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Kontrolle: Wer große Muttermale hat, sollte zur Hautkrebs-Vorsorge gehen.

Kontrolle: Wer große Muttermale hat, sollte zur Hautkrebs-Vorsorge gehen. - Foto © picture-alliance/ dpa

Früherkennungs-Untersuchungen

Krebs: Sinnvoll vorsorgen

Es gibt wohl kaum ein besseres Argument für Gesundheitsvorsorge als dieses: Brust- und Darmkrebs sind heute zu fast 100 Prozent heilbar – wenn sie früh entdeckt werden, der Tumor also nicht größer ist als einen Zentimeter. Doch anders als bei Früherkennungs-Untersuchungen für diese Krebsarten ist der Nutzen so mancher Gesundheits-Checks umstritten. Viele zählen zudem zu den Individuellen Gesundheitsleistungen (IGeL), die man aus eigener Tasche bezahlen muss. "Hochspezialisierte Untersuchungen braucht man nicht, wenn man weder Symptome hat noch eine familiäre Belastung vorliegt", sagt Prof. Antje Bergmann von der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin (DEGAM).

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Brauche ich diesen Test? Das hilft bei der Entscheidung:

1. Nichts überstürzen! Gerade kostenpflichtige Checks sollte man sich nie ohne Beratung "verkaufen" lassen.
2. Sind Sie anschließend noch unsicher über Nutzen, Fehlerquote, mögliche therapeutische Konsequenzen: Holen Sie eine zweite Meinung ein, etwa von der Krankenkasse oder einer Patientenorganisation.
3. Infos und Beratung über Krebs-Früherkennung gibt es telefonisch bei der Deutschen Krebshilfe: 0228/729 90 95.

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Wer also nicht zu einer Risikogruppe zählt, ist mit den kostenlosen Angeboten aus dem Früherkennungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen ausreichend versorgt. Gut informieren sollte man sich trotzdem: "Besprechen Sie auch bei diesen Untersuchungen Chancen und Risiken mit Ihrem Arzt, und entscheiden Sie dann individuell", rät Dr. Leonhard Hansen, Vorsitzender des Fachausschusses "Krebs-Früherkennung" der Deutschen Krebshilfe. Antje Bergmann warnt allerdings vor einem Missverständnis über Vorsorge-Untersuchungen: "Manche denken, jetzt habe ich alles getan, jetzt lebe ich auch länger. Dabei sind Bewegung, Ernährung und ein gesunder Lebensstil viel wichtiger als so mancher Labortest."

Diese Untersuchungen zahlt die Krankenkasse:

Für alle

Ab 35: Check-Up
Die Untersuchung beim Hausarzt hat vor allem Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Diabetes, Nierenkrankheiten im Blick. Für Prof. Antje Bergmann ist dies deshalb besonders sinnvoll, um sich regelmäßig über die individuellen Risiken beraten zu lassen. Auch bei unauffälligem Ergebnis alle zwei Jahre wiederholen.

Ab 35: Haut
Wird vom Hausarzt oder Dermatologen durchgeführt. Besonders wichtig für Menschen, die große Muttermale haben und oft in der Sonne sind. Alle zwei Jahre.

Ab 50: Darm
Einmal im Jahr Test auf nicht sichtbares Blut im Stuhl. Mit 55 steht eine erste Darmspiegelung auf dem Vorsorge-Plan. Danach alle zehn Jahre.

Für Frauen

Ab 20: Gebärmutterhals
Der Pap-Test wird einmal jährlich zur Früherkennung von Gebärmutterhals-Krebs durchgeführt. Mädchen zwischen 12 und 17 können sich zudem kostenlos gegen krebsauslösende HP-Viren impfen lassen.

Ab 30: Brust
Der Gynäkologe tastet Brust und Lymphknoten an der Achsel nach Veränderungen ab. Die Untersuchung sollte man jedes Jahr wiederholen.

Ab 50: Mammografie
Frauen können bis zum 70. Lebensjahr alle zwei Jahre diesen Check machen lassen. Bei familiärer Risikobelastung wird die Untersuchung auch in jüngeren Jahren empfohlen und dann auch von der Kasse bezahlt. Ultraschall (keine Kassenleistung!) gilt allerdings bei jungen Frauen mit festem Brustgewebe und bei engem Untersuchungsrhythmus als geeigneter.

Für Männer

Ab 45: Prostata
Die Kassen zahlen die Tastuntersuchung einmal jährlich. Aus Sicht der Krebshilfe reicht die Methode nicht aus. Auch Nutzen und Risiken des PSA-Tests (keine Kassenleistung!) sind umstritten. Oft fallen dabei Tumore auf, die unerkannt nicht zu Problemen geführt hätten. Wichtig: Auffälligkeiten sollte man durch andere Verfahren wie Ultraschall, Computertomografie (CT) oder Biopsie überprüfen lassen.

Autor: Maike Petersen