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Der Granatapfel ist ein richtiges Mulittalent in Sachen Gesundheit.

Der Granataspfel ist ein richtiges Mulittalent in Sachen Gesundheit. / Foto © iStock, Ernesto

Granatapfel-Tipps & Rezepte

Granatapfel – Gesundheit zum Essen

Gegen Entzündungen und Krebs, für die Schönheit: Im Granatapfel stecken eine Menge Antioxidantien. Und die können unsere Gesundheit auf vielfältige Weise schützen. Außerdem schmecken die Kerne aussprochen lecker – und das entschädigt fürs etwas komplizierte Verfahren, sie aus der Frucht zu lösen. Wir haben alle Infos zur gesunden Wirkung des Granatapfels und ein paar leckere Rezepte!

Purpurrot und mit vielen Kernen – so lautet der kurze Steckbrief des Granatapfels und das bedeutet auch sein Name: Er setzt sich zusammen aus dem lateinischen puniceus (purpurrot) und granatum (mit vielen Kernen). Paradiesapfel, Liebesapfel oder Speise der Götter – kaum eine andere Frucht hat so viele klangvolle Bezeichnungen wie der Granatapfel.

Granatapfel ist kein Apfel

Seit rund 5.000 Jahren sollen Menschen den Granatapfel bereits für Gesundheit und Genuss, zu Heilzwecken und als Aphrodisiakum nutzen. Vermutlich stammt der Granatapfel ursprünglich aus Asien, wurde dann jedoch auch im gesamten Mittelmeerraum angepflanzt.

Die Früchte des Granatapfelbaums sehen ähnlich wie Äpfel aus – rot und rund mit einem Durchmesser von bis zu 15 Zentimetern. Botanisch gesehen handelt es sich beim Granatapfel allerdings nicht um einen Apfel, sondern eigentlich um eine Beere.

Granatapfel – das Beste ist die saftige Hülle um die Kerne

Geerntet werden Granatäpfel zwischen September und Dezember. Sie haben eine unnachgiebige Schale und weißes Fruchtfleisch, in dem eine Vielzahl von Kernen (Samen) wächst. Schale und weißes Fruchtfleisch schmecken bitter und sind ungenießbar.

Jeder Kern ist mit einem durchscheinenden Samenmantel umgeben, der Saft enthält. Dieser Saft hat ein säuerlich fruchtiges, herbes bis süßes Aroma. Die weichen Kerne kann man mitessen. Wenn die Kerne schon hart sind, sollten Sie sie besser ausspucken.

Achtung: Die Membran der Samenhülle ist zart und reißt schnell ein. Der austretende Granatapfelsaft hinterlässt intensive, rote Flecken – so wie übrigens auch andere Teile, etwa Schale, Rinde und Wurzel. Sie wurden früher zum Färben von Leder und Stoffen verwendet. Beim Öffnen eines Granatapfels sollten Sie deshalb am besten Küchenpapier unterlegen oder über einer Schüssel arbeiten.

Granatapfelsaft selber machen

Wegen der harten Schale ist es nicht einfach, an die fruchtigen Kerne zu kommen. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Kerne aus dem Granatapfel zu lösen, zu essen oder – einfacher noch – zu trinken:

Halbieren Sie den Granatapfel und pressen Sie die Hälften wie eine Orange auf einer Zitruspresse aus, am besten mit Hilfe einer Hebelpresse. So gewinnen Sie den tief roten Granatapfelsaft.

Granatapfel einfach entkernen

Um einen Granatapfel zu essen, gibt es mehrere Methoden:

• Die Frucht halbieren und die Kerne mit einem Löffel herausnehmen.

• Den Granatapfel auf einem Brett fest rollen und etwas kneten, danach halbieren. Mit der offenen Seite über einen Teller halten und von hinten fest auf den Granatapfel klopfen (Klopf-Methode). Dann fallen die Samen von selbst heraus.

• Granatapfel richtig aufschneiden: Entfernen Sie zuerst mit einem scharfen Messer kegelförmig die kleine "Krone" (Blüte). Schneiden Sie von dieser Kuhle aus vier Segmente von oben nach unten in die Granatapfelschale. Entfernen Sie nun auch den Sockel der Frucht. Jetzt ist es ganz einfach, den Granatapfel in vier Teile zu brechen und die Kerne mit den roten Samenmänteln herauszunehmen.

