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Mit Heinz Sielmann wurde die Sendung "Expeditionen ins Tierreich" bekannt.

Mit Tierfilmer Heinz Sielmann wurde die Sendung "Expeditionen ins Tierreich" bekannt. / Foto: © NDR/NDR-Sielmannstiftung / Foto Startseite: © NDR/NDR Naturfilm 2010

50 Jahre

"Expeditionen ins Tierreich"

Tiefer und tiefer führt ein Einheimischer das Filmteam in den Dschungel von Kamerun. Plötzlich erklingt ein unheimliches Heulen aus dem Dickicht. "Psst!", signalisiert der Ureinwohner, lauscht – und grinst. Mit der rechten Hand schiebt er die Farne beiseite wie einen Vorhang. Der Blick öffnet sich. Dann ist, wie auf einer Theaterbühne, einer der seltensten Menschenaffen der Welt zu sehen: der bislang noch niemals gefilmte Cross-River-Gorilla, eine Unterart des Westlichen Flachlandgorillas. Stolz klopft sich Bama, der einheimische Führer, auf die Brust. "Der Gorilla-Flüsterer" wird er in Kamerun genannt – und machte seinem Namen alle Ehre. Dem Team von "Expeditionen ins Tierreich" hat er eine weltweite Sensation beschert. Was zuvor elf
internationalen Drehteams misslang – sie haben es geschafft!

Doch die Entdeckung des fast unbekannten Affen ist nur eine von vielen spektakulären Dokumentationen, für die die legendäre TV-Reihe mit unzähligen Preisen überhäuft wurde. Am 6. März 1960 lief ihre erste Folge: Die Debütsendung von Heinz Sielmann trug den Titel "Das Jahr der Störche". Danach waren er und seine Kollegen, etwa Andreas Kieling und Frans Lanting, rund um den Globus unterwegs.

Wollte man auf einer Weltkarte illustrieren, wo die ARD-Naturexperten auf der Suche nach aufregenden Zwei-, Vier- und Mehrbeinern schon überall waren, würde man viel Zeit brauchen. "Besser wäre es, die wenigen ‚weißen Flecke‘ auf der Erde zu markieren, die mein Mann nicht erforscht hat", sagt Heinz Sielmanns Witwe Inge im Exklusiv-Interview mit HÖRZU. Seit der legendäre Tierfilmer 2006 im Alter von 89 Jahren starb, verwaltet sie sein Erbe: "Mein Mann war ein glühender Optimist", verrät sie. "Er hat immer gesagt, dass wir uns täglich für die Zukunft unseres wunderschönen Planeten engagieren können: So lasse sich sein Zerfall vielleicht nicht stoppen, aber zumindest sehr stark verändern."

Aus Mitteln der Sielmann Stiftung kauft Inge Sielmann sogar riesige Landschaftsareale an, etwa 3600 Hektar in der Döberitzer Heide bei Berlin. Auf dieser Fläche lässt sie rund 5000 andernorts verdrängte Tier- und Pflanzenarten ansiedeln, beispielsweise Seeadler, Ziegenmelker, Fischotter, Sumpfknabenkraut, Lungenenzian, Sonnentau und Astlose Graslilie. Die Pforten dieser wildnisähnlichen Naturschutz- und Naherholungsgebiete öffnet sie für Besucher: "Mein Mann wollte immer, dass wir mit den Menschen zusammen in die Natur gehen und sie nicht ausschließen", so Inge Sielmann.

Autor: Mike Powelz