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Der hellblau blühende Lein wird oft auch Flachs genannt.

Der hellblau blühende Lein wird oft auch Flachs genannt. / Foto: © picture alliance/WILDLIFE

Das gesunde Speiseöl

Lebenselixier Leinöl

Es riecht ganz leicht nach Heu und hat ein herbes, nussiges Aroma: Der Geschmack von frischem Leinöl passt wunderbar zu Quark, macht sich gut im Müsli oder verfeinert knackige Salate. Trotzdem wird das Speiseöl neben den zahlreichen Alternativen von den meisten Menschen wenig beachtet – wahrscheinlich, weil kaum jemand weiß, wie gesund Leinöl ist.

Leinöl ist noch besser als Seefisch

Es ist vor allem der besonders hohe Gehalt an gesundheitsfördernden Omega-3-Fettsäuren, der Leinöl und Leinsamen so wertvoll macht. Da die Fettsäuren vom Körper nicht selbst hergestellt werden können, ist es wichtig, sie mit der Nahrung aufzunehmen. Die US-Lebensmittelbehörde empfiehlt 0,5 Gramm Omega-3-Fettsäuren am Tag – deutsche Männer nehmen allerdings nur 0,25 Gramm, Frauen sogar nur 0,15 Gramm zu sich.

Da kommt das Leinöl gerade recht: Es enthält mehr Omega-3-Fette als jedes andere Öl: Auf 100 Gramm Öl kommen bis zu 55 Gramm Fettsäuren. Da können selbst Seefische wie etwa Hering oder Makrele nicht mithalten.

Zusätzlich enthält Lein hormonartige Stoffe, sogenannte Lignane, und sekundäre Pflanzenstoffe, die unsere Gesundheit fördern. "Eine tägliche Dosis von einem Teelöffel, wenigen Gramm Leinöl also, hat ein relativ breites Spektrum an Wirkungen", schreibt Hans-Ulrich Grimm in seinem Buch ''Leinöl macht glücklich''.

Dazu gehört zum Beispiel eine verbesserte Elastizität der Blutgefäße, sodass ein Absinken des Blutdrucks möglich ist. Leinsamen können auch die Aktivität der Blutplättchen beeinflussen und so der Entstehung von Arterienverkalkung vorbeugen. Laut Studien liegt die günstigste Dosis dafür bei 30 Gramm täglich. Außerdem kann Lein die Cholesterinwerte verbessern, Entzündungsreaktionen im Körper mildern und bei Krebserkrankungen sogar das Tumorwachstum hemmen.

Zu guter Letzt profitiert auch die Psyche: Mehrere Psychologie-Studien haben bereits nachgewiesen, dass Leinöl seelische Leiden wie Depressionen oder Ängste lindern kann. Nur der Einsatz als erfolgreiches Anti-Aging-Mittel ist bislang nicht durch wissenschaftliche Erkenntnisse bestätigt worden.

Auf Haltbarkeit des Leinöls achten

Warum aber fristet Leinöl trotz all seiner gesundheitlichen Vorzüge ein solches Schattendasein? Ein Grund ist sicherlich die geringe Haltbarkeit: Weil das Öl empfindlich ist und bereits nach rund drei Monaten verdirbt, kommt es für die industrielle Weiterverarbeitung nicht infrage. Außerdem steht es bei vielen Menschen in dem Ruf, Übelkeit zu verursachen – was normalerweise nur dann passiert, wenn es durch die Oxidation der Fettsäuren ranzig geworden ist. Das erkennt man leicht am unangenehmen Geruch. Ansonsten ist eine Beeinträchtigung der Gesundheit eigentlich nur bei einer zu hohen Dosis möglich, die man mit mehr als 100 Gramm Leinsamen pro Tag erreicht hätte.

Wichtig ist weiterhin, Leinöl nicht zum Kochen oder Braten zu verwenden, da es nicht erhitzt werden sollte. Man kann es allenfalls nachträglich zu erwärmten Gerichten hinzufügen. Sicher nur ein kleiner Wermutstropfen, bedenkt man auf der anderen Seite all die guten Einflüsse von Leinöl und -samen.

Um die positiven Eigenschaften des Leins voll auskosten zu können, sollte man beim Kauf der Produkte unbedingt auf gute Qualität achten. Empfehlenswert ist kalt gepresstes Öl aus biologischem Anbau, das Schadstofffreiheit garantiert. Und weil Öle mit hohem Omega-3-Anteil besonders licht- und hitzeempfindlich sind, sollten sie gut verschlossen, kühl und sonnengeschützt gelagert werden. Basisrezept für Einsteiger: auf 175 Gramm Quark einen Esslöffel Leinöl. Guten Appetit!

Autor: Melanie Schirmann