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Röntgenbild einer Schulter und eines Arms

Sanfte Therapien können bei Schulterschmerzen helfen. - Foto: © picture alliance / Alexander Stein/JOKER

Ursachen und Symptome

Therapien gegen Schulterschmerzen

Schulterschmerzen sind extrem lästig. Welche Therapien helfen und warum Sie Beschwerden in Schultern und Armen frühzeitig behandeln sollten.

Beobachten Sie sich kurz selbst: Wie oft und wie lange halten sie Hände und Arme still? Richtig: selten und kurz. Genau darum sind anhaltende Schmerzen in diesen Extremitäten auch so lästig. Wer schon mal eine Sehnenscheidenentzündung oder einen Tennisellenbogen hatte, weiß das. Viele Patienten leiden mehrere Monate, manche sogar Jahre, bis Besserung eintritt – oder operiert werden muss.

Schulterschmerzen beginnen zunächst mit leichten Beschwerden, dieregelmäßig bei ähnlichen Bewegungsabläufen auftreten, etwa beim Anziehen der Jacke oder des Pullovers. Ist der Ellenbogen betroffen, reicht schon ein Griff zur Kaffeetasse, um Schmerzen auszulösen.

Dr. Achim Hedtmann, Schulter- und Armexperte an der Klinik Fleetinsel in Hamburg, rät, rasch einen Arzt aufzusuchen: "Durch langes Verschleppen können dauerhafte Nerven und Muskelschäden entstehen." Eine genaue Diagnose sei das Wichtigste, um die richtige Therapie für Schulterschmerzen oder Beschwerden im Ellenbogen auswählen zu können.

Ursachen von Arm- und Schulterschmerzen

Einige Armbeschwerden und Schulterschmerzen haben ihre Ursachen etwa im Bereich der Halswirbelsäule: Dort drückt möglicherweise ein Bandscheibenvorfall auf jene Nerven, die die Arme versorgen. Der Experte kennt weitere Gründe: "In einigen Fällen verursachen Infektionen die Probleme, zum Beispiel durch sexuell übertragbare Krankheiten. Das muss genau abgeklärt werden."

Schlägt eine Therapie nicht an, sollte der Arzt auch nach einer solchen Ursache forschen. "Eine US-Studie ergab, dass bei einer therapieresistenten Sehnenscheidenentzündung zehn Prozent der betroffenen Frauen an einer unbehandelten Gonorrhoe litten", berichtet Dr. Achim Hedtmann.

Verschleißerscheinung schuld an Schulterschmerzen

Meist liegt der Fall aber ganz anders, und es sind Verschleißerscheinungen, die zu Schmerz und Einschränkung der Mobilität führen. Oder zu oft wiederholte, unnatürliche, immer gleiche Bewegungsabläufe, etwa im Sport. Das trifft vor allem bei Tennis- und Golfellenbogen sowie Sehnenscheidenentzündungen zu. Wird der Arm dann mit einer Schiene ruhiggestellt, verschwinden die Symptome oft. "Auch Salben helfen häufig, da die Gelenke so dicht unter der Haut liegen, dass die Wirkstoffe tatsächlich zu ihnen vordringen", sagt Hedtmann.

Hemmt Entzündungen: Kortison hilft bei Schulterschmerzen

In besonders schlimmen Fällen geben Fachärzte Kortisonspritzen, denn diese können die Entzündung rasch hemmen. Allerdings sollten die Mediziner auf die Dosierung achten: Mehr als drei Injektionen dürfen es bei normaler Dosis nicht sein.

Bei der lästigen, aber harmlosen Kalkschulter gilt meist das Motto: Abwarten und Ruhe bewahren! "Die Kalkspuren trägt man lange symptomlos mit sich herum, irgendwann versucht der Körper dann aber, sie loszuwerden", erklärt Hedtmann. "Und das geht nur über eine Entzündung." Sollten die Schmerzen anhalten und unerträglich werden, kann ein einschneidender Schritt sinnvoll sein: die Operation.

