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Arztuntersuchung

56 Prozent der Deutschen über 18 Jahre leiden mindestens einmal im Jahr unter Schmerzen. - Foto: Adam Berry/Getty Images

Die wichtigsten Untersuchungen

Krebsvorsorge und Co.

Wir wollen alle lang gesund bleiben – und können selbst viel dafür tun. Welche Vorsorge macht Sinn? Die wichtigsten Untersuchungen für Frauen und Männer im Überblick.


Vorsorge: Dafür zahlt die Krankenkasse

Früherkennung und Impfungen retten Leben: Diese Leistungen können Versicherte in Anspruch nehmen.

I. Männer und Frauen

Allgemeine Vorsorge
Ab 35 Jahren alle 2 Jahre Check-up: Der Hausarzt führt eine allgemeine Untersuchung durch, misst den Blutdruck, lässt Blut und Urin untersuchen und bestimmt die Blutzucker- und Cholesterinwerte.
Impfungen
Tetanus: Auffrischung alle 10 Jahre
Diptherie: Auffrischung alle 10 Jahre
Keuchhusten: einmalige Auffrischung
Pneumokokken: ab 60 Jahren
Influenza: jährlich ab 60 Jahren, zudem für Menschen mit Grunderkrankungen sowie medizinisches Personal
Hautcheck
Ab 35 Jahren alle 2 Jahre: Mit einer Lupe sucht der Hautarzt jede Stelle des Körpers nach Anzeichen von weißem und schwarzem Hautkrebs ab.
Darmtest
50. bis 54. Lebensjahr jährlich. Neben einer Beratung führt der Arzt einen Test auf verborgenes Blut im Stuhl durch.
Dickdarmspiegelung
Ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre Untersuchung: Der Gastroenterologe spiegelt den gesamten Dickdarm. Zudem alle zwei Jahre: Test auf verborgenes Blut im Stuhl.
Zähne
Ab 18 Jahren zweimal jährlich: Kontrolle der Zähne und des Zahnfleischs. Bei einem lückenlos geführten Bonusheft steigen die Zuschüsse zum Zahnersatz: Wer jährlich einen Kontrolltermin nachweisen kann, bekommt nach 5 Jahren 10 Prozent, nach 10 Jahren sogar 30 Prozent Zuschuss von der Kasse.

II. Männer

Prostata
Ab dem 45. Lebensjahr jährlich: Inspektion der Geschlechtsorgane, Abtasten der Prostata.

III. Frauen

Gebärmutterhalskrebs
Ab dem 20. Lebensjahr jährlich: gynäkologische Tastuntersuchung mit Abstrich. Ab dem 30. Lebensjahr kommt noch die Abtastung der Brust dazu. Mit Anleitung zur Selbstuntersuchung.
Brustkrebs
Vom 50. bis 69. Lebensjahr alle 2 Jahre Röntgenuntersuchung der weiblichen Brust (Mammografie).
Chlamydien
Bis zum 25. Lebensjahr jährliche Untersuchung auf Chlamydien für sexuell aktive junge Frauen.
Impfungen
Humanes Papillomavirus: für Mädchen (12–17 Jahre), die noch nicht sexuell aktiv sind.


Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser. Dieses bekannte Sprichwort kann auch als Leitmotiv für die eigene Gesundheitsvorsorge dienen. Doch welche Untersuchungen sind sinnvoll, welche überflüssig? Fragen, die selbst Dr. Thomas Nebling, Gesundheitsökonom bei der Techniker Krankenkasse (TK), so pauschal nicht beantworten kann. "Die Krankenkassen finanzieren nur Untersuchungen, deren Nutzen in Studien nachgewiesen wurde. Trotzdem kann Früherkennung durch falsche positive Ergebnisse auch Nachteile mit sich bringen."

Fragwürdige iGeL-Leistungen

Beispiel Mammografie: Bei acht von 1000 Frauen, die zur Brustkrebsvorsorge diese Röntgenuntersuchung machen, deuten die Aufnahmen auf einen Tumor hin. Meist wird dann eine Gewebeprobe entnommen, die sich in etwa 40 Prozent als harmlos erweist – für die betroffenen Frauen in jedem Fall eine enorme psychische Belastung. Lohnt sich der Aufwand?

Darüber streiten die Forscher. "Patienten sollten nüchtern Nutzen und Risiken jedes Früherkennungsangebots abwägen. Dafür rate ich, das Gespräch mit dem Arzt zu suchen", so Dr. Nebling. Das gelte besonders für iGeL-Leistungen (individuelle Gesundheitsleistungen), die der Patient selbst bezahlen muss. Dr. Nebling: "Man sollte genau nachfragen, was man davon hat, die Kosten klären und sich eine Bedenkzeit einräumen. Im Zweifel eine zweite Meinung einholen."

Beste Vorsorge: Ein gesunder Lebensstil

Die Teilnahme an Früherkennungsuntersuchungen schützt zwar nicht vor Krankheiten, kann aber helfen, sie schneller zu entdecken und die Heilungschancen zu erhöhen. Bei familiärer Vorbelastung sollte die Kontrolle engmaschiger ausfallen. Hierfür bieten einige Kassen spezielle Programme an. Dr. Nebling warnt aber davor, Vorsorge wörtlich zu nehmen und sich verrückt machen zu lassen. Er rät, gelassen zu bleiben und einen gesunden Lebensstil zu pflegen. Der TK-Experte: "Ideal ist es, ein gutes Bewusstsein für sich und seinen Körper zu entwickeln. Wenn man lernt, auf sich zu achten, nimmt man auch die Warnsignale eher wahr."

Autor: Elke Polomski