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Vor dem Trinkgenuss lieber über die Wasserqualität informieren.

Mineralwasser ist das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Großer Trinkwasser-Report

Wasser-Test

Wer schon mal eine Kiste Mineralwasser in den vierten Stock geschleppt hat, weiß, wie komfortabel Leitungswasser ist: Klar, kühl und kostengünstig fließt es in unseren Wohnungen direkt aus dem Hahn. Und wir benutzen es ständig, ganz selbstverständlich – zum Duschen, Waschen, Bügeln, Kochen und natürlich auch zum Trinken. Aber was wissen wir eigentlich über das kostbare Gut? Ist uns bewusst, was alles genau in unserem Leitungswasser enthalten ist? Als pures H2O fließt es schließlich niemals aus der Leitung. Neben der Verbindung aus den beiden Gasen Wasserstoff und Sauerstoff enthält es auch Mineralien wie Kalzium, Magnesium, Carbonat und Hydrogencarbonat. Damit reichert sich das Wasser auf seinem Weg durch die Gesteins- und Erdschichten an.

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Die unterschiedlichsten Wasserarten im Vergleich

Mineralwasser ist das beliebteste alkoholfreie Getränk der Deutschen: 133,1 Liter trinkt jeder im Schnitt pro Jahr. Der klassische Sprudel hat dabei die meisten Fans, gefolgt von Wässern mit wenig Kohlensäure.

Mineralwasser
Das sogenannte natürliche Mineralwasser stammt aus unterirdischen Wasservorkommen. Seine Zusammensetzung darf nicht wesentlich geändert werden.
Tafelwasser
Trink-oder Mineralwasser, dem Zutaten wie Meerwasser, Natursole oder Mineralsalze zugefügt sind. Es darf überall gemixt und abgefüllt werden.
Heilwasser
Hier liegen die enthaltenen Mineralstoffe meist in hohen Konzentrationen vor und müssen heilende oder vorbeugende Wirkung haben.
Leitungswasser
Grund-oder Oberflächenwasser, das aufbereitet, z. B. enteisent wird. Es gelten die Bestimmungen der Trinkwasserverordnung.

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Je nach Zusammensetzung der Mineralstoffe kann sich Wasser aus verschiedenen Regionen dabei sowohl inhaltlich als auch geschmacklich unterscheiden. So hat beispielsweise Trinkwasser aus sehr kalkhaltgen Regionen wie etwa Berlin sogar einen höheren Kalzium-Gehalt als ein durchschnittliches Mineralwasser aus der Flasche. Auch in puncto Sauberkeit hat das deutsche Trinkwasser einen guten Ruf: Laut Umweltbundesamt ist es das am besten kontrollierte Lebensmittel in Deutschland. Alle gesetzlichen Grenzwerte für gesundheitsschädliche Stoffe werden nach Angaben des Amts zu mehr als 99 Prozent eingehalten. Selbst unabhängige Experten sind voll des Lobes. "Wir haben hohe gesetzliche Anforderungen in Deutschland, die grundsätzlich für eine gute Qualität des Wassers sorgen", sagt Prof. Martin Exner, Direktor des Instituts für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn und Vorsitzender der Trinkwasserkommission.

Dennoch gibt es stellenweise Einschränkungen. So kritisiert die Verbraucherorganisation "Foodwatch" die teilweise erhöhte Belastung mit Uran: Nach ihren Messdaten gaben 13 Wasserwerke in den Bundesländern Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt Trinkwasser mit über zehn Mikrogramm Uran pro Liter ab. Denn wo das giftige Schwermetall in Erde und Gestein vorkommt, nimmt durchfließendes Wasser Teile davon auf. Bislang gibt es noch kein Gesetz, das einen Grenzwert für die Uranbelastung des Trinkwassers festlegt. Zehn Mikrogramm pro Liter werden zwar als Obergrenze angepeilt, doch die Entscheidung darüber wurde auf den Herbst vertagt. "Die Bundesregierung verletzt in fahrlässiger Weise ihre Fürsorgepflicht für die Gesundheit der Bürger", so Foodwatch-Sprecher Martin Rücker.

Dabei könnte das Wasser ganz leicht mithilfe sogenannter Ionenaustauscher vom Uran gereinigt werden. Aufbereitet wird es ja sowieso: Filtration entfernt Partikel und Schadanschliestoffe, Belüfter blasen Kohlenstoffdioxid aus dem Wasser, oft wird es zusätzlich auch enthärtet, enteisent oder entsäuert. Diese Reinigung ist besonders für Oberflächenwasser aus Flüssen oder Seen wichtig, weil es im Rohzustand meist verschmutzter ist als das in Brunnen geförderte Grund-oder Quellwasser. Rund 67 Prozent des deutschen Trinkwassers stammen aus Grundwasser: Städte wie Berlin, Hamburg oder Hannover nutzen es fast ausschließlich. 25 Prozent kommen aus Talsperren, Seen und Flüssen. So bezieht beispielsweise Stuttgart knapp die Hälfte seines Wassers per Fernleitung aus dem Donauried, nur acht Prozent sind Quellwasser. Der Rest wird aus dem Bodensee transportiert.

Autor: Melanie Schirmann