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Hautkrebs

Kontrolle: Wer große Muttermale hat, sollte zur Hautkrebs-Vorsorge gehen.
Foto © picture-alliance/ dpa

Das unterschätzte Risiko

Hautkrebs

Die Haut vergisst nichts! Stundenlange Sonnenbäder, Sonnenbrände und Solariumbesuche - durch UV-Strahlen geschädigte Zellen können nach Jahrzehnten noch entarten.

Mit schlimmen Folgen: "Jährlich erkranken deutschlandweit über 230.000 Menschen an einer Form von Hautkrebs", sagt dazu Prof. Volker Steinkraus, Leiter des Dermatologikums Hamburg.

Mit dem Alter steigt das Hautkrebs-Risiko

"Etwa 90 Prozent der Neuerkrankungen betreffen den weißen Hautkrebs", weiß der Experte. Vor allem bei Senioren steigt die Fallzahl inzwischen drastisch. Das durchschnittliche Erkrankungsalter liegt bei etwa 70 Jahren.

Ursache: "Mit dem Alter erhöht sich das Krebsrisiko. Zudem haben in den vergangenen Jahrzehnten Aktivitäten im Freien sowie die Zahl der Fernreisen zugenommen", so Prof. Volker Steinkraus weiter.

Wie entsteht weißer Hautkrebs?

Der weiße Hautkrebs entsteht durch Entartungen der Oberhautzellen - verursacht durch langjährige UV-Strahlung. Er tritt meist an Körperstellen auf, die besonders viel der Sonne ausgesetzt sind: im Gesicht, auf den Handrücken oder an den Unterschenkeln. Sichtbar wird er entweder in Form von kleinen geröteten Stellen, die rau und mit einer gelblich-weißen, fest haftenden Schuppe versehen sind, oder auch als kleine glasige Knötchen.

Die gute Nachricht: "Weißer Hautkrebs ist fast immer heilbar", sagt Prof. Steinkraus. Er kann durch spezielle Antikrebssalben, die die Entartung der Oberhaut bekämpfen, oder auch durch kleine operative Eingriffe entfernt werden.

Wie entsteht schwarzer Hautkrebs?

Im Vergleich mit dem weißen Hautkrebs ist der schwarze zwar seltener, aber meist aggressiver. "Er entsteht durch entartete Leberflecken, Melanome, die meist bräunlich oder schwarz erscheinen", erklärt der Dermatologe.

Das Tückische: Der Tumor neigt zur Streuung, und es können sich im Körper Tochtergeschwülste (Metastasen) bilden. Beim schwarzen Hautkrebs spielt zudem die genetische Veranlagung eine größere Rolle als beim weißen Hautkrebs. Menschen mit familiärer Vorbelastung sollten deshalb regelmäßige Hautkrebsvorsorgeuntersuchungen bei ihrem Dermatologen wahrnehmen.

Das Risiko einer Erkrankung ist bei hellhäutigen Menschen größer. Bei Menschen mit dunkler Haut kommt schwarzer Hautkrebs fast nie vor. Nach einer operativen Entfernung des Melanoms im Frühstadium sind die Heilungschancen aber auch bei schwarzem Hautkrebs sehr gut.

Früherkennung ist wichtig

Zur Vorbeugung von Hautkrebs sollte man sich mit langer Kleidung und Sonnencreme mit hohem Lichtschutzfaktor - mindestens Faktor 30 - vor der UV-Strahlung schützen. "Außerdem ist eine Früherkennung immens wichtig, da Hautkrebs im Anfangsstadium fast immer heilbar ist", weiß Steinkraus. "Pflicht ist zunächst einmal die regelmäßige Eigenkontrolle der Haut." Das gilt besonders dann, wenn man viele Leberflecken oder angeborene Pigmentmale hat. Hilfreich ist dabei die sogenannte ABCD-Regel.

Die ABCD-Regel - der Schnelltest für Zuhaue

Um einen Leberfleck richtig einzuschätzen, hilft die ABCD-REGEL. Jeder Buchstabe steht für eine Auffälligkeit. Hautärzte empfehlen, den Selbstcheck einmal pro Monat durchzuführen. Allerdings ersetzt der Test niemals die ärztliche Diagnose.

A - Asymmetrie
Der Fleck ist unregelmäßig geformt

B- Begrenzung

Der Fleck hat einen unscharfen, ausgefranst wirkenden Rand

C - Farbe

Der Fleck ist ungleichmäßig gefärbt

D - Durchmesser

Der Durchmesser beträgt mehr als 5 Millimeter

Stellt man an einem Leberfleck mindestens eine von vier Auffälligkeiten fest, sollte man einen Hautarzt aufsuchen.

Hautkrebsscreening

Daneben empfiehlt es sich, regelmäßig zum Hautkrebsscreening zu gehen, bei dem der Arzt ganz gezielt nach Vorstufen und Frühstadien von Hautkrebs sucht. Gesetzliche Krankenkassen übernehmen ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre die Kosten für die Untersuchung. Privatpatienten bekommen das Screening in jedem Alter bezahlt.

Eigentlich fahrlässig: Bisher gehen nur knapp 40 Prozent der gesetzlich Versicherten zur Vorsorge.

Autor: Claudia Brock