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Verletzte Koalas werden in der Koala-Klinik in Port Macquarie aufgepäppelt.

Verletzte Koalas werden in der Koala-Klinik in Port Macquarie wieder aufgepäppelt. / Foto: © http://www.piqs.de / Fotograf: DaveKing, CC (Some rights are reserved.)

In Port Macquarie werden die Tiere aufgepäppelt

Eine Klinik für Koalas

Zufrieden nuckelt Bea an ihrer Pipette. Bea ist Vollwaise – und hungrig. Ganz vorsichtig versucht Bettina Bennett, dem kleinen Koalamädchen Aufbaunahrung aus Soja einzuflößen. "Bea hat einen Sehfehler und wird nicht ausgewildert werden können", erklärt sie. Im Koala-Hospital im ostaustralischen Port Macquarie hilft sie, verletzte und kranke Tiere, verlassene und verwaiste Babys aufzupäppeln. Neben den Tierärzten umsorgen hier auch rund 120 Ehrenamtliche die kleinen Patienten, wenn sie etwa durch Buschfeuer Verbrennungen erlitten haben, von Hunden gebissen oder von Autos angefahren wurden.

Seit vier Jahren sind Bettina Bennett (48) und ihre Mutter Edda Gerdau (69) hier aktiv. Die beiden Hamburgerinnen leben schon seit 1965 in Australien und wurden durch einen Besuch der Klinik für die Arbeit begeistert. "Wir füttern die Koalas, behandeln Wunden, geben Medikamente, machen sauber", sagt Bettina Bennett, die sonst als Krankenschwester arbeitet. 20 Koalas sind derzeit in Behandlung, pro Jahr etwa 250.

Dass die Klinik 1973 in Port Macquarie gegründet wurde, ist kein Zufall. Die Stadt liegt mitten in der Heimat der Koalas. Da nun immer mehr Straßen durch die Region führen und Eukalyptuswälder Wohngebieten weichen müssen, wird das Leben für sie schwerer. Wenig Raum, weniger Nahrung – das stresst die Tiere: „Ihr Immunsystem wirddadurch enorm geschwächt“, sagt Edda Gerdau. Die Folge sind Koala-typische Infektionen der Augen und der Harnwege, verursacht durch Chlamydien-Bakterien.

Koalas sind neben Kängurus ein Wahrzeichen Australiens. Deshalb bietet die Klinik einen 24-Stunden-Notruf und ein Rettungsteam an. Viele kranke Tiere werden von aufmerksamen Bürgern auch direkt nach Port Macquarie gebracht. "Ein Farmer nahm sogar eine vierstündige Fahrt auf sich, um einen verletzten Koala einzuliefern", erzählt Edda Gerdau.

Ziel der Klinik ist es, die Tiere wieder in die Natur zu entlassen. Einige bleiben für immer. So wie Klinik-Oldie "Tractive Golfer", der bereits 17 Jahre alt ist. Seine Zähne sind in keinem guten Zustand, in freier Wildbahn würde er verhungern. In der Klinik kriegt er Eukalyptus frei Haus. Vier Sammler sind täglich unterwegs, um die richtigen Blätter zu finden. Denn von rund 600 Sorten fressen Koalas nur etwa 30. Seit die Klinik auch Informationen zum Schutz der Tiere und Führungen anbietet, kommen täglich bis zu 300 Touristen. Trotzdem ist das Spezial-Hospital auf Spenden angewiesen. Wer von Deutschland aus helfen will, sollte auf die Webseite der Klinik schauen (www.koalahospital.org.au): Hier kann man symbolisch einen Koala adoptieren.

Autor: Caren Schütt