Statt OP: 7 sanfte Therapien gegen Schmerzen in Schulter und Arm

1. Taping

Beim Taping werden leuchtend farbige Pflasterstreifen auf die Arme geklebt – oft bis zur Wirbelsäule hin. Dieses relativ neue Verfahren setzt gezielt Reize im Gewebe, entlastet auf diese Weise und führt so zu einer beschleunigten Selbstheilung. Das Pflaster regt die Durchblutung an und sorgt so dafür, dass die Entzündungsstoffe schneller abgebaut werden und die Muskeln sich entspannen.

2. Kälte und Wärme

Heiß oder Eis? Bei akuten Entzündungen (Anzeichen: warmes Gewebe und Rötungen) wird bei der Physiotherapie oder zu Hause Eis angewendet. Sind auch die Muskeln betroffen, lohnt sich aber auch ein Versuch mit einer Wärmeauflage, die große Linderung bewirken kann.

3. Salben

Salben, die den Schmerz lindern und Entzündungen hemmen, sind meist die erste Wahl. Unter Naturheilmitteln hat sich Arnika bewährt. Stoffe der Ingwerwurzel (z. B. "CH-A lpha Gelenk-G el", Apotheke) helfen ebenfalls bei Entzündung, so eine aktuelle Studie der Universität im indischen Mysore.

4. Physiotherapie

Nicht umsonst zahlen die Krankenkassen Massagen, gezieltes Dehnen und Kräftigen. Die Wirkung dieser Anwendungen gilt als gesichert. Gezielte Übungen entlasten entzündete Sehnenansätze und entspannen überanstrengte Muskeln. Therapien mit Ultraschall oder Reizstrom verstärken die Durchblutung.

5. Akupunktur

Stichhaltige Erfolge wurden bei Knie und Rückenbeschwerden durch umfangreiche Studien belegt. Chronische Schmerzen am ganzen Körper bessern sich häufig durch einige Akupunkturanwendungen beim Arzt. Auch an den Armen lassen sich durch die etwa 0,3 Millimeter dünnen Nadeln gute Effekte erzielen.

6. Osteopathie

Durch leichtes Ziehen und Dehnen des Gewebes versucht man, Fehlfunktionen auszugleichen. Meist behandelt der Osteopath den ganzen Körper, auch wenn nur der Arm betroffen ist. Denn nach osteopathischem Verständnis beeinflussen sich die einzelnen Körperregionen gegenseitig.

7. Enzyme

Da bei Problemen am Arm fast immer eine Entzündung vorliegt, kann eine Therapie mit natürlichen Enzymen die Heilung beschleunigen. Eine wissenschaftliche Untersuchung belegt, dass hoch dosierte Enzymtherapie (z. B. "Wobenzym Plus", Apotheke) ebenso wirksam sein kann wie die Einnahme von Schmerzmitteln mit dem Wirkstoff Diclofenac. Großer Vorteil der Enzyme: Sie sind deutlich besser verträglich und verursachen – anders als Schmerzmittel – keine Magenprobleme.


Die Symptome von Arm- und Schulterschmerzen

So erkennen Sie häufige Beschwerden, die an Armen und Schulter auftreten können:

  • Sehnenscheidenentzündung

  • Erstes Alarmsignal sind ziehende, oft sogar stechende Schmerzen, die vor allem bei Bewegung ausstrahlen können.

  • Kalkschulter

  • Anfangs schmerzen lediglich bestimmte Bewegungen, etwa das Anziehen eines Pullovers. Später aber dauern die Beschwerden an Tennisellenbogen.

  • Tennisellenbogen

  • Die Außenseite des Ellenbogens ist sehr berührungsempfindlich. Bei Bewegung strahlt der Schmerz oftmals auch aus.

  • Schleimbeutelentzündung

  • Eine rundliche, prall gefüllte Schwellung direkt unter der Haut gilt als sicheres Zeichen für eine Schleimbeutelentzündung. Auf Druck werden die Schmerzen stärker. Ein Fachmediziner erkennt ihre Ursache auf den ersten Blick.

  • Karpaltunnelsyndrom

  • Nachts tut die Hand besonders weh. Tagsüber tritt gleichzeitig ein Kribbeln am Daumen sowie an Zeige- und Mittelfinger auf.

  • Golfellenbogen

  • Typisch: Die Schmerzen treten an der Innenseite der Armbeuge auf – und wenn man eine Hand zur Faust ballt.

    Autor: Esther Langmaack