HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Wie gesund ist unser Gemuese fragt Tim Maelzer

In der Doku-Reihe "Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer" macht der TV-Koch einen
Tomatensaft-Test auf Wochenmarkt Münster. - Foto: © NDR/tibool Media GmbH

Schlauer einkaufen, besser essen

10 Tipps von Tim Mälzer

Schlauer einkaufen, besser essen: TV-Koch Tim Mälzer verrät in HÖRZU, wie das geht.

Woran lässt sich erkennen, wie gut und gesund Gemüse ist? Dieser Frage geht TV-Koch Tim Mälzer in der nächsten Folge seiner Dokureihe "Lebensmittel-Check" nach. Darin zeigt er unter anderem, wo die Ware herkommt, wo man beste Qualität erhält und welche Rolle das Aussehen der einzelnen Früchte spielt.


TV-Tipp

Mo., 13.10.: "Lebensmittel-Check mit Tim Mälzer"; Das Erste, 20.15 Uhr (s. auch TV-Tipps rechts)


10 Tipps von TV-Koch Tim Mälzer

- Tipp 1
Sollte ich Biogemüse kaufen, weil darin mehr Vitalstoffe enthalten sind als in konventioneller Ware?

Tim Mälzer: Nein, allein aus dem Grund nicht. Studien haben gezeigt: Zumindest was die Inhaltsstoffe angeht, hat Biogemüse im Vergleich zum konventionellen keinen Vorteil.

- Tipp 2
Kann ich davon ausgehen, dass auf Biogemüse keine Rückstände von Pestiziden sind?

Tim Mälzer: Im Großen und Ganzen ja. Natürlich gibt es auch hier schwarze Schafe, die das anders handhaben. Wer ganz sicher gehen will, greift zu Gemüse mit dem Gütesiegel "Demeter", das strenge Maßstäbe setzt.

- Tipp 3
Sollte ich deshalb auch bereit sein, einen höheren Preis für Biogemüse zu zahlen?

Tim Mälzer: Ja, der hohe Preis ist gerechtfertigt. Durch den Verzicht auf Pestizide ist der Ertrag oft nicht so hoch. Zudem sind die Bodenbearbeitung und die Handarbeit beim Pflanzen, Ernten, Pflegen – wie das Zupfen von Unkraut – wesentlich teurer als etwa der Einsatz von chemischen Keulen.

- Tipp 4
Sollte ich Gemüse wegwerfen, wenn es nicht mehr frisch ist?

Tim Mälzer: Viele Vitamine und Inhaltsstoffe sind zeitempfindlich. Lasse ich also Gemüse so lange liegen, bis es welk ist, wird in der Zwischenzeit ein Großteil der Inhaltsstoffe verloren gegangen sein. Welkes Gemüse schadet aber nicht, vorausgesetzt, man schneidet die schlechten Stellen weg.

- Tipp 5
Kann ich welkes und runzeliges Gemüse wieder aufpäppeln?

Tim Mälzer: Ja, es gibt Tricks. So können etwa welke Salatblätter oder weiche Karotten in Eiswasser eingelegt werden. Fügt man eine Scheibe Kartoffel dazu, werden die Salatblätter wieder etwas frischer, die Karotten fester.

- Tipp 6
Was sollte ich beim Einkauf beachten?

Tim Mälzer: Gemüse sollte frisch sein und regional sowie saisonal eingekauft werden. Reife Ernte, knappe Lagerzeit und kurze Transportwege sorgen dafür, dass wertvolle Nährstoffe erhalten bleiben. Es empfiehlt sich, öfter kleine Portionen einzukaufen.

- Tipp 7
Sollte ich also am besten nur zu deutschem Gemüse greifen?

Tim Mälzer: Rund 70 Prozent des Gemüses, das wir essen, werden importiert. Der Großteil kommt aus Spanien, Italien, Holland – auch gute Bioware. Die beste Qualität erreicht den deutschen Markt allerdings gar nicht, da die Verbraucher hierzulande nicht bereit sind, für A-Ware zu zahlen.

- Tipp 8
Sollte ich Gemüse aus dem heimischen Garten bevorzugen?

Tim Mälzer: Solange keine Pestizide eingesetzt werden, ist Gemüse aus dem Garten optimal. Das liegt auch an den kurzen Transportwegen. Es gibt nichts Besseres, als frisch geerntetes Gemüse gleich zu verzehren, weil es dann noch über den höchsten Anteil an wertvollen Inhaltsstoffen verfügt.

- Tipp 9
Kann ich mich auch mit Tiefkühlgemüse gesund ernähren?

Tim Mälzer: Nach heutigen Kriterien ist Tiefkühlgemüse wie etwa Erbsen und Spinat im Vergleich zu frischem Gemüse fast gleichwertig anzusehen, was den Vitamingehalt betrifft. Der Grund: Wird das Gemüse unmittelbar nach der Ernte eingefroren, entstehen keine langen Lagerzeiten. So bleibt ein Großteil der Vitamine erhalten.

- Tipp 10
Welche Faustregel sollte ich bei Gemüsekost anwenden?

