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Die besten Übungen für das Gehirn

Foto: www.piqs.de / Fotograf: darwin Bell, CC (Some rights are reserved.)

Die Gehirnleistung steigern

Dopamin

Hier ist alles nur eng, abgenutzt, überfüllt und vollgestellt. Gänge und Flure haben die besten Zeiten schon lange hinter sich, ebenso die Labors, die mit Apparaturen, Kühlschränken und Aktenschränken vollgestopft sind. Dazwischen wuseln Forscher aus Holland, den USA, Japan und Deutschland. Eine internationale Schar exzellenter Wissenschaftler, die sich die wenigen verbliebenen freien Quadratmeter teilen, um Spitzenforschung zu betreiben. Wir sind am Leibniz­Institut für Neurobiologie in Magdeburg, einer Institution, die bereits zu DDR­-Zeiten gegründet wurde und deren Arbeit heute vergleichbar ist mit den Einrichtungen der Max-Planck-­Gesellschaft. Inzwischen gilt das Institut in Magdeburg als einer der Leuchttürme der deutschen Wissenschaft in Sachen Gehirnforschung.

Der Mann, der das alles aufgebaut und vorangetrieben hat, sitzt in einem kleinen, unscheinbaren Büro: Prof. Henning Scheich, international einer der führenden Experten, wenn es um das Gehirn im Allgemeinen und das Lernen im Besonderen geht. Im nächsten Jahr ziehen er und seine Wissenschaftler endlich in den 35 Millionen Euro teuren Neubau gleich nebenan. Mehr Platz, mehr Labors, mehr Forschung und vor allem "keine Mängelverwaltung mehr", sagt Scheich. Sein Team, inzwischen auf 150 Forscher angewachsen, hat das sogenannte "dopaminerge System" entschlüsselt und dessen vielfältige Wirkungen nachgewiesen. "Dopamin ist ein Neurotransmitter, der für den Informationsaustausch zwischen den Nervenzellen verantwortlich ist", erklärt Scheich. Je mehr Dopamin im Blut zirkuliert, so der wissenschaftliche Direktor des Instituts, desto leichter und schneller lassen sich selbst komplizierte Lernprozesse absolvieren. Viele internationale Studien zeigen, dass auch Gedächtnisleistungen – bis hin zu motorischen Fertigkeiten – zunehmen, weil Befehle an die Muskulatur präziser weitergegeben werden. Dopamin steuert damit in vielfältiger Weise unsere mentale Leistungsfähigkeit.

Ganz besonders profitiert von solchen "Dopamin-Duschen" (Scheich) eine Region im Gehirn, die Experten als "Präfrontalen Cortex" bezeichnen und die als Zentrum für bewusste Informationsverarbeitung gilt. Dort befindet sich das Arbeitsgedächtnis, auch Arbeitsspeicher genannt. Wer lebenslang lernt, verbessert die Funktionsfähigkeit dieses Speichers. Diese Erkenntnis wird durch Untersuchungen des US-Hirnforschers Fred Gage vom Salk Institute for Biological Studies in San Diego bestätigt. Im Tierversuch an Labormäusen widerlegte er die These, dass mit zunehmendem Alter Neuronen absterben, Adern verkalken oder Hirnwindungen schrumpfen. Im Gegenteil: Auch das alternde Gehirn kann sich verjüngen.

Autor: Georg Francken