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Faultier

Foto © www.piqs.de / renelutz , CC (Some rights are reserved.)

Auf den Bäumen sind sie blitzschnell

Faultiere - besser als ihr Ruf

Langschläfer, Asthocker, Langweiler: Faultiere haben ein schlechtes Image. Jetzt räumt der Biologe Bryson Voirin mit allen Vorurteilen auf. Mehr über Faultiere erfährt man auch am Donnerstag, den 4. März, bei: "Nashorn, Zebra & Co. Geschichten aus dem Zoo Hellabrunn: Wie gefährlich sind Faultiere?" (16.10 Uhr, Das Erste).

Ein Faultier fangen? Ist doch einfach, denken die meisten. Irrtum. "Es ist unglaublich nervenaufreibend, überhaupt eines zu finden", sagt Bryson Voirin, Doktorand am Max-Planck-Institut für Ornithologie. In Panama erforscht er das Leben der Baumbewohner - ein zähes Unterfangen: Da sie sich im Zeitlupentempo bewegen und ihr Fell durch Algenbefall grüngrau gefärbt ist, sind Faultiere bestens getarnt. "Es hat drei Wochen gedauert, bis wir das erste fanden." Doch damit nicht genug: "Das langsamste Säugetier der Welt entkommt mir regelmäßig", gesteht Voirin. Um eines zu erwischen, muss der Biologe circa 40 Meter hoch in Baumwipfel klettern. "Faultiere können sich mit etwa einem Meter pro Sekunde von Baum zu Baum bewegen. Bis ich oben bin, sind die längst weg."

Ein hoffnungsloser Fall

Um das zu verhindern, muss Voirin den Fluchtweg der Faultiere möglichst exakt erahnen. Nicht einfach, denn hier herrscht klarer Heimvorteil: "Das Baumkronendach ist ihre Schnellstraße. Faultiere kennen jede Abzweigung, jede Sackgasse." Auf einen verrotteten Ast mit Absturzgefahr würden sie nie klettern. "Sie können riechen, ob das Holz morsch ist", so Voirin. Vorsicht ist stets geboten, denn die knuddeligen Gesellen wissen sich zu verteidigen: "Ihre Krallen sind scharf. Und wenn sie wollen, können sie blitzschnell reagieren. Meine Arme sind voller Narben."

Auf dem Boden jedoch ist das Faultier ein hoffnungsloser Fall: Da es nicht auf allen vieren stehen kann, muss es sich auf ziemlich ungeschickte Art fortbewegen: auf dem Bauch robbend. Kein Wunder, dass es lieber - Bauch nach oben - in den Baumwipfeln hängt und sich das Futter praktisch ins Maul wachsen lässt. Selbst den auffälligen Mittelscheitel trägt das Faultier übrigens auf dem Bauch - damit Regenwasser leichter ablaufen kann.

Lange glaubten Wissenschaftler, dass Faultiere den Großteil ihres Lebens verschlafen: bis zu 20 Stunden pro Tag. Auch falsch! Voirin und seine Kollegen vom Max-Planck-Institut fanden heraus: "In freier Wildbahn schlafen sie viel weniger: nur etwa neun Stunden am Tag."

Autor: Caren Schütt