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Experte Prof. Dr. Christian Singer.

Die richtige Therapie kann bei einer Krebserkrankung Leben retten. Gemeinsam mit dem Mediziner sollte der Patient ein Therapiekonzept entwickeln. - Foto © picture alliance / Severin Wurni

Krebszentren und Experten zum Herunterladen

Die besten Krebs-Experten

Als der Arzt ihr den Befund mitteilte, brach für Kathrin Maier eine Welt zusammen: Brustkrebs. Zum Glück nur ein kleiner, abgegrenzter Tumor. "Als Standardtherapie empfahl man mir Operation und anschließende Bestrahlung", sagt die 54-jährige Hamburgerin. Sie informierte sich vor Ort über zertifizierte Brustkrebszentren, wählte eines aus und begann mit der Behandlung. Inzwischen arbeitet die Personalmanagerin wieder. Das Schlimmste hat sie überstanden – dank optimaler Betreuung.

Wie ihr geht es immer mehr Tumorpatienten. Die Heilungsquoten steigen. Nicht nur bei Brust-, sondern auch bei anderen Krebsformen, etwa in Darm und Prostata. Ein Grund dafür sind immer früher greifende Vorsorgechecks mit technisch optimierten Diagnoseverfahren. Viele Krebsherde werden heute bereits im Anfangsstadium entdeckt und können somit besser bekämpft werden.

Weiterer Grund: Die Therapien haben sich gewandelt. Dass sich dieses Wissen immer rasanter entwickelt, dafür sind die onkologischen Spitzenkliniken Deutschlands mitverantwortlich (siehe Tabelle hier zum Herunterladen). Derzeit werden elf von ihnen durch die Deutsche Krebshilfe gefördert.

Neben der Krebstherapie liegt der Schwerpunkt der sogenannten Exzellenzzentren auch auf Forschung und Lehre. "Sie alle haben bereits die Versorgung von Tumorpatienten optimiert", lobt Prof. Walter Jonat, Direktor der Universitäts-Frauenklinik Kiel. Zudem gibt es 43 sogenannte onkologische Zentren, in denen verschiedene Krebsvarianten von einem Team aus Ärzten, Wissenschaftlern und Pflegern behandelt werden (siehe Tabelle hier zum Herunterladen).

Um diesen Titel tragen zu dürfen, muss eine Klinik Organkrebszentren für mindestens zwei Tumorvarianten vorweisen können. Erst dann erhält sie das Zertifikat der Deutschen Krebsgesellschaft, das höchsten Standard garantiert. Bei jedem dieser Zentren wird ein ärztlicher Vertreter benannt, der für die Qualität des Teams und dessen Arbeit bürgt.

Die Basis der Versorgung von Tumorpatienten bilden wiederum mehrere Hundert zertifizierte Organkrebszentren, die sich auf die Therapie besonders häufiger Tumoren (etwa in Lunge, Haut, Magen) spezialisiert haben (Standorte und Anschriften im Internet: www.onkozert.de).

Wer dieses Zertifikat erhalten möchte, muss Qualität vorweisen, unter anderem belegen, dass Ärzte eine bestimmte Anzahl von Operationen in diesem Bereich absolviert haben, Studien durchführen und die Therapie in speziellen Tumorkonferenzen mit Ärzten diverser Fachrichtungen besprechen. Kathrin Maier hat erlebt, was solches Expertenwissen bedeuten kann: "Die Teamarbeit und die Erfahrung der Ärzte haben mich gerettet."


So bekommen Sie die optimale Therapie
Sie können als Patient selbst viel dazu beitragen, dass die Behandlung gelingt.

Krebs ist kein Schicksal, dem man hilflos ausgeliefert ist. Man kann es leichter meistern, wenn man als Betroffener Verantwortung ubernimmt. Das sind hilfreiche Ratschläge:

1. Nie allein zum Arzt:
Steht eine mögliche Krebsdiagnose bevor, sollten Sie immer einen Vertrauten zum Gesprach mitnehmen. Wahrend für viele Patienten binnen Sekunden eine Welt zusammenbricht, ist der Begleiter noch eher in der Lage, wichtige Fragen zu stellen.

2. Checklisten fürs Gespräch mit dem Arzt:
Auf der Internetseite der Patientenuniversitat (www.patienten-universitaet.de) finden Sie unter Aktuelles/Infomaterialien Vorschläge, die Ihnen beim Formulieren eigener Fragen helfen.
Tipp: Im Gespräch dann alles Wesentliche notieren.

3. Zweitgutachten:
Liegt bei Ihnen ein onkologischer Befund vor, sollten Sie eine zweite Meinung einholen. Vielleicht hat der erste Pathologe ja einen wichtigen Biomarker nicht getestet. Mit genauerer Diagnose kann auch die Therapie differenzierter und gezielter erfolgen.

4. Fragen zur Therapie:
Der Arzt ist verpflichtet, sein Vorgehen und alle möglichen Risiken mit Ihnen zu besprechen. Fragen Sie grundsätzlich nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben. Gemeinsam mit dem Mediziner sollten Sie dann ein Therapiekonzept entwickeln, das dem Arzt sinnvoll erscheint, aber auch Ihren Wünschen entspricht. Letzteres erhöht Ihre Bereitschaft, die oft anstrengende Therapie mitzutragen - was den Heilungserfolg steigern kann.

Autor: Georg Francken