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Cluster-Kopfschmerz trifft häufiger Männer als Frauen.

Deutlich seltener als Migräne, dafür aber auch für die Kranken kaum zu ertragen, ist der Cluster- Kopfschmerz. Er trifft häufiger Männer als Frauen. - Foto © picture-alliance / Helga Lade Fo

Kopfschmerz-Schnelltest

Nie wieder Kopfschmerzen

Das größte Problem an Kopfschmerzen ist, dass viele sie gar nicht als echtes Problem erkennen. Das gilt für Ärzte ebenso wie für Patienten. Professor Hartmut Göbel ist Deutschlands bekanntester Kopfschmerzexperte. Er sagt: "Viele gehen entweder gar nicht zum Arzt, oder sie bekommen keine genaue Diagnose." Fakt ist: 72 Prozent aller Deutschen leiden jedes Jahr unter Kopfschmerzen – und in diesem Fall ist "leiden" wortwörtlich gemeint.

Den "normalen" Kopfschmerz nach zu viel Alkohol oder zu wenig Schlaf kennen sogar 99 Prozent. 100.000 Deutsche bleiben wegen Kopfschmerzen Tag für Tag im Bett, sie sind die drittteuerste neurologische Krankheit nach Demenz und Schlaganfall. Prof. Göbel und seine Kollegen setzen sich aufgrund des dringenden Bedarfs daher für einen flächendeckenden Aufbau von spezialisierten Kopfschmerzzentren ein.

Ein Fall für Experten

Heute bestehen bundesweit einige Dutzend dieser Zentren, mit einer erstaunlich guten Erfolgsquote: Bei 85 Prozent der Patienten bringt die meist zweiwöchige stationäre Therapie eine Besserung. Zwar gibt es insgesamt 252 verschiedene Formen, aber 54 Prozent aller Betroffenen haben Spannungs-Kopfschmerzen, 38 Prozent leiden unter Migräne. Deutlich seltener, dafür aber auch für die Kranken kaum zu ertragen, ist der Cluster- Kopfschmerz. Er trifft häufiger Männer als Frauen.

Der Kopfschmerz-Schnelltest auf Seite 2 liefert Ihnen bereits einen Hinweis, an welcher Kopfschmerzart Sie leiden. Wichtig: Wer zu einem Spezialisten geht, sollte schon einige Wochen vorher ein Schmerztagebuch führen, in dem mögliche Auslöser notiert werden. Prof. Göbel rät jedem, der unter wiederkehrenden oder starken Kopfschmerzen leidet, dringend, sich nicht einfach selbst zu "therapieren". "Wer ständig ohne genaue Diagnose zu Tabletten greift, riskiert Kopfschmerzen durch Medikamenten-Übergebrauch, die dann chronisch werden", warnt der Experte.

Diese Form des Schädelbrummens lässt sich häufig nur noch durch einen stationären Aufenthalt therapieren, bei dem dann auch ein Tablettenentzug nötig ist. Damit das nicht passiert, sollte jeder die folgende Regel beherzigen:

1. Nie länger als drei Tage nacheinander und nie mehr als zehn Tage im Monat Pillen schlucken.
2. Ein weiterer Fehler, den man vermeiden sollte: Medikamente zu spät und in zu geringer Dosierung zu nehmen. Bei Acetylsalicylsäure (ASS) und Paracetamol sollte es ein Gramm, also zwei Tabletten sein, bei Ibuprofen 600 Milligramm.

Prof. Göbel setzt aber auch auf klassische Hausmittel. Nebenwirkungen wie bei synthetischen Arzneimitteln, etwa Magenprobleme, kommen bei ihnen so gut wie nie vor, der Tablettenkonsum lässt sich durch sie verringern – und Wirkung zeigen sie auch.

Klassiker für den Kopf: Körnerkissen, Magnesium und Pfefferminzöl

Die drei Favoriten des Kopfschmerzexperten: Körnerkissen, Magnesium und Pfefferminzöl. Ein warmes, mit Getreide oder Kirschkernen gefülltes Körnerkissen, das in den Nacken gelegt wird, entspannt die Muskulatur und vertreibt dadurch das Kopfweh. Magnesium wirkt immer dann, wenn ein Mangel des Minerals vorliegt. "Der Mangel sorgt für eine Übererregbarkeit, die Kopfschmerzen verursachen oder verschlimmern kann", sagt Göbel. "Und falsch machen kann man mit Magnesium nichts."

Pfefferminzöl hat in zahlreichen Studien bewiesen, dass es tatsächlich wirkt. Bei einer aktuellen Untersuchung an einer besonders empfindlichen Patientengruppe, Kindern zwischen drei und dreizehn Jahren, zeigte die Behandlung mit dem Wirkstoff der Arzneiminze bei 80 Prozent eine gute oder sehr gute Wirkung. Das Öl (z. B. "Euminz" aus der Apotheke) wird auf die Schläfen, die Stirn oder den Nacken aufgetragen. Prof. Göbel: "Dadurch wird die Durchblultung verbessert, und Schmerzabwehrstoffe werden aktiviert." Bewiesen ist dieser Effekt allerdings nur bei zehnprozentigem Pfefferminzöl. "Es dringt in die Haut ein und wirkt dadurch auf die Nerven und die Blutgefäße", erklärt Prof. Göbel. Hilft das gar nicht, ist es Zeit, über einen Arztbesuch nachzudenken.

Autor: Esther Langmaack