Tim Mälzer: Farblich abwechslungsreich essen, also rotes, grünes und gelbes Gemüse. Selbst wenn man nicht genau weiß, welche Vitamine in welchen Gemüsesorten enthalten sind, ist dies eine allgemein gute Lösung, um den Vitaminbedarf zu decken.


Welche Kraft steckt im Lieblingsgemüse der Deutschen?

Kartoffeln

Vorweg: Anders als häufig behauptet sind gekochte Kartoffeln keine Dickmacher, da sie zu 80 Prozent aus Wasser und zu 15 Prozent aus Stärke bestehen. Abgesehen von Vitaminen sind sie reich an Ballaststoffen und Mineralstoffen wie insbesondere Kalium, das für die Muskeln sehr wichtig ist. Sie schützen vor Bluthochdruck und vor Übergewicht und machen schnell satt.
Saison: Frühkartoffeln gibt es ab Juni, Spätkartoffeln ab September.
Tipp: Pellkartoffeln liefern dreimal mehr Vitamin C als Salzkartoffeln. Die Knollen deshalb am besten mit der Schale kurz garen, da sie die Nährstoffe optimal schützt.

Tomaten

Tomaten sind Vitaminbomben: Sie enthalten Vitamin A (gut für Stoffwechsel, Haut, Augen), Vitamin C zur Stärkung der Abwehr und Vitamin E zum Schutz vor Zellalterung. Ihr Farbstoff Lycopin beugt Krebs vor und verbessert den Lichtschutz der Haut. Werden Tomaten im Treibhaus unter bioökologischen Bedingungen angebaut, stehen sie Biotomaten aus dem Freiland in fast nichts nach. In ihnen steckt aber mehr Nitrat, da sie weniger Sonne abbekommen.
Saison: Juli bis Oktober – dann ist die Freilandtomate bei uns besonders aromatisch.
Tipp: Tomaten komplett, also mit Haut und Samen verarbeiten, damit sie Geschmack und Nährstoffe behalten.

Möhren

Möhren strotzen nur so vor Betacarotin: Kein anderes Gemüse besitzt mehr! Dieser Pflanzenstoff wehrt zellschädigende freie Radikale ab, die etwa durch UV-Strahlung in der Haut oder durch Nikotin in der Lunge entstehen, und schützt damit vor Krebs. Zudem stärkt er die Sehkraft. Möhren liefern auch Eisen für die Blutbildung und Ballaststoffe für eine gute Verdauung.
Saison: Ganzjährig. Frühe Möhren gibt es ab Juni als Bundmöhren mit Grün.
Tipp: Zu einer Möhre immer etwas Butter oder eine Nuss essen, denn der Körper kann das Carotin nur mit Fett aufnehmen.

Salat

Salat besteht zu 95 Prozent aus Wasser. Trotzdem sättigt er gut. Die in ihm enthaltenen Ballaststoffe beeinflussen zudem die Verdauung positiv. Es gibt feine Unterschiede: Kresse bietet fast 15-mal so viel Vitamin C wie Eisbergsalat, Löwenzahn bringt es auf 158 Milligramm Kalzium pro 100 Gramm, Römersalat dagegen auf nur sechs Milligramm. Rucola ist besonders reich an Folsäure, die vor Herz-Kreislauf-Leiden und Demenz schützt.
Saison: Im Sommer ist die Auswahl an Salat am größten.
Tipp: Salat gründlich, aber behutsam waschen, am besten die ganzen Blätter. Über die Schnittstellen gehen die Inhaltsstoffe verloren. Danach die Blätter lieber zupfen!

Paprika

Paprika ist ein wahres Powerpaket. Durch ihren hohen Vitamin-C-Gehalt, der bei der roten Paprika am höchsten ist, stärkt sie das Immunsystem und kurbelt die Fettverbrennung an. Außerdem enthält die Schote reichlich Vitamin E und sorgt damit für die antioxidative Abwehr – sie wirkt also krebsvorbeugend. Der hohe Kalziumgehalt tut Knochen und Gelenken gut.
Saison: August bis Oktober. Grüne Paprika wird unreif geerntet, rote hat mehr Aroma.
Tipp: Alle, die Paprika nicht so gut vertragen, sollten die Schale entfernen.

Gurken

Gurken wirken wegen ihres hohen Gehalts an Wasser in erster Linie harntreibend – in 100 Gramm stecken 97 Gramm Flüssigkeit! Außerdem bieten sie viel Kalium, das für die Funktionsfähigkeit sämtlicher Zellen, der Nerven und der Muskeln wichtig ist.
Saison: Juli und August gibt es aromatische Gurken, sonst welche aus Gewächshäusern.
Tipp: Junge Gurken nicht schälen, denn die Nährstoffe sitzen direkt unter der Schale.

Blumenkohl

Bereits 300 Gramm Blumenkohl decken den täglichen Vitamin-C-Bedarf. Außerdem ist er reich an Betacarotin sowie Ballaststoffen und gilt als leicht bekömmlich.
Saison: Mai bis Oktober "weiße Wochen".
Tipp: Blumenkohl immer nur mit Blättern kaufen: Sie zeigen die Frische an und schützen vor Austrocknung.

Autor: Anja Matthies