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Bei starken Kopfschmerzen helfen verschreibungspflichtige Triptane.

Bei starken Kopfschmerzen helfen verschreibungspflichtige Triptane. - Foto © picture alliance / dpa Themendienst

Endlich schmerzfrei!

Neueste Erkenntnisse über Kopfschmerzen

Es hämmert, bohrt, zieht oder drückt im Schädel - wenn der Kopf wehtut. Fast 70 Prozent der Deutschen kennen das, denn so viele Bundesbürger werden zeitweise von Kopfweh heimgesucht. Die meisten halten es für eine Bagatellerkrankung, die den Gang zum Arzt nicht lohnt. Einige sitzen das Alltagsleiden einfach aus, andere greifen regelmäßig zu Tabletten. "Doch falsch oder gar nicht behandelte Kopfschmerzen können chronisch werden", sagt Prof. Hartmut Göbel, Ärztlicher Direktor der Schmerzklinik Kiel.


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Kopfschmerzen ernst nehmen

Der Neurologe rät Betroffenen daher, ihre Beschwerden immer ernst zu nehmen. "Besteht durch die Kopfschmerzen ein Leidensdruck oder nehmen sie an Häufigkeit und Intensität zu, sollte man seinen Hausarzt aufsuchen.“ Voraussetzung für eine erfolgreiche Therapie ist die Bestimmung des jeweiligen Schmerztyps. Experten kennen mehr als 200 Arten von Kopfschmerz, die unterschiedlichste Ursachen haben und entsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen. Drei von ihnen sind besonders häufig und betreffen den größten Teil der Patienten (siehe Seite 2).

Der Spannungs-Kopfschmerz ist am weitesten verbreitet

Mit Abstand am weitesten verbreitet ist der Spannungs-Kopfschmerz. Jede dritte Frau und jeder fünfte Mann kennt die dumpfdrückende Pein, die gern in Stress- oder Konfliktsituationen auftritt. Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure (ASS), Ibuprofen oder Paracetamol bringen im Akutfall oft Linderung. Doch Vorsicht: Die Mittel nie länger als drei Tage hintereinander und höchstens zehn Tage pro Monat einnehmen! "Gewöhnt sich der Körper an die Mittel, verschlimmern sich die Beschwerden bis hin zum Dauerkopfschmerz", warnt Schmerztherapeut Göbel.

Eine individuell maßgeschneiderte Therapie empfiehlt sich für Migräne-Patienten. Etwa zehn Millionen Menschen, in der Mehrzahl Frauen, leiden hierzulande unter den quälenden Attacken. "Die vorbeugende Therapie sollte immer ganzheitlich ansetzen", empfiehlt Prof. Göbel. Neben einer medikamentösen Behandlung mit Magnesium, Beta-Blockern oder Antidepressiva kann auch Sport, Akupunktur oder Entspannungstraining die Häufigkeit der Anfälle verringern. Bei akuten Attacken helfen Mittel gegen Übelkeit sowie herkömmliche Schmerztabletten, in schweren Fällen verschreibungspflichtige Triptane.

Vor einer erfolgreichen Therapie steht immer die richtige Diagnose

Unter die Haut gespritzt sind diese auch beim Cluster-Kopfschmerz wirksam – einer extrem peinigenden Schmerzform, die vor allem Männer trifft und entzündliche Ursachen hat. Gute Erfolge erzielen Mediziner außerdem mit reinem Sauerstoff zum Inhalieren oder einem Lokalanästhetikum, das in die Nase gesprüht wird. Zur Vorbeugung haben sich Kalzium-Hemmer bewährt.

Doch vor einer erfolgreichen Therapie steht immer die richtige Diagnose. "Mit einigen gezielten Fragen kann man die jeweilige Kopfschmerzart herausfinden", sagt Prof. Göbel. Der Experte hat einen Schnelltest entwickelt (siehe weiter unten), der es auch Laien erlaubt, ihre Beschwerden einzuordnen. Allerdings sind auch Mischformen möglich. "Ein Mensch hat nicht nur den einen Kopfschmerz", sagt Göbel. "Oft überlagern sich die verschiedenen Arten, treten parallel oder nacheinander auf." Ist das der Fall, sollte man sich direkt an einen Schmerztherapeuten wenden (Infos: www.schmerzklinik.de).

Autor: Judith Heisig