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Tipps gegen Bluthochdruck

Regelmäßig den Blutdruck messen ist wichtig, denn Bluthochdruck schadet auf Dauer; Bild: © picture alliance / Arco Images GmbH

Die stille Gefahr

Tipps gegen Bluthochdruck

Wissen Sie, wie hoch Ihr Blutdruck jetzt gerade ist? Wahrscheinlich nicht – denn wer nicht zufällig soeben gemessen hat, kann seine Werte gar nicht genau kennen. Meistens weiß man nicht einmal, ob sie zu hoch oder zu niedrig sind, weil ein von der Norm abweichender Blutdruck kaum Beschwerden verursacht.

Manche Menschen leben sogar viele Jahre lang mit deutlich erhöhten Werten, ohne dass es jemand entdeckt. Das jedoch ist tückisch: Ein dauerhaft hoher Blutdruck ist nämlich die häufigste Ursache für Herzinfarkt und Schlaganfall. Darum ist es gut, seine Blutdruckwerte regelmäßig zu überprüfen – immerhin sind diese bei rund 20 Millionen Deutschen zu hoch, wie die Fachorganisation „Hochdruckliga“ schätzt. Männer sind von einer Hypertonie, so der medizinische Fachbegriff, übrigens weitaus häufiger betroffen als Frauen.

Der ideale Blutdruck

Eine Messung kann man selbst vornehmen (siehe auch Tipps unten). Dabei erhält man zwei Werte: Der erste, der systolische Wert, entsteht während der Anspannungsphase des Herzens, der zweite, der diastolische Wert, wenn es erschlafft und sich neu mit Blut füllt. Gemessen wird in Millimeter Quecksilbersäule, kurz mmHg. Optimal sind 120 zu 80 mmHg. Ab Werten von 140 zu 90 spricht man von leichtem, ab 160 zu 100 von mittelschwerem Bluthochdruck. Alles, was über 180 zu 110 liegt, bedeutet: schwerer Bluthochdruck. Wichtig: Bereits eine leichte Hypertonie kann auf Dauer Schäden an den Gefäßwänden der Arterien verursachen.

Belastung der Blutgefäße

Wenn das Blut dauernd mit starkem Druck durch die Adern schießt, bedeutet das eine große Belastung für die Wände der Blutgefäße. Sie werden mit der Zeit immer starrer, verhärten, verkalken und verengen sich. Folge: Die Organe können nicht mehr optimal versorgt werden – worunter vor allem Gehirn, Nieren, Herz und Augen leiden. Sehr hoher Blutdruck kann sich daher gelegentlich durch Kopfschmerzen, Schwindel, Nasenbluten, Kurzatmigkeit, Brustschmerzen und Sehstörungen bemerkbar machen. Außerdem sind als schwerwiegende Folgen Sehschwäche, Nierenversagen, Herzinsuffizienz und Demenz möglich – oft sogar Schlaganfall und Herzinfarkt.

Gefährdet sind insbesondere Menschen, bei denen hoher Blutdruck in der Familie liegt, denn eine angeborene Veranlagung ist die mit Abstand häufigste Ursache dafür. Außerdem neigen ältere Menschen zu Bluthochdruck, was ebenfalls ernst genommen werden sollte. Denn anders als früher angenommen sind selbst leicht erhöhte Werte im Alter ungesund, sodass Männer ab 55 Jahren und Frauen ab 65 Jahren besonders darauf achten sollten. Weitere Risikogruppen sind Diabetiker, Übergewichtige, Nierenkranke sowie chronisch Gestresste.

Bluthochdruck vorbeugen

Ausdauersport wie Radfahren, Schwimmen, Joggen oder Nordic Walking beugt hohem Blutdruck vor und kann ihn bis zu 20 mmHg senken. Dazu gilt es, den eigenen Lebensstil kritisch zu überprüfen: Nikotin, Übergewicht und Alkohol gelten als Risikofaktoren. Bei der Ernährung empfehlen Experten, den Salzgehalt der Speisen zu reduzieren. Zwar muss kein Bluthochdruckpatient völlig auf Salz verzichten, doch mehr als fünf Gramm pro Tag sollten es nicht sein. Wer stark salzhaltige Speisen wie Laugengebäck, Räucherfisch, Käse und Fertiggerichte öfter weglässt, unterstützt damit seinen Körper. Vorsicht auch vor Lakritze – sie treibt ebenfalls den Blutdruck in die Höhe.

Empfehlenswert hingegen sind natriumarme Lebensmittel wie Milch, Geflügel, Nudeln, Gemüse und Obst. Studien zeigen, dass der natürliche Eiweißbaustein Arginin im Körper den Botenstoff Stickstoffmonoxid freisetzt, der die Adern weitet und so den Blutdruck senken kann, während Folsäure den Spiegel des gefäßschädigenden Homocysteins senkt und dadurch das Risiko für Arteriosklerose reduzieren kann ("Telcor Arginin plus", Apotheke).

Bisher kaum beachtet: Bluthochdruck lässt das Gehirn rascher schrumpfen, wie unter anderem Forscher am Max-Planck- Institut für Bildungsforschung in Berlin herausfanden. Gedächtnisrelevante Hirnregionen wie der Hippocampus waren besonders betroffen. Eine Forschergruppe um Prof. Yuan Luo von der US-Universität Maryland in Baltimore legte nun Forschungsergebnisse vor, die zeigen, dass der Ginkgo-Extrakt EGb 761 ("Tebonin", Apotheke) Hirnzellen im Hippocampus dazu anregt, neue Verbindungen zu schaffen, und so den Nervenzellen-Rückbau stoppt. Der Alltagsnutzen ist beträchtlich: Gedächtnisleistung und Konzentration sowie Lernbereitschaft nehmen nachweislich zu, ebenso die Aufmerksamkeit in Belastungssituationen.

Wie der Arzt weiterhilft

Genügt die Änderung des Lebensstils nicht, verschreibt der Arzt meist Medikamente, die etwa die Blutgefäße erweitern oder direkt solche Hormone beeinflussen, die den Blutdruck regulieren. Die Präparate sollten konsequent eingenommen werden – selbst wenn man sich nicht "krank" fühlt.

Wie messe ich meinen Blutdruck richtig?

Wichtige Regeln für ein korrektes Ergebnis bei der Kontrolle zu Hause:


1. Wiederholung


Bei körperlicher Ruhe und regelmäßig zur gleichen Zeit messen. Ein nur einmalig erhöhter Wert ist noch kein Hochdruck – manchmal ist man einfach nervös. Ein Blutdruckprotokoll hilft bei der Einschätzung.


2. Haltung


Egal ob man ein Gerät für den Oberarm oder eines für das Handgelenk benutzt: Wichtig ist, dass man den Arm so positioniert, dass die Manschette auf Herzhöhe ist. Das Messgerät nie über der Kleidung anlegen.


3. Vergleich


Die erste Messung an beiden Armen vornehmen, manchmal sind die Resultate sehr unterschiedlich. Danach immer den Arm mit dem höheren Wert benutzen.


4. Ruhe


Während der Messung sollte man nicht sprechen, husten oder lachen – das alles kann das Ergebnis beeinträchtigen.

Autor: Melanie Schirmann