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Die Brillenversicherung ist laut Stiftung Warentest überflüssig.

Foto © www.piqs.de / schreiberling , CC (Some rights are reserved.)

Von Krankentagesgeld- bis Brillenversicherung

Zusatzversicherungen: Welche sind sinnvoll?

Brillen, Zahnersatz, Chefarztbehandlung im Krankenhaus - private Krankenzusatzversicherungen boomen. Mehr als 21 Millionen Verträge haben Deutschlands Kassenpatienten mittlerweile abgeschlossen, rund die Hälfte davon für Zahnersatz. Die restlichen decken rund ein Dutzend anderer Bereiche ab, die einem teils geläufig, teils exotisch vorkommen. "Eins haben alle Zusatzpolicen gemeinsam", sagt Ulrike Steckkönig von Stiftung Warentest. "Wirklich lebensnotwendig ist keine." Dennoch hält die Expertin der Stiftung Warentest, einige für "sehr empfehlenswert" oder für "sinnvoll". Hier ein Überblick:

1. Versicherung für individuelle Gesundheitsleistungen ("IGEL")

Sie übernimmt Kosten für bestimmte Vorsorgeuntersuchungen, die die Kasse nicht zahlt. Je nach Anbieter können darunter etwa Hauttyp-Bestimmung, große Krebsvorsorge für Männer und Frauen, Schilddrüsen-, Glaukom- und Osteoporose-Vorsorge, HIV-Test oder ein sportmedizinischer Check-up fallen. Ulrike Steckkönigs Fazit: im Einzelfall sinnvoll. Derzeit gibt es allerdings nur wenige Anbieter.

2. Krankenhauszusatzversicherung

Sichert Unterbringung im Ein- oder Zweizimmer statt im Drei- oder Vierbett-Zimmer sowie Behandlung durch den Chefarzt statt durch den diensthabenden Arzt. "Gerade bei einer ernsthaften Erkrankung kann viel davon abhängen, wie schnell man einen Termin im Krankenhaus bekommt und wie viel Zeit sich die Ärzte dann nehmen." Fazit: sinnvoll.

3. Versicherung für Privatabrechnung

Ein Tarif, der vor allem von gesetzlichen Kassen in Kooperation mit privaten Versicherern angeboten wird. Dabei wird man von niedergelassenen Ärzten und Zahnärzten als Privatpatient behandelt, auch kostenmäßig. Die Rechnung wird einem hinterher zugeschickt und dann teilweise von der Kasse, teilweise von der privaten Zusatzversicherung erstattet. Trotzdem können Reste für einen selbst bleiben! "Nur der Arzt profitiert, weil er für die gleiche Leistung mehr Geld erhält", so Steckkönig. Außerdem kann man sich nur von Ärzten mit Kassenzulassung behandeln lassen - nicht von "Spezialisten", die nur "privat" abrechnen. Fazit: überflüssig.

4. Auslandsreisekrankenversicherung

Verunglückt man im Ausland, trägt diese Police die Kosten für den oft sehr teuren "Rücktransport von Verletzten", etwa per Hubschrauber. Weder die "Gesetzliche" noch die meisten "Privaten" zahlen in solchen Fällen - hier besteht also eine echte Lücke. Auch Kosten für ambulante Behandlungen, Medikamente, Operationen und Krankenhausaufenthalte in anderen Ländern werden erstattet. Fazit: ein Muss für alle, die ins Ausland reisen.

5. Brillenversicherung

Zahlt je nach Anbieter alle zwei Jahre Ausgaben für eine neue Brille. Allerdings haftet sie oft auch bei Bruch, Beschädigung oder größerer Sehstärkenveränderung, etwa ab 0,5 Dioptrien aufwärts. Versicherungsexpertin Steckkönig aber rät: Oft rechnet es sich mehr, Geld für solche Notfälle beiseitezulegen und die neue Brille davon selbst zu zahlen. Fazit: überflüssig.

6 Zahn-Zusatzversicherung

Ist zum Verkaufsschlager geworden, seit gesetzliche Kassen für Zahnersatz nur noch niedrige Festzuschüsse zahlen. Fazit: Sinnvoll für alle, die inlays oder Implantate wählen oder andere hochwertige Lösungen. Achtung: Selbst leistungsfähige Tarife, die entsprechend teuer sind, übernehmen den Anteil, den die Kasse nicht zahlt, nie ganz. Eine Selbstbeteiligung bleibt immer.

7. Krankentagegeldversicherung

Vorab schon das Fazit: unentbehrlich für Selbstständige, die keinen Krankengeldanspruch haben! Kann auch für Arbeitnehmer sinnvoll sein, um bei längerer Krankheit die Lücke zwischen Nettoeinkommen und Krankengeld zu schließen. Wer etwa jeden Cent braucht, weil größere Abzahlungen wie ein Baukredit zu leisten sind, sollte darüber nachdenken.

8. Krankenhaustagegeldversicherung

Zahlt pro Tag, den man im Krankenhaus ver bringt, eine vereinbarte Summe. Steckkönigs Fazit: Solche Absicherungen sind überflüssig. Ihr Tipp: Im Zweifel lieber eine Krankentagegeld-Versicherung abschließen (s. Punkt 7). Die zahlt auch, wenn man aus Krankheitsgründen zu Hause bleibt, also nicht nur bei Krankenhausaufenthalten.

Autor: Stefan Vogt