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Die Tomatensorte Ochsenherz hat ein volles Aroma.

Ochsenherz: Beste Sorte für Insalata Caprese - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Viele Vital- und Heilstoffe

Die Kraft der Tomaten

Sonnengereift, prall und so aromatisch wie selten: Im Sommer schmecken Tomaten besonders gut. Kein Vergleich zu den geschmacksneutralen Früchten, die sonst in den Supermärkten ausliegen. Zudem überbieten sich die Händler derzeit mit ausgefallenen Sorten: Sie haben nicht nur rote, sondern auch gelbe, grüne, orangefarbene und gefleckte Tomaten im Angebot, kleine und große, längliche und runde oder bizarr geformte. Eine Vielfalt, die immer mehr Verbraucher zu schätzen wissen.

Kaum ein Gemüse ist so vielseitig einsetzbar wie die Tomate. Sie schmeckt in Salaten, Suppen und zu Nudeln, in und auf Brot, gefüllt oder geschmort, in Pesto oder in den süßsauren Gewürzsaucen Chutney und Relish. Tomaten bereichern aber nicht nur den Speiseplan, sie sind auch sehr gesund. "Sie enthalten viele Vitamine, vor allem Folsäure sowie die Vitamine C und E", sagt Lebensmittelchemiker Dr. Volker Böhm vom Institut für Ernährungswissenschaften der Universität Jena. Zudem besitzen Tomaten einen hohen Wassergehalt und sind mit 20 Kalorien pro 100 Gramm ziemlich leichte Kost.

Die wichtigste Wirkung für den Körper wird aber dem Lycopin zugesprochen, einem sekundären Pflanzenstoff, der für die rote Farbe verantwortlich ist. Menschen, die viel Tomaten und Tomatenprodukte essen, erkranken laut Studien weitaus seltener oder sehr viel später an Prostatakrebs. "Auch bei Herz-Kreislauf-Leiden wurde ein solcher Zusammenhang gefunden", sagt Böhm, der auch Leiter des europäischen Tomaten-Forschungsprojekts "Lycocard" ist. Verarbeitete Produkte wie Dosentomaten oder Tomatenmark enthalten sogar mehr Lycopin als frische Ware.

Das hat mehrere Gründe: Zum einen verwendet die Industrie spezielle Früchte, ganz andere als jene, die der Verbraucher im Handel bekommt. "Die Industrie war früher vor allem an der intensiven Farbe interessiert. Deswegen sind diese Sorten von vornherein lycopinreicher", sagt Experte Volker Böhm. "Zum anderen hält die rohe Tomate ihre Inhaltsstoffe zurück: Erst durch das starke Zerkleinern und Quetschen bei der Verarbeitung sowie durch Erhitzen wird das Lycopin aus der Struktur gelöst und für den Körper besser verfügbar." Das bedeutet keineswegs, dass rohe Tomaten weniger gesund wären. Man muss nur wissen, wie man sie optimal nutzt. Wichtig dabei: nur reife Früchte aussuchen, bevorzugt regionale Ware, und sie bei der Zubereitung zerkleinern. Am besten ist es, wenn man sie ganz intensiv kaut. Ein Grund mehr, zum Tomaten-Genießer zu werden.

Kleine Tomaten-Kunde
Sie sind die Mimosen der Gemüsearten, also sehr empfindlich! Das sollte man bei Einkauf und Zubereitung beachten.

Schwarze Pflaume, Black Cherry, Green Grape: Das klingt alles gar nicht nach Tomate. Dennoch handelt es sich um die Namen außergewöhnlicher Sorten, oft alter Züchtungen, die nicht im großen Stil angebaut werden, sondern eher von regionalen Bauern. Es lohnt sich, auf Wochenmärkten nach ihnen zu suchen, denn sie reifen länger, schmecken intensiver und bilden gesunde Inhaltsstoffe besser aus als ihre Kolleginnen, die um die halbe Welt transportiert wurden. Zudem sind sie oft weniger belastet.

Achten Sie beim Einkauf darauf, dass die Früchte frei von Druckstellen sind. Ist ihre Schale einmal verletzt, schimmeln Tomaten schneller. Es reicht auch nicht, braune Stellen herauszuschneiden, denn Schimmel breitet sich in dem wasserreichen Gemüse schnell aus. Also besser die ganze Frucht entsorgen. Wichtig: Tomaten gehören nicht in den Kühlschrank! Dort verlieren sie ihr Aroma. Lagern Sie sie bei Zimmertemperatur und getrennt von anderen Obst- und Gemüsesorten. Bei der Reife sondern sie Ethylen aus, das etwa Kiwis und Bananen schneller weich und matschig werden lässt. Zum Einfrieren eignen sich frische Tomaten auch nicht. Kochen Sie lieber eine Sauce, und frieren Sie diese ein.

Besonders gesund: die alten Tomatensorten

Venustomate: Schön saftig, leicht säuerlich. Toll: roh oder als Salat
Birnentomate: Aromatisch mit leichter Süße. Roh besonders lecker, etwa auf Brot
Ochsenherz: Volles Aroma. Beste Sorte für Insalata Caprese
Green Zebra: Herb und würzig. Hervorragend für Chutney und Relish
Tigertomate: Recht süßes Aroma, festes Fleisch. Perfekt auch für Saucen
Banana Legs: Leicht säuerlicher Geschmack. Lecker im Salat
Paprikatomate: Mildsüße Sorte. Perfekt zum Füllen
Flaschentomate: Fast samenlos, ideal für Salat und Pastasaucen

Autor: Sonja Popovic