", so Stassen. "Keine Zäune, herrlich weite Landschaft und dazu die ,Big Five‘: Büffel, Löwe, Elefant, Nashorn und Leopard! Der Klassiker ist immer noch ein fantastischer Naturschatz.

Autor: Dagmar Weychardt