• Eine Kombination der Klopf- und Aufschneidmethode zeigt Youtuberin Natshas Kitchen in diesem Video:

• Besonders einfach und ohne viel färbenden Saft zu verspritzen lässt sich der Granatapfel im Wasser öffnen. Dazu den Granatapfel halbieren, die Hälften in eine Schüssel Wasser legen und aufbrechen. Nun können Sie die Kerne im Wasser unkompliziert vom Fruchtfleisch lösen, ohne die zarte Membran zu verletzen. Die schweren Kerne sinken zu Boden, das leichte Fruchtfleisch und die anderen Teile des Granatapfels schwimmen oben.

Granatapfel – Steckbrief der Inhaltsstoffe

Frischer Granatapfel (Kerne mit Fruchthülle) enthält folgende Nährwerte pro 100 Gramm:

• knapp 80 Kalorien
• knapp 80 Gramm Wasser
• 16 Gramm Kohlenhydrate
• 2,2 Gramm Ballaststoffe
• 1 Gramm Eiweiß
• 1 Gramm Fett

Außerdem liefert Granatapfel

• B-Vitamine,
• Vitamin C,
• Kalium,
• Kalzium,
• Eisen und
• Magnesium.

Granatapfel enthält wertvolle Antioxidantien

Antioxidantien sind sekundäre Pflanzenstoffe, in erster Linie handelt es sich um Farbstoffe und Gerbsäuren. Zu den sekundären Pflanzenstoffen gehören zum Beispiel Flavonoide und Polyphenole, von denen der Granatapfelsaft große Mengen enthält. Diese Antioxidantien schützen Zellen und Gefäße vor Entzündungen und vorzeitigem Altern, indem sie freie Radikale im Körper unschädlich machen.

Freie Radikale sind aggressive Sauerstoffmoleküle, die im Körper bei Stoffwechselprozessen natürlicherweise entstehen. Zusätzlich fördern eine Reihe von äußeren Faktoren ihre Bildung:

• Rauchen
• Alkoholkonsum
• UV-Strahlung
• Umweltgifte wie Partikel im Feinstaub
• Ozon

Freie Radikale sind gefährlich, weil sie Entzündungen und Krankheiten fördern, etwa Arteriosklerose, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Alzheimer, Diabetes und Krebs.

Granatapfel gegen Brustkrebs und Prostatakrebs

Vor allem im Zusammenhang mit Krebs hat Granatapfel mit seiner hohen Menge an Polyphenolen an Bedeutung gewonnen. Verschiedene Studien zeigen, dass Bestandteile des Granatapfels gegen Brustkrebszellen wirken. Auch bei Prostatakrebs könnte eine Kur mit Granatapfelsaft sinnvoll sein, um die Standardbehandlungen zu unterstützen. Granatapfel könnte sich auch zur Vorbeugung von Prostatakrebs eignen, weil er den PSA-Wert sinken lässt. Dazu liefern weitere Untersuchungen Hinweise.

Die im Zusammenhang mit Krebs interessanten Inhaltsstoffe des Granatapfels sind

• Luteolin, ein gelber Pflanzenfarbstoff
• Ellagsäure, ein hochpotentes Polyphenol, das vor allem in Beeren enthalten ist
• Punicinsäure, eine Fettsäure aus den Granatapfelkernen

Granatapfel für Potenz und schöne Haut

Daneben können die Antioxidantien des Granatapfels auch bei erektiler Dysfunktion (Impotenz) hilfreich sein, wie weitere Studien zeigen. Dass der Granatapfel früher auch als „Liebesapfel“ bezeichnet wurde, ist also gar nicht so abwegig.

Weil freie Radikale nicht nur bei Krankheiten, sondern auch bei Alterungsprozessen eine Rolle spielen, ist Granatapfel aufgrund seiner großen Menge an Antioxidantien als Anti-Aging-Mittel sinnvoll. So enthalten manche Hautpflegeprodukte gegen Falten die Punicinsäure aus dem Granatapfel. Die Wirkung der Frucht lässt sich ganz einfach selbst testen: Ein paar Tropfen Granatapfelöl auf der Haut verteilen und einmassieren.

Granatapfel zubereiten – die besten Rezepte

Kaum eine andere exotische Frucht ist so wertvoll für Gesundheit, Wohlbefinden und Schönheit wie der Granatapfel. Ein guter Grund, ihn öfter in den Speiseplan zu integrieren.

