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Japanischer Kirschbaum

Frühlingsbote: Japanischer Kirschbaum in voller Blüte, Foto © www.piqs.de / Fotograf: matu, CC (Some rights are reserved.)

Schluss mit dem Winterschlaf!

Frühlingsanfang: Start in eine neue Jahreszeit

Am 20. März ist offizieller Frühlingsbeginn. HÖRZU verrät sieben Gründe, warum man sich auf das Ende des Winters freuen kann: vom neuen Schwung für die Liebe bis zum berüchtigten Frühjahrsputz.

Als Erstes kann man ihn riechen. Immer gibt es diesen besonderen Tag, an dem wir vor die Haustür treten, tief Luft holen und wissen: Jetzt ist er da, der Frühling. Ein leichter, eigentümlicher Duft liegt in der Luft, eine Kombination aus Moos, Gras und Erde, sagen Geruchsforscher. Weil steigende Temperaturen das vereiste Land auftauen, werden wieder Duftmoleküle freigesetzt. Schon bald wird es wie im Zeitraffer überall grünen und blühen. Das ist aber nur einer von vielen Gründen, warum das Frühjahr die schönste Jahreszeit ist:

1. Die Natur erwacht aus dem Schlaf

Primeln, Krokusse und Narzissen zaubern überall fröhliche Farbtupfer auf Wiesen und an Wegränder, die kahlen Äste der Bäume schmücken sich mit frischem Grün. Pflanzen wissen genau, wann es Zeit ist für die Blüten: Die Lichtsensoren an ihren Blättern messen die Tageslänge, und erst nach einer gewissen Stundenanzahl Licht pro Tag bilden sie ein Protein, das von den Blättern bis in die Triebspitzen wandert und dort den Impuls zur Blüte auslöst.

Auch Vögel verfügen über eine Art innere Uhr. Deshalb sind jetzt wieder etwa fünf Milliarden Zugvögel auf dem Weg von Afrika zurück nach Europa. Hier angekommen, wecken uns die Sänger unter ihnen mit ihren klangvollen Revier- und Balzkonzerten. Ein schöner Kontrast zu den kratzenden Geräuschen der Schneeschieber! Andere Tiere haben die Balz schon hinter sich und ziehen bereits ihren Nachwuchs groß: Junge Igel und Eichhörnchen huschen bald durchs Unterholz, kleine Füchse und Rehkitze streifen durch die Wälder. Überall erwacht neues Leben.

2. Die Sonne wärmt Seele und Körper

Voraussetzung für all dieses Leben ist das Licht. Und davon bekommen wir jetzt Tag für Tag mehr. Morgens schon dringen Sonnenstrahlen in unser Schlafzimmer, um uns sanft zu wecken. Abends bleibt es immer länger hell. Das lässt uns Menschen aufblühen wie Blumen. Die Lichtrezeptoren in der Netzhaut des Auges melden dem Gehirn nämlich die vermehrte Lichtzufuhr. Dort wird daraufhin die Hormonausschüttung verändert: In hellen Stunden entstehen größere Mengen des Glücks-Hormons Serotonin, das unsere Stimmung hebt.

Gerade jetzt, nach einem so langen, strengen Winter, sind wir wie ausgezehrt, und die ersten Sonnenstrahlen sorgen für außergewöhnlich große Glücksgefühle - und für besonders strahlende Gesichter. Kein Wunder, dass wir versuchen, jeden Strahl der Sonne zu erhaschen und ihre wunderbare Wärme zu tanken. Neben Serotonin produziert unser Körper mit ihrer Hilfe übrigens auch das Wunder-Vitamin D, das ebenfalls als Stimmungsaufheller gilt. Studien wiesen nach, dass wir bei einer Unterversorgung mit Vitamin D schneller unter gedrückter Stimmung leiden.

3. Die Liebe kommt in Schwung

Die Sonne kann sogar noch mehr: Sie weckt Frühlingsgefühle und öffnet unsere Herzen, als wären sie Knospen. Das Tageslicht steuert nämlich auch die Produktion des Schlafhormons Melatonin, das von der Zirbeldrüse ausgeschüttet wird. Da es im Winter weniger Licht gab, wurden wir mit Melatonin überschwemmt, waren häufiger müde, antriebsärmer, ungeselliger.

Im Frühling jedoch sinkt mit den längeren Tagen der Melatonin-Spiegel wieder - darauf reagiert unsere Hirnanhangdrüse, die Hypophyse, sofort. Sie veranlasst die vermehrte Produktion von Sexualhormonen und die Ausschüttung des Aufputschhormons Cortisol. Wenn wir davon mehr als zehn Milligramm pro Liter im Blut haben, versetzt uns das in Hochstimmung. In Kombination mit Serotonin sind diese Hormone verantwortlich für das, was wir Frühlingsgefühle nennen. Früher konnte man sie sogar anhand der Geburtenzahlen belegen: Bis Anfang des 20. Jahrhunderts wurden rund um den 21. März die meisten Kinder gezeugt. Inzwischen hat sich das geändert, weil auch künstliches Licht und Zentralheizung den Körper beeinflussen. Auf den Frühling aber reagiert er besonders stark.

