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Thorsten Havener erklaert die Koerpersprache

Thorsten Havener beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit der menschlichen
Körpersprache. - Foto: © dpa

Unterhaltungsshow "Der Körpersprache-Code"

Das Geheimnis der Körpersprache

Blicke deuten, Gesten verstehen: Jeder kann das Abc des Körpers entziffern und einsetzen

Es könnte alles so einfach sein. Beim Rendezvous etwa könnte sie zu ihm sagen: "Tut mir leid, aber nach meinem Empfinden stimmt die Chemie zwischen uns nicht." Dann würde man das Dinner entspannt beenden und wieder auseinandergehen. Aber nein! Stattdessen zieht sie gelegentlich eine Augenbraue hoch, lässt ihre Blicke nach oben wandern, schlängelt ihre Füße um die Stuhlbeine. "Klare Sache: Rückzugsstrategie!", sagt Thorsten Havener. "Wer seine Füße hinter dem Stuhl verbirgt, will den Raum zwischen sich und dem anderen vergrößern." Der Entertainer beschäftigt sich seit fast 30 Jahren mit der menschlichen Körpersprache und hat dazu vier Bücher veröffentlicht. Nun verrät er auch dem Fernsehpublikum zum zweiten Mal, wie er die geheimen Signale unseres Körpers versteht.


TV-Tipp

Sa, 8.11.: "Der Körpersprache-Code" - Unterhaltungsshow mit dem "Körperleser" Thorsten Havener. RTL, 23.00 Uhr


Etwas sagen – ohne zu reden

Für Havener, der seine Karriere als junger Magier begann und danach Angewandte Sprachwissenschaften studierte, redet die Frau mit der Rückzugsstrategie Klartext – was man von ihrem Tischpartner ganz und gar nicht behaupten kann. Der ahnungslose Kavalier legt sich stundenlang unbeirrt ins Zeug, als hätte er eine Chance bei der Dame. Dabei könnte er die Situation mindestens so klar sehen wie Havener. "Wir haben die Körpersprache ja, damit wir unserem Gegenüber Signale senden können – ohne zu sprechen", sagt Havener. Und das ist überhaupt nicht neu.

Botschaft aus der Urzeit

Die Menschen kommunizierten schließlich schon lange bevor sie ein komplexes System aus Lautkombinationen und Grammatik zur Hand hatten. Ehe man sagte: "Verschwinde, ich bin stärker als du", hob man eben seine Arme in die Luft – und die Botschaft war klar. Doch die Zeiten haben sich geändert: Heute entgeht uns oft vieles von dem, was unsere Mitmenschen nonverbal mitteilen. "Dadurch dass wir ständig auf unsere Smartphones starren und E-Mails checken, schauen wir gar nicht mehr hin, was mit dem anderen überhaupt los ist", sagt Havener. Dabei verrät in der Regel gerade das Äußere, was sich im Inneren abspielt – und was wir wirklich meinen.

"Die gesamte Emotionsebene drückt sich unmittelbar über die Körpersprache aus", erklärt Havener. "Je weiter Körperteile vom Kopf entfernt sind, desto mehr verschwinden sie aus unserem Bewusstsein – und desto weniger kontrollieren wir sie." Um sein Gegenüber besser einschätzen zu können, schaut ihm der Experte daher als Erstes auf die Füße. "Über unsere Füße denken wir in der Regel überhaupt nicht nach", weiß der 42-Jährige. "Sie sind praktisch nicht existent."

Stehen zum Beispiel die Füße unseres Gegenübers parallel zueinander und sind uns zugewandt, ist das ein klares Signal dafür, dass es uns seine volle Konzentration schenkt und dem Gespräch mit Interesse folgt. Zeigt dagegen eine Fußspitze woanders hin, gehört uns meist nicht die komplette Aufmerksamkeit. Steht ein Fuß sogar hinter dem anderen und berührt nur mit dem Ballen den Boden, sollten wir unser Gegenüber auch mal zu Wort kommen lassen, denn seine Fußstellung signalisiert Ungeduld. So erweist sich schließlich eine alte Weisheit als richtig: Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte – zumindest wenn er auf die Füße gerichtet ist.

Was Körperhaltung über uns verrät

Nimmt jemand viel Raum ein, oder macht er sich klein? Blickt er von oben herab, oder richtet er die Augen gen Himmel? Legt er selbstsicher seine verletzlichen Stellen offen, oder versucht er, sich zu verbarrikadieren? Die Körperhaltung verrät viel über die Befindlichkeit eines Menschen. Und sie wirkt sich wiederum auf unsere Stimmung aus. Hier ein paar typische Positionen zum Deuten und Ausprobieren.

- Selbstsicher:

Hände in den Hüften und ein breitbeiniger Stand: Wer sich traut, so viel Raum einzunehmen und sich so groß zu machen, der ist mit sich selbst zufrieden. Zumindest wenn er dabei auch noch entspannt lächelt

- Glücklich:

Gespannte Arme, geballte Fäuste, Blick hinauf zu einer höheren Instanz: Man könnte platzen vor Freude und kann sein Glück kaum fassen

- Unterwürfig:

Der Blick geht nach unten, Angriffspunkte sind bedeckt, wenig Raum wird eingenommen

- Dominant:

Gerader Blick, selbstsichere Schrittstellung: Er bestimmt die Grenzen zu seinem Gegenüber

- Arrogant:

Blick von oben herab, viel Raum eingenommen, alle Angriffspunkte offengelegt: Er meint, ihm gehöre die ganze Welt

Autor: Susanne Schumann