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Milch: Frühzeitig gegen Osteoporose vorbeugen.

Wer frühzeitig ausreichend Kalzium zu sich nimmt senkt sein Risiko, im Alter an Osteoporose zu erkranken. - Foto ©picture alliance / Bildagentur-o

Knochenschwund früh erkennen

Tipps gegen Osteoporose

Sie zählt zu den größten Volkskrankheiten – und zu den heimtückischsten. Denn Osteoporose ist ein stiller Dieb, der über viele Jahre hinweg an den Knochen nagt, sie schleichend aufweicht. Ohne Warnsignale: Viele Patienten erfahren erst durch heftige Schmerzen oder eine Fraktur von ihrer Krankheit. Wirbelkörper, Schenkelhals, Speiche und Oberarmkopf sind besonders häufige Bruchstellen.

Osteoporose: Risikofaktor Lebensstil

Umso wichtiger ist es, sein persönliches Risiko zu kennen, um rechtzeitig vorbeugen zu können. Unser Test (siehe nächste Seite) hilft Ihnen dabei. Gibt es keine besondere familiäre Vorbelastung, tritt die Krankheit meist erst in der zweiten Lebenshälfte auf. Experten schätzen, dass hierzulande jede dritte Frau und jeder fünfte Mann über 50 betroffen sind. Tatsächlich handelt es sich bei Osteoporose um ein Altersleiden, das aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zunehmen wird. Zumal ein gewisser Knochenschwund im Lauf des Lebens unaufhaltbar ist.


Osteoporose: Fünf Tipps für starke Knochen

1. Bewegung
Jeder Schritt zählt: Körperliche Aktivität unterstützt die Kalziumaufnahme in den Knochen. Am besten sind Wandern, Walken, Joggen.
2. Ernährung
Milchprodukte, aber auch Obst, Gemüse, Fisch und Getreide liefern viel knochenstärkendes Kalzium.
3. Sonne
UVB-Strahlen regen den Körper zur Produktion von Vitamin D an, das entscheidend am Knochenstoffwechsel und an der Aufnahme von Kalzium beteiligt ist. Ein tägliches Sonnenbad von 15 Minuten reicht aus.
4. Genussgifte meiden
Nikotin, Alkohol und Koffein sind Knochenräuber, weil sie die Aufnahme wichtiger Aufbaustoffe im Körper hemmen.
5. Nahrungsergänzung
Eine aktuelle Studie zeigt, dass eine Kombination aus Kalzium, Vitamin D und dem Nährstoff Metafolin ("Taxofit Knochen plus", Drogerie) die Aktivität von knochenaufbauenden Zellen um rund 40 Prozent erhöht.


"Mit Mitte 30 sind unsere Knochen am stabilsten", sagt Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopädie-Experte aus München und Präsident der deutschen Wirbelsäulenliga e. V. "Danach bauen sie pro Jahr um ein Prozent ab." Bei Frauen kommt ein weiterer Faktor hinzu: Durch den drastischen Abfall des Östrogenspiegels nach der Menopause verlieren sie zusätzlich bis zu vier Prozent Knochensubstanz pro Jahr. Je früher die Wechseljahre einsetzen, desto größer also das Risiko.

Osteoporose: Risikofaktoren Fehlernährung und Bewegungsmangel

Dennoch ist Osteoporose kein typisches Frauenleiden. "Inzwischen stellen wir immer öfter fest, dass auch Männer betroffen sind", sagt Dr. Schneiderhan. Der ab dem mittleren Lebensalter sinkende Testosteronspiegel erkläre das nur bedingt: "Bei Männern gibt die Hormonveränderung nicht den gleichen Ausschlag wie bei Frauen." Größte Risikofaktoren bei ihnen seien vielmehr Fehlernährung und Bewegungsmangel. So nehmen viele Menschen nicht ausreichend Kalzium und Vitamin D3 zu sich.

Beides aber ist entscheidend für ein starkes Skelett: Kalzium wird in die Knochen eingelagert und härtet sie, Vitamin D3 unterstützt den Einbau des Minerals. Besonders viel Kalzium enthalten Milchprodukte. Vitamin D3 bildet der Körper durch Einwirkung von Sonnenlicht. Menschen mit Laktoseintoleranz und Sonnenallergiker tragen daher ein erhöhtes Osteoporose-Risiko. Auch Genussgifte wie Nikotin oder Alkohol tragen dazu bei, dass der Körper zu wenig Kalzium aufnimmt. Bewegungsmangel wirkt sich ebenfalls ungünstig aus, da der aufbauende Reiz für die Knochen fehlt.

Osteoporose: Frühzeitig Vorbeugen

Wichtig sind vor allem Stoßbelastungen wie beim Laufen. Immobilität dagegen, das zeigen Studien, führt zu einem extrem raschen Abbau von Knochenmasse. Neben Veranlagung und Lebensstil können auch Arzneien den Knochenschwund begünstigen. Gefährdet sind vor allem Patienten, die über längere Zeit Rheumamittel oder Kortison nehmen. Je eher eine Osteoporose erkannt wird, desto erfolgversprechender die Therapie. "Ein frühzeitiges Eingreifen kann den Abbau stoppen, sodass die Knochendichte mittelfristig wieder einen altersgemäßen Zustand aufweist", sagt der Experte.

Eine Knochendichtemessung gibt Aufschluss über das individuelle Frakturrisiko, das wiederum über die weitere Therapie entscheidet. Die Krankenkasse zahlt die Untersuchung allerdings nur, wenn bereits ein Wirbelbruch vorliegt. Ansonsten kostet sie als IGeL-Leistung zwischen 50 und 80 Euro. Die Behandlungsmöglichkeiten der Osteoporose sind heute vielfältig. Als vorbeugende Basistherapie wird zunächst die ausreichende Versorgung mit Kalzium und Vitamin D3 sichergestellt, im Notfall über Nahrungsergänzungspräparate.

Je nach Frakturrisiko kommen zusätzlich Medikamente zum Einsatz. "Dabei unterscheiden wir abbauhemmende von aufbaufördernden Präparaten", erläutert Schneiderhan. Sogenannte Bisphosphonate etwa verringern die Aktivität der Knochenfresszellen, während andere Mittel die knochenaufbauenden Zellen anregen. Liegen bereits schmerzhafte Deformationen durch Wirbeleinbrüche vor, empfiehlt der Münchener Experte eine Kyphoplastie oder Vesselplastie – minimalinvasive Eingriffe, bei denen Knochenzement in die eingesunkenen Wirbelkörper gespritzt wird. Diese beiden Methoden verhelfen den Betroffenen zu neuer Lebensqualität.

Autor: Judith Heisig