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Kümmeltee hilft bei Blähungen.

Gegen Blähungen: Kümmel als Tee zu den Mahlzeiten trinken oder die Samen pur kauen. - Foto © picture alliance / Arco Images G

Fünf schnelle Tipps

Probleme mit der Verdauung

Krämpfe, Durchfall, Blähungen, Völlegefühl, Verstopfung – Probleme mit der Verdauung hat fast jeder mal. Sei es nach reichlichem Essen, auf Reisen oder durch Stress. Doch mehr als 14 Millionen Deutsche leiden ständig darunter. Die Beschwerden treten im Wechsel oder parallel auf, ohne dass eine organische Ursache vorliegt. Experten sprechen dann von einem Reizdarmsyndrom, einer Funktionsstörung des gastroenterologischen Nervensystems.


Beschwerden mit dem Darm: Fünf Tipps für eine gesunde Verdauung

Stress, Hektik & Ernährungsfehler schlagen auf den Bauch. Was dagegen hilft:

1. Eine vollwertige Ernährung mit hohem Ballaststoff-Anteil – etwa Schwarzbrot. Joghurt, Kefir und Molke liefern wichtige Milchsäurebakterien.
2. Wasser bringt den Darm in Schwung! Zu wenig Flüssigkeit ist eine der häufigsten Ursachen für Verstopfung.
3. Trägheit macht auch den Darm träge. Wer sich dagegen regelmäßig bewegt, joggt, walkt oder radelt, hält seine Verdauung auf Trab.
4. Massage beruhigt: Im Uhrzeigersinn sanft über den Unterbauch streichen – das unterstützt die Darmbewegungen.
5. Gegen Blähungen ist ein Kraut gewachsen: Kümmel! Als Tee zu den Mahlzeiten trinken oder die Samen pur kauen.


Denn der Bauch hat buchstäblich seinen eigenen Kopf: In dem sieben Meter langen Schlauchsystem unseres Verdauungstrakts befinden sich über 100 Millionen Nervenzellen – eine Art Bauchhirn, das unabhängig vom Gehirn agiert. Bei vielen ist dieses Bauchhirn besonders sensibel, reagiert auf manche Einflüsse mit Verdauungsstörungen. "Vor der Diagnose Reizdarm muss man jedoch andere Ursachen ausschließen", sagt Prof. Andreas de Weerth, Chefarzt der Inneren Medizin am Diakonieklinikum in Hamburg. "Neben klassischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn gehören dazu Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die ähnliche Symptome verursachen."

Verbreitet ist zum Beispiel die Laktose-Intoleranz, eine Unverträglichkeit von Milchzucker (Laktose), an der jeder siebte Deutsche leidet. Den Betroffenen mangelt es am Enzym Laktase, das die Laktose im Dünndarm aufspaltet. Als Folge entwickeln sie nach dem Verzehr von Milchprodukten Krämpfe, Blähungen, Durchfälle. Das Leiden tritt oft nach dem 40. Lebensjahr auf, da die Aktivität des Enzyms mit dem Alter abnimmt. Wer den dreistündigen Atemtest zur Diagnosestellung scheut, muss nur wenige Tage auf Milchprodukte verzichten. Klingen die Beschwerden dann ab, ist eine Laktose-Intoleranz wahrscheinlich.

Noch häufiger, aber weniger bekannt ist die Fruktose-Malabsorption. Betroffene können Fruchtzucker nur in begrenzter Menge verarbeiten. "Die Ursache liegt oft im Mangel eines Proteins, das Fruktose in die Dünndarmzellen transportiert", erläutert Gastroenterologe de Weerth. "Jeder Dritte ist vermutlich betroffen." Wie viel Fruchtzucker noch vertragen wird, variiert stark – mit ein Grund, warum die Hälfte der Patienten keine Symptome zeigt. Die Diagnose erfolgt auch über einen Atemtest. Betroffene können ihre Fruktose-Toleranz steigern, indem sie zugleich Glukose in Form von Traubenzucker zuführen.

Bauchschmerz-Tagebuch: Hilfe beim Aufspüren eventueller Unverträglichkeiten

Massive Probleme bereitet meist die Sprue, eine Unverträglichkeit des Getreideeiweißes Gluten. "Sie ist die häufigste genetisch vererbte Darmerkrankung, wird aber noch zu selten erkannt", so de Weerth. Etwa einer von 300 Deutschen leidet daran. Typisch sind chronische Durchfälle, die oft erst im jugendlichen Erwachsenenalter auftreten und zu Gewichtsverlust und Mangelerscheinungen führen können. In 90 Prozent der Fälle schafft eine Gluten-freie Ernährung Abhilfe.

Obwohl sich hinter Reizdarmbeschwerden oft eine Unverträglichkeit verbirgt, kann auch beides zusammen auftreten. "Wichtig ist vor allem, den Patienten ernst zu nehmen und ihn gründlich zu untersuchen", so de Weerth. Viel zu oft würden die Probleme als psychisch bedingt abgetan. Zur Linderung der Symptome empfiehlt er krampflösende Mittel mit dem Wirkstoff Butylscopolamin ("Buscopan", Apotheke), dessen Wirkung in vielen Studien nachgewiesen wurde. Außerdem sollten Betroffene ein Bauchschmerz-Tagebuch führen: Das hilft beim Aufspüren eventueller Unverträglichkeiten und zeigt, welche anderen Auslöser auf den Bauch schlagen.


So funktioniert unser Verdauungssystem:
Die im Mund zerkleinerte Nahrung gelangt über die Speiseröhre in den Magen, wo sie angedaut und zerlegt wird. Anschließend passiert der Brei den Dünndarm, wo die meisten Nährstoffmoleküle ins Blut übertreten und zur Leber geleitet werden. Unverdauliche Nahrungsreste landen im Dickdarm. Hier werden sie durch Wasserentzug verdichtet, zum Mastdarm weitergeleitet und schließlich ausgeschieden.

Autor: Judith Heisig