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Kräutertee mit Schafgarbe, Salbei und Frauenmantel hilft bei Wechseljahrsbeschwe

Eine Tasse Kräutertee mit Schafgarbe, Salbei und Frauenmantel hilft bei Wechseljahrsbeschwerden. - Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Experten-Tipps

Wechseljahre: Hormontherapie ja oder nein?

Eine Studie mit Folgen: Als 2002 die Ergebnisse der Women’s Health Initiative (WHI) veröffentlicht wurden, erlebten Ärzte und Frauen einen Schock. Es zeigte sich, dass Hormonersatztherapie in den Wechseljahren das Risiko für Brustkrebs und Herzinfarkt erhöhen kann. Auch zehn Jahre später, sind viele Frauen noch verunsichert.

Hormonersatztherapie: Die wichtigsten Fragen und Antworten

1. Wie sieht Hormonersatz heute aus?
Die Ärzte sind vorsichtiger geworden. Dr. Katrin Schaudig, Frauenärztin und Hormonexpertin aus Hamburg, sagt: "Die Häufigkeit der Verordnungen ist erheblich zurückgegangen." Im Vergleich zu 1999 wird etwa nur noch ein Drittel verordnet. Dr. Schaudig: "Auch die Dosis hat sich deutlich reduziert." Eine Hormontherapie sollte sorgfältig abgewogen werden. Experten vom Deutschen Krebsforschungszentrum raten deshalb Frauen zu mehr Bewegung und einem Verzicht auf Hormonersatztherapie, sofern diese nicht unbedingt nötig ist.

2. Braucht man überhaupt Hormone?
Es gibt Frauen, die von den Wechseljahren kaum etwas spüren. Bei ihnen sind alle Mittel vollkommen überflüssig – auch pflanzliche. Etwa ein Drittel aller Frauen leidet jedoch stark, vor allem unter extremen Hitzewallungen, Schweißausbrüchen und Schlafstörungen. Die Beschwerden können manchmal länger als zehn Jahre andauern. Betroffene liegen nachts oft wach und fühlen sich morgens wie zerschlagen. "Ob Hormone angebracht sind, entscheiden immer die individuelle Situation und der Leidensdruck der Frau", sagt Expertin Schaudig. Eine Lehrerin, die morgens vor einer Klasse stehen muss, oder eine Geschäftsfrau, die viele persönliche Kundenkontakte hat, wird sie etwa eher in Anspruch nehmen.

3. Was sollten Frauen beachten, die Hormone nehmen?
Dr. Schaudig rät: "Auf jeden Fall sollte einmal im Jahr gründlich die Brust untersucht werden, da das Krebsrisiko leicht steigt." Zudem sollte ebenfalls jährlich das individuelle Risikoprofil ermittelt werden. Vor allem die Gefahr für Herz-Kreislauf-Leiden wie Herzinfarkt und Thrombose muss gecheckt werden. Häufiger als früher werden zwischendurch sogenannte Ausschleichversuche gestartet, bei denen man testet, ob die Hormone vielleicht schon wieder abgesetzt werden könnten. Denn je länger die Hormone genommen werden, desto stärker steigt das Risiko für diese Erkrankungen.

4. Wie wirksam sind Phytohormone, also pflanzliche Ersatzstoffe?
Phytoöstrogene, die etwa aus Soja, Rhabarber oder Rotklee gewonnen werden, galten lange als sanfte Alternative. Heute weiß man: Sie sind nicht so unproblematisch wie gedacht. Dr. Schaudig: "Diese Stoffe docken wahrscheinlich genau wie das Östrogen am Östrogenrezeptor an." Keine Studie konnte bislang belegen, dass Phytoöstrogene weniger Nebenwirkungen haben als die klassische Hormonersatztherapie. In einem sind sich Ärzte und Forscher aber einig: Besteht bei einer Patientin verstärkt ein Brustkrebsrisiko, werden Phytoöstrogene so gut wie nie verordnet, da nicht auszuschließen ist, dass auch sie die Tumorgefahr erhöhen. Unbedenklicher ist dagegen eine Behandlung mit Trauben-Silberkerze, denn sie wirkt wahrscheinlich über den Serotoninstoffwechsel. Für die Gynäkologin Katrin Schaudig ist sie "eine echte Alternative".


Gibt es auch Wechseljahre bem Mann?

"Nein", glaubt Hormonexpertin Dr. Schaudig. Grund: Bei Männern verändere sich die hormonelle Situation schleichend, bei Frauen dagegen abrupt. Dennoch leiden manche Männer: Ihr Bauchumfang nimmt zu, ihre Muskeln werden schwächer, ihre Erektionsfähigkeit lässt nach. Eine Therapie mit Testosteron ist aber umstritten: Sollten bereits Prostatakrebszellen vorhanden sein, könnte das Hormon deren Wachstum fördern. Der Testosteronmangel kann zudem anders behoben werden. Da Bauchfett wie ein Organ funktioniert, verwandelt es Testosteron in Östrogen, also in weibliche Hormone. Steigt der Bauchumfang, sinkt der Testosteronspiegel. Mit Sport und Diät lässt sich der Prozess wieder umkehren.

Autor: Esther Langmaack