Granatapfelprodukte gibt es bereits fertig zu kaufen, etwa als Granatapfelsaft, Granatapfelsirup (Grenadine) oder Granatapfelkernöl. Grenadine-Produkte enthalten heute meist jedoch kaum noch echten Granatapfel, sondern andere rote Früchte sowie Farbstoff und Fruchtaroma.

Hier ein paar Rezepte mit frischem Granatapfel zum Ausprobieren:

Granatapfelsaft

Zutaten
1 Granatapfel
1 Glas Wasser
Zucker und Honig nach Geschmack

Öffnen Sie einen Granatapfel wie oben erklärt, etwa unter Wasser, geben Sie die Samen in einen Mixer und pürieren Sie die Kerne kurz. Rühren Sie nun das Wasser ein und nach Geschmack etwas Zucker oder Honig.

Granatapfelsmoothie

Zutaten
1 Granatapfel
1 Banane
1 Apfel

Lösen Sie die Kerne aus dem Granatapfel, schälen Sie die Banane und entkernen Sie den Apfel. Geben Sie die Früchte mit den Granatapfelkernen in einen Mixer und pürieren Sie das Ganze. Granatapfel lässt sich auch gut mit Himbeeren, Birne und Pfirsich kombinieren.

Granatapfelcocktail

1 Granatapfel
1 Limone
0,25 l Mineralwasser
1 TL brauner Zucker
4 cl Wodka

Halbieren Sie den Granatapfel und drücken Sie ihn mit einer Hebelpresse aus. Mischen Sie den Granatapfelsaft mit dem Saft der Limone und Wasser, rühren Sie Zucker und Wodka ein.

Granatapfel-Chutney mit Buchweizen-Blinis

Zutaten für vier Personen

Für das Chutney:
1 Granatapfel
1 Apfel
1 kleine Zwiebel
eine Prise Zucker
Salz
Essig
Chili

Zwiebel würfeln und in etwas Öl anschwitzen, den Apfel fein würfeln und dazugeben, dann die Granatapfelkerne. Mit Essig und den Gewürzen abschmecken und etwas einköcheln lassen.

Für die Blinis:

200 g Buchweizenmehl
150 ml Milch oder Buttermilch
1 Ei
1 Prise Salz

Aus den Zutaten einen dickflüssigen Teig zubereiten, etwas stehen lassen, dann nochmals rühren. Falls der Teig zu dick ist, Milch zugeben, falls es zu dünnflüssig ist, etwas Buchweizenmehl einrieseln lassen. Dann in einer heißen Pfanne mit etwas Rapsöl kleine Blinis backen. Das Chutney warm oder kalt dazu reichen.

Müsli mit Granatapfelkernen

Bereiten Sie Ihr Müsli wie gewohnt und streuen Sie eine Handvoll Granatapfelkerne darüber. Auf diese Weise können Sie übrigens auch Joghurt, Salat und süßes Gebäck toppen.

Granatapfelsoße zu Fisch und Fleisch

Der herb-fruchtige Geschmack von Granatapfel ergänzt als Soße ideal Fisch und Fleisch, vor allem Lamm und Wild.

Zutaten:

2 Granatäpfel
1 EL Butter
1 Prise Zucker
1 TL Speisestärke

Lösen Sie die Kerne mit ihrer saftigen Hülle vom weißen Fruchtfleisch. Geben Sie sie in eine Pfanne und füllen Sie so viel Wasser auf, dass die Kerne bedeckt sind. Lassen Sie das Ganze etwas köcheln. Gießen Sie alles durch ein Sieb, streichen Sie Saft und Kernhüllen gut durch und fangen Sie den roten Saft auf. Den Saft in eine kleinen Topf geben, die Speisestärke in wenig kaltem Wasser anrühren, in den Saft geben und kurz erhitzen, bis die Soße etwas dicker wird. Dann vom Herd nehmen, die Butter einrühren und zu Gegrilltem, Gebratenem oder Gekochtem servieren.

Tipp: Granatapfel gibt es bei uns vor allem im Herbst und Winter. Damit Sie auch in der übrigen Zeit Granatapfel genießen können, lassen sich die Kerne einfach einfrieren: Aus der Frucht lösen, auf einen flachen Teller, Brett oder ein Blech legen und in der Tiefkühltruhe einfrieren. Am nächsten Tag die gefrorenen Granatapfelkerne in Dosen oder Gefrierbeutel füllen und in der Tiefkühltruhe aufbewahren.

Autor: Monika Preuk