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gluecklich schenken

Mit einem Geschenk zeigen wir, dass wir an den anderen denken.
Foto: © picture alliance / Westend61

Schenken und Beschenktwerden

Warum Geschenke wichtig sind

Kerzen flackern, der Baum ist wunderschön geschmückt, unter ihm liegt ein riesiger Berg bunt verpackter Geschenke. Da leuchten nicht nur Kinderaugen. Ob an Heiligabend oder am ersten Feiertag: Die Bescherung ist für die meisten der magische Moment des Fests. Die Vorfreude wächst bereits in den Adventswochen. Warum eigentlich? Weshalb sind Schenken und Beschenktwerden für uns so wichtig?

Geschenke als Zeichen der Zuneigung

Weil wir damit unserem Gegenüber zeigen können, dass wir es gern haben. Und natürlich, weil wir auch vom anderen gemocht werden wollen. "Schenken bedeutet Kommunikation", erklärt der Erlanger Soziologe Dr. Holger Schwaiger, der Sinn und Tradition der Gaben erforscht. Mit einem Geschenk zeigen wir, dass wir an den anderen denken. Wir schenken, um uns näher aneinanderzubinden oder um die vorhandene Beziehung zu festigen. "Wer nichts schenkt, verweigert die Kommunikation", sagt Holger Schwaiger in einem Interview.

Geschenke für friedvolles Miteinander

Wir nennen Weihnachten das Fest der Liebe. Denn im Jahresverlauf gibt es keinen Moment, an dem wir gleichzeitig allen unseren Lieben eindeutiger unsere Zuneigung zeigen als zur Geburt Jesu Christi. Dazu braucht es nicht einmal Worte. Und wie funktioniert diese Kommunikation der Geschenke am besten? Wenn wir uns auf die Persönlichkeit und die Interessen des anderen einstellen und spüren, was ihm wirklich wichtig ist, meint der Experte. Dabei komme es gar nicht auf den Wert des Geschenks an. Das Entscheidende sei die Freude des Beschenkten. Doch passiert dies bei niemandem ganz ohne Hintergedanken. Unabhängig von dem, was wir hergeben, erwarten wir in der Regel auch einen Ausgleich. Das muss nichts Materielles sein, vielmehr zählt die gegenseitige Geste. Wer etwas annimmt, sei es nun Zeit, Geld oder Präsente, der sollte auch etwas zurückgeben. Nur so bleiben die Beziehungen im Gleichgewicht. Psychologen gehen sogar davon aus, dass gegenseitiges Schenken eine wichtige Grundlage für eine friedliche Zivilisation ist. Am Weihnachtsabend sorgt es zumindest meist für friedvolles Miteinander.

Schenken hält gesund

Doch der Austausch von Präsenten stärkt nicht nur die zwischenmenschlichen Beziehungen, er hält auch gesund. Die Hirnforschung konnte zum Beispiel belegen, dass durch Schenken in unserem Gehirn verstärkt Dopamin und Endorphin ausgeschüttet werden. Diese beiden Hormone sorgen dafür, dass wir fitter werden, Stress leichter bewältigen, uns insgesamt glücklicher fühlen. Wenn am 24. Dezember die Kerzen am Weihnachtsbaum brennen und wir alle mit leuchtenden Augen erwartungsvoll auf den Geschenkeberg schauen, können wir uns glücklich schätzen. Denn wir wissen dann, dass wir allen etwas Gutes tun: uns selbst, vor allem aber allen, die wir lieb haben.

Autor: Jan Bockholt