4. Leichte Küche hat jetzt Saison

Was unseren Organismus jetzt außerdem positiv anspricht, ist gesundes Essen. Zum Glück bringt das Frühjahr endlich wieder Frische auf den Tisch! Heimisches Frühlingsgemüse - etwa Spargel, junger Kohlrabi, Möhrchen und Feldsalat - gilt als besonders frisch und aromatisch und kann unseren Vitaminspeicher wieder auffüllen. Der hat sich im Winter meist ganz schön geleert, weil wir vor allem energiereiche und schwerere Kost zu uns genommen haben. Die brauchen wir jetzt nicht mehr, wichtig sind nun Mineralstoffe und die Vitamine C und E, die das Immunsystem stärken und die Zellerneuerung unterstützen. Neben knackfrischem Gemüse bringen auch Kräuter den Frühling in die Küche: Dill, Schnittlauch, Petersilie oder Kresse kann jeder sogar leicht selbst auf der Fensterbank ziehen und damit zum Beispiel Salate verfeinern. Ab Mitte Mai können wir dann mit den Erdbeeren eine der ersten Obstsorten frisch vom Feld kaufen.

5. Frische Luft macht munter

Nach dem Essen ein kleiner Spaziergang - daran war im eisigen Winter kaum zu denken. Doch jetzt, im Frühling, können wir jeden Schritt in freier Natur umso mehr genießen. Endlich raus aus dem Haus! Mit allen Sinnen spürt man die neue Kraft der Natur und die eigenen Lebensgeister. Denn Frühling an der frischen Luft tut nicht nur der Seele, sondern auch dem Körper richtig gut: Durch Bewegung erhöhen wir die Sauerstoffzufuhr, fördern die Durchblutung, treiben Kreislauf und Stoffwechsel an. Das macht munter.

Außerdem kann man so aktiv der berüchtigten Frühjahrsmüdigkeit entgegenwirken, von der laut Umfragen rund 60 Prozent der Frauen und 54 Prozent der Männer betroffen sind. Sie entsteht, weil mit der zu nehmenden Wärme draußen auch unsere Körpertemperatur steigt. In der Folge weiten sich unsere Blutgefäße, unser Blutdruck sinkt. Das kann schlapp und lustlos machen. Doch mit leichtem Training wie Joggen, Walken oder Fahrradfahren kann man ganz einfach gegensteuern. Es muss auch gar nicht anstrengend sein: Selbst entspannende Übungen wie Yoga oder Qigong lassen uns wieder beweglicher werden. Jetzt kann man sie sogar draußen auf Wiesen, in Parks oder Gärten praktizieren. Zimmerluft haben wir lang genug geatmet.

6. Garten und Balkon gedeihen

Hobbygärtner muss man meist nicht zweimal bitten: Sobald der Frost vorüber ist, zieht es sie sofort hinaus ins Grüne. Statt Schneeschippen und Vögelfüttern ist endlich wieder wahre Tatkraft gefragt. Und so werden emsig Gehölze geschnitten, Beete abgeräumt, Erde gelockert und neue Gewächse angepflanzt. Und das nicht nur, weil im Sommer ein üppiger Prachtgarten blühen soll. In der Erde zu wühlen ist auch eine willkommene Abwechslung zu den Bürotätigkeiten am Schreibtisch: Im Garten oder auf dem Balkon können wir Neues gestalten, Lebendiges pflanzen und dabei zusehen, wie es gedeiht. Darüber hinaus soll Gartenarbeit schon nach 20 Minuten Stresshormone abbauen sowie das Herz-Kreislaufund das Immunsystem stabilisieren. Vor allem für ältere Menschen ist sie deshalb mindestens so gut wie Ausdauersport.

7. Platz für Neues durch Entrümpeln

Ausmisten, aufräumen, aufmöbeln - was im Garten getan werden kann, tut auch den eigenen vier Wänden gut. Einmal im Jahr alle Schränke und Schubladen öffnen und die Dinge wegwerfen, die man nicht mehr braucht, von Grund auf für Ordnung sorgen, auch den dunkelsten Winkel von Staub befreien, das schafft Platz für Neues. Und sauber macht sogar lustig: Hausarbeit bekämpft Niedergeschlagenheit und Stress, fanden britische Wissenschaftler heraus. Außerdem überträgt sich der häusliche Frühjahrsputz oft auch auf die emotionale Ebene. So wie geputzte Fenster neuen Durchblick verschaffen, wirkt Saubermachen reinigend für die Seele. Und Aufräumen kann innere Freiräume schaffen, zum Beispiel, wenn man sich von verstaubten und belastenden Erinnerungen trennt. Diese Grundreinigung ist eine gute Gelegenheit, Gedanken zu ordnen, seine Freunde neu zu sortieren oder tief vergrabene Träume wiederzuentdecken.

Der Frühling schenkt uns jetzt genug Kraft und Lebensfreude, lang gefasste Vorsätze umzusetzen, lang gehegte Wünsche zu verwirklichen, Veränderungen anzupacken. Auf geht's!

Autor: Melanie Schirmann