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Fit in den Frühling mit Frühjahrskuren

Fit in den Frühling mit Frühjahrskuren; Bild: © picture-alliance / united-archives/mcphoto

5 Wege zu neuer Energie

Die besten Frühjahrskuren

Der lange Winter hat seine Spuren hinterlassen: Nach all den Wochen mit reichlichem Essen und wenig Bewegung fühlen wir uns müde, schlapp, antriebslos. Kein Wunder: Restspuren von Alkohol, Nikotin, Konservierungsstoffen und Medikamenten, aber auch über die Luft auf­ genommene Umweltgifte belasten unseren Stoffwechsel, blockieren den Energietransport. Höchste Zeit für einen Frühjahrsputz von innen, der Körper und Seele wieder in Schwung bringt.

Entgiften und Entschlacken

Entgiften oder Entschlacken heißt der Weg zum Wohlbefinden – heute auch gern "Detoxing" genannt. Dazu gehören zunächst einmal der Verzicht auf Genussgifte sowie eine gesunde, natürliche Ernährung ohne industriell hergestellte Produkte. Allein das hilft unserem wichtigsten Entgiftungsorgan, der Leber, bereits, die angesammelten Schadstoffe in Ruhe abzubauen.

Pflanzenkraft kann den Prozess unterstützen: So zeigen Studien, dass der Extrakt der Königsartischocke ("Hera­SL forte", Apotheke) unter anderem die Fettverdauung verbessert, die Regeneration und Funktionsfähigkeit der Leber aktiviert und damit die Einlagerung neuer Schadstoffe unterbinden kann. Wer den Körper stärker entlasten möchte, kann auch einen oder mehrere Tage sanft fasten. Das bedeutet nicht etwa Nulldiät – von der Mediziner abraten –, sondern eine gezielte Reduktion von Nahrung. Sanfte Fastenkuren sind für jeden gesunden Menschen geeignet; nur im Zweifelsfall oder bei einer Dauer von mehr als sieben Tagen sollte ärztlicher Rat eingeholt werden.

Das sind fünf empfehlenswerte Frühjahrskuren:

  • Buchinger-Heilfasten

  • Begründer ist Dr. Otto Buchinger, der 1919 sein Gelenkrheuma durch Fasten heilte und dieses den "Königsweg der Heilkunst" nannte. Erlaubt sind nur flüssige Speisen, damit der Darm entlastet wird. Die Patienten nehmen täglich etwa 300 Kalorien zu sich: Verdünnte Säfte, Gemüsebrühe und Kräutertee führen ausreichend Vitamine und Mineralstoffe zu. Wichtig ist die regelmäßige Darmreinigung mit Glaubersalz, das morgens auf nüchternen Magen getrunken wird. Bewegung unterstützt den Entgiftungsprozess – wobei moderate Sportarten wie Walking oder Yoga eher zu empfehlen sind als Kraft­ oder Ausdauersport.

  • Saftfasten

  • Auch hier gibt es als Kost nur Flüssiges: Fünf­ mal am Tag werden frisch gepresste Obst­ und Gemüsesäfte getrunken, dazu Wasser nach Belieben. Den Anteil an Obstsaft eher gering halten: Durch seinen höheren Säuregehalt kann dieser den Magen reizen, außerdem enthält er viel Fruchtzucker. Regelmäßige Darmreinigung und ausreichend Bewegung sind auch hier unverzichtbar.

  • Molkefasten

  • Bei dieser Variante des Saftfastens trinkt man pro Tag circa einen Liter Molke, die je nach Geschmack auch mit Saft verrührt werden darf. Als Abfallprodukt der Käseherstellung enthält Molke wichtige Mineralstoffen und hochwertiges Eiweiß. Durch die Proteinzufuhr wird verhindert, dass im Muskelgewebe körpereigenes Eiweiß abgebaut wird. Der enthaltene Milchzucker fördert zudem die Verdauung, weshalb die Darmreinigung mit Glaubersalz nicht not­ wendig ist. Für Personen mit Laktose-­Intoleranz eignet sich das Molkefasten nicht!

  • F.-X.-Mayr-Kur

  • Der österreichische Arzt Dr. Franz Xaver Mayr (1875–1965) ging davon aus, dass viele Krankheiten von einer gestörten Darmflora herrühren. Zur Darmsanierung entwickelte er das sogenannte Milch-­Semmel-Fasten, bei dem zwei bis drei Tage alte Brötchen in dünne Streifen geschnitten und diese dann intensiv gekaut werden. Ist der Nahrungsbrei fast flüssig, wird er mit etwas Milch hinuntergeschluckt. Kräutertee und Wasser sind zusätzlich erlaubt, teilweise auch Gemüsebrühe am Mittag sowie magerer Weichkäse morgens und abends. Wichtigster Effekt ist die Schonung von Ma­gen und Darm: Durch das gründliche Kauen werden die Kohlenhydrate bereits im Mund aufgeschlüsselt, sodass die Verdauungsorgane weniger zu tun haben. Gleichzeitig dient es als Training für ein bewussteres, gesünderes Essen. Auch hier unterstützen Darmreinigung und Bewegung den Entgiftungsprozess.

  • Basendiät

  • Eine für den Alltag geeignete Entgiftungsmethode, die feste Nahrung erlaubt. Allerdings wird auf säurebildende Le­bensmittel wie Fleisch, Fisch, Weißmehlprodukte, Zucker, Pizza oder Tiefkühlkost komplett verzichtet. Im Übermaß bringen diese das körpereigene Säure-­Basen­Verhältnis aus der Balance: Die Säuren lagern sich im Bindegewebe, später in den Gelenken ab, beeinträchtigen die Durchblutung, behindern den Stoffwechsel. Um sie abzubauen, werden nur basenbildende Lebensmittel verzehrt: An erster Stelle stehen Obst und Gemüse, aber auch Rohmilch und ­-käse, Vollkornprodukte oder gepresstes Öl sind erlaubt. Kohlensäurehaltiges Mineralwasser ist tabu. Als Faustregel für den Wiedereinstieg in eine normale, aber gesunde Ernährung gilt: 20 Prozent säurebildende, 80 Prozent basenbildende Nahrungsmittel.

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    Die Dokumentation "Unser täglich Gift" (s. TV-Tipp rechts) beleuchtet, unter welchen Bedingungen Lebensmittel produziert, verarbeitet und konsumiert werden, und zwar vom Feld bis auf den Teller, von den verwendeten Pestiziden bis hin zu Zusatz- und Kunststoffen.

    Autor: Georg Francken