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Barfußlaufen ist für die Füße eine Wohltat.

Barfußlaufen ist für die Füße eine Wohltat. / Foto: © picture alliance / dpa Themendienst

Mit den Schuhen fängt es an ...

Tipps für gesunde Füße

Bei Naturvölkern ist es eine Selbstverständlichkeit, bei uns aber fast schon die große Ausnahme: gesunde Füße. Zwar kommen 98 Prozent der Bevölkerung in den Industriestaaten mit heilen Füßen zur Welt. 60 Prozent aber leiden im Erwachsenenalter unter Beschwerden wie Senk- und Spreizfuß, Fersensporn oder verknöcherten Zehen.

"Dabei sind der Hallux valgus, die Verformung des Großzehs, und Fehlstellungen der Kleinzehen die häufigsten Probleme in der Fußchirurgie", sagt Prof. Thomas Mückley vom Vorstand der Gesellschaft für Fußchirurgie in Raisting. Die Beschwerden sind fast immer hausgemacht und die Gründe ziemlich simpel: Wir stecken unsere Füße in zu enges, zu spitzes, zu hohes und zu unbequemes Schuhwerk.

Fehlstellungen vermeiden

Das bestätigte jüngst auch das Deutsche Schuhinstitut. Einer Umfrage zufolge tragen 80 Prozent der Deutschen Schuhe, die nicht richtig passen. Wenig überraschend: Besonders Frauen stöckeln ungesund durchs Leben. Doch wo drückt der Schuh eigentlich genau? "Die Probleme wachsen mit der Höhe des Absatzes. Riskant wird es schon ab etwa drei Zentimetern", sagt Dr. Jürgen Walpert, Orthopäde und leitender Arzt der Fuß- und Gelenkchirurgieder Klinik leetinsel in Hamburg. "Das gesamte Körpergewicht, das normalerweise von der Ferse abgefangen wird, verlagert sich bei High Heels auf den Vorfuß", so der Experte.

Ein Beispiel: Schon bei einem Absatz von 2,54 Zentimetern muss allein der Vorfuß 22 Prozent des Gesamtkörpergewichts (er)tragen. Bei fünf Zentimetern steigt die Belastung auf 57 und bei 7,5 Zentimetern sogar auf enorme 76 Prozent. Der Vorfuß muss die Haltearbeit und das Ausbalancieren des kompletten Körpergerüsts übernehmen, die Zehen rutschen nach vorn und werden im Schuh eingeklemmt.

Aber auch flache Sohlen sind nicht immer die bessere Wahl: Sie geben den Füßen oft nicht genug Halt, weil sie weder ein vernünftiges Fußbett noch stabile Fersenkappen haben. Die Zehen müssen sich gleichsam an die Sohle krallen und verknöchern.

Pumps

High Heels: sexy – aber leider nicht geeignet als Dauerbegleiter / Foto: © picture-alliance/chromorange

Der gesunde Schuh

"Wer seinen Füßen Gutes tun möchte, sollte Schuhe und Absatzhöhe so häufig es geht wechseln", rät der Experte: "Pumps sollten keine Dauerbegleiter sein." Und wie sieht der perfekte Schuh aus? Dr. Walpert: "Gute Schuhe haben eine stabile Sohle sowie Fersenkappen und geben dem Fuß eine gute Führung." Die Zehen sollten einen Zentimeter Platz zur Spitze haben. Der beste Zeitpunkt für den Schuhkauf ist übrigens der Nachmittag. Dann sind die Füße nämlich oft ein wenig dicker als am Morgen.

Passende Schuhe sind aber nicht nur für die Fußgesundheit ausschlaggebend. Vom richtigen Auftritt profitiert die ganze Körperstatik, weil die Füße als horizontales Fundament die Wirbelsäule optimal aufrichten. Können die Füße bei weichen Sohlen und flachen Absätzen außerdem abgerollt werden, stärkt das die Haltungsmuskeln, schont die Bandscheiben. Laut einer US-Studie wird dadurch die Belastung von Hüften, Knien und Fußgelenken um mehr als 30 Prozent reduziert.

Selbst die Wadenmuskulatur wird trainiert, was Krampfadern vorbeugt. Schuhe mit hohen Absätzen dagegen belasten die Lendenwirbelsäule und verstärken das Hohlkreuz. Ständige Rückenschmerzen inklusive.

Fußpflege

Tägliches Eincremen schützt vor Austrocknung und Hautschrunden / Foto: © picture alliance/chromorange

Pilzerkrankungen

Besonders im Winter rufen dicke, enge und gefütterte Stiefel eine Fußplage der besonderen Art auf den Plan: Fußpilz. Jeder dritte Deutsche hat schon Bekanntschaft mit den auslösenden Fadenpilzen gemacht, die meist zwischen den Zehen ein gemeines Jucken und Brennen verursachen. Abhilfe schaffen dabei schnell und sicher pilztötende Cremes.

Hühneraugen & Co.

Eine weitere Folge falscher Schuhe sind eingewachsene Zehennägel oder Hühneraugen. Beide entstehen durch anhaltenden Druck und sind ziemlich schmerzhaft. Beim Hühnerauge bildet sich eine Verhornung am Zeh, die wie ein Dorn nach innen wächst. Spezielle Gelpflaster und polsternde Ringe (Drogerie, Apotheke) können das Hühnerauge bekämpfen und den Druck nehmen. Für beide Probleme gilt: Nicht zu lange selbst herumdoktern, sondern lieber zur Fußpflege oder zum Arzt gehen!

Tipp gegen kalte Füße

Eine warme Empfehlung zum Schluss: Gegen Bibberfüße hilft ein ansteigendes Fußbad: Mit 33 Grad beginnen und alle zwei Minuten etwas heißes Wasser nachgießen. Ist die Temperatur langsam auf circa 40 Grad Celsius gestiegen, Füße noch 15 Minuten lang baden. Für den Akutfall: Eine Fellsohle oder spezielle selbst erwärmende Gelpads (Drogerie) in die Schuhe legen und mehr als sechs Stunden 38 Grad warme Füße genießen.

Autor: Susan Junghans-Knoll