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4 Tipps gegen Stress

Die Glückshormone anregen: Mit Bewegung, Licht und der richtigen Ernährung.
Foto: picture alliance / blickwinkel

Innere Balance

Was die Seele stark macht

Hat man sich total verrannt und kommt nicht mehr weiter, muss man manchmal einfach nur an die frische Luft. Sei es Ärger im Job oder Streit zu Hause: Bei einem Spaziergang draußen kann man sich den Kopf durchpusten lassen. Die dicke Luft lichtet sich, man sieht vieles klarer und fühlt sich entlastet, besser, glücklicher.

Dr. Günter Harnisch ist der festen Überzeugung: "Glücksfähigkeit lässt sich bewusst steigern." Der Psychologe und Autor ("Endlich gut drauf! Wie Sie Ihre Glücks­hormone natürlich anregen", Mankau Verlag) warnt aber auch: "Bleibt der Körper infolge von Dauerstress ständig in Alarmbereitschaft, so kann er sich nicht mehr entspannen." Die Gefahr dafür ist groß, denn unsere Gesellschaft wird immer schneller. Überall versucht man, noch mehr Zeit herauszuholen – am Arbeitsplatz und im Privatleben. Man macht mehrere Dinge gleichzeitig. Man schläft kürzer. Man isst schneller.

Das hat Folgen: Nach Studien des Robert-­Koch-­Instituts in Berlin leidet ein Drittel der Deutschen unter psychosomatischen Beschwerden. Der Absatz von Antidepressiva hat sich in den vergangenen zehn Jahren sogar verdoppelt. "Hinter Beschwerden wie depressiven Verstimmungen, Konzentrationsschwäche, Schlafstörungen, Ängsten steckt oft nur ein Mangel des Botenstoffs Serotonin", weiß Harnisch. Um die Ausschüttung dieses Glückshormons mit einfachen Methoden anzuregen, hat er ein Programm entwickelt, das sich auf vier Säulen stützt.

Aktivität macht Mut und gute Laune

Bewegung baut Stress ab. Ob nun Laufen, Radfahren, Schwimmen, Tanzen oder Wandern, ist egal – Hauptsache, es macht einem Spaß. Folge: Das Herz arbeitet effektiver. Das Blut fließt besser. Geistige Frische und Selbstwertgefühl nehmen zu. Ärzte raten zu drei­ bis viermal 30 Minuten Sport pro Woche. Wenn man seine Aktivität nach draußen verlegt, profitiert man zusätzlich von der Kraft des Sonnenlichts. Es regt die Bildung von Vitamin D an und fördert alle Stoffwechselvorgänge.

"Neue Studien zeigen gute Erfolge durch dosierte Sonneneinstrahlung auch bei Depressionen und Schlafstörungen", weiß Harnisch. Er empfiehlt je nach Intensität und Hauttyp jeden Tag fünf bis 15 Minuten Sonnenbad am frühen Morgen. Ebenso aufbauend für Körper und Seele ist die Gehmeditation, die der Experte so erklärt: "Man geht langsam, bringt Atem und Schrittfolge in Einklang, spürt der Bewegung des Körpers, der Berührung mit dem Boden bei jedem Schritt nach. Es fühlt sich an wie ein gleichmäßiges Fließen."

Besondere Ernährung regt Glückshormone an

Inkakost ist laut Harnisch Glücksnahrung. Die Vorteile des getrockneten, gemahlenen Pflanzenpulvers erklärt der Experte so: "Darin enthaltene Körner von Amaranth und Quinoa bieten im Vergleich zu Vollkornweizen fast die doppelte Menge Eisen, etwa 30 Prozent mehr Ballaststoffe und Zink, ungewöhnlich viel Magnesium und Kalzium sowie hohe Anteile an ungesättigten Omega­-3-­Fettsäuren und Tryptophan, aus dem der Körper Serotonin herstellen kann."

Er empfiehlt, morgens zwei Esslöffel Inkakost ins Müsli zu mischen und dazu reichlich Wasser zu trinken. Schluck für Schluck die Seele zu stärken, das geht offenbar auch mit Tee aus Griechischem Eisenkraut. Forscher des IBAM Instituts in Denzlingen verglichen die Heil­pflanze mit Johanniskraut, das inzwischen von der klassischen Medizin in der Behandlung leichter Depressionen und nervöser Unruhe eingesetzt wird, und stellten eine stärkere serotoninsteigernde Wirkung fest.

Der Körper holt sich innere Wärme über die Haut

Druckmassagen schenken Lebensenergie. In der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) wird Akupressur zur Entspannung, Stressmilderung und Schmerzlinderung angewendet. Viele Studien bestätigen etwa die Heilkraft der Akupressurmatte. Wie ein Fakir legt man sich mit dem Rücken auf ihre spitzen Erhebungen. "Auf diese Art werden Nervenbahnen stimuliert, wichtige Reflexpunkte aktiviert und dabei Glückshormone ausgeschüttet", erklärt dazu Dr. Harnisch. "Bereits nach zehn Minuten Eingewöhnung ist eine angenehme Wärme spürbar." Noch einfacher funktioniert die Akupressur per Fingerdruck, mit der wir unsere Stimmung heben können. Eine Methode ist zum Beispiel, die Ohrläppchen zwischen Daumen und Zeigefinger zu nehmen und zwei Minuten lang kräftig durchzukneten.

Glücksdenken kann man lernen und trainieren

Begeisterung ist der beste Antrieb für das Gehirn. Wenn uns etwas wichtig ist, strengen wir uns an, um es zu erreichen. "Wir können positive Gefühle selbst hervorrufen, indem wir unser Gehirn entsprechend anregen", so Harnisch. Erster Schritt: Etwas tun, das man schon immer tun wollte. Weitere Anregung erlangt man durch freundliche Zwiegespräche und wohlwollenden Umgang mit sich selbst. Dazu zählt, sich zu loben, den Blick auf das Schöne zu lenken, möglichst viele Dinge spielerisch, träumend und frei von Druck zu tun – und sich eine Auszeit zu gönnen, etwa durch innere Einkehr bei Meditation oder Yoga.

Ebenso wichtig sind Anregungen von außen. Wer lediglich virtuelle Beziehungen mit Facebook-­Freunden oder TV-­Helden führt, schwächt seine Seele. Sie benötigt nämlich den direkten Kontakt zu Menschen, die inspirieren, bestätigen und in schlechten Zeiten Probleme mit einem teilen. Nur wer sich eingebunden fühlt, wird mit Belastungen besser fertig.

Autor: Anja Matthies