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"So schützen Sie sich vor Zecken" - Foto © Getty Images Europe

Mücken, Wespen & Zecken werden nach dem warmen Winter nun besonders lästig –
oder sogar gefährlich. Wie Sie sich schützen & was im Notfall zu tun ist. - Foto © Getty Images Europe

Mücken, Wespen & Zecken

So schützen Sie sich vor Zecken

Das milde, sonnige Wetter beflügelt nicht nur uns Menschen. Auch die Tierwelt kommt langsam auf Touren. Nach dem warmen Winter geht es gerade kleinen Plagegeistern bestens, etwa den Stechmücken. Oder den Zecken. Die kleinen Spinnentiere, bei uns auch Gemeiner Holzbock genannt, haben es jetzt wieder auf unser Blut abgesehen. Das ist nicht nur lästig, sondern oft gefährlich, denn mit dem Biss können bedrohliche Infektionen übertragen werden.

Beispielsweise Borreliose, bei der die Erreger Muskeln oder Hirn befallen. "In diesem Jahr müssen wir mit besonders vielen Krankheitsfällen rechnen", warnen Mediziner wie der Münchner Immunologe Dr. Peter Schleicher. Allein in Sachsen hat sich 2014 die Zahl der Borreliose-Infektionen durch Zeckenbisse im Vergleich zum Vorjahr bereits mehr als verdoppelt: Das Robert-Koch-Institut teilte mit, dass dort schon über 140 Fälle diagnostiziert wurden.

Hat einer der kleinen Blutsauger zugeschlagen, empfehlen Experten, den Biss vorsichtshalber zu dokumentieren: Man sollte die Zecke dazu mit einer Pinzette behutsam aus der Haut ziehen und in einem Behälter aufbewahren, den man mit dem Datum versieht. So lässt sich eine Ansteckung mit Borrelien selbst Jahre später zurückverfolgen. Noch gibt es gegen die Infektion keine Impfung. Betroffene müssen vielmehr eine langwierige Therapie mit Antibiotika absolvieren.

Impfung gegen FSME

Die Naturheilkunde setzt bei Borreliose auch auf Kräuter wie Beifuß oder Wilde Karde. Gegen eine weitere von Zecken übertragene Infektion kann man sich dagegen per Impfung schützen: FSME, die Frühsommer-Meningoenzephalitis, eine gefürchtete Gehirnentzündung. Am besten schützt man sich vor Zecken, indem man beim Spaziergang lange, helle, dichte Kleidung trägt und ein Anti-Zecken- Spray nutzt. Mit diesem lassen sich – fast wortwörtlich – zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen, denn es enthält oft den Wirkstoff Icaridin, der auch Mücken abwehrt.

Mückenplage

Nach dem milden Winter könnten auch sie zur Plage werden. Ihre Stiche gelten aber als harmlos – noch. Denn unterdessen erobern auch exotische Arten die Bundesrepublik. Belegt wurde das in einem Projekt, bei dem das Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung mit dem Friedrich-Loeffler- Institut für Tiergesundheit einen Mückenatlas erstellte (www.mueckenatlas.de). Diesem zufolge breiten sich hierzulande Fremdlinge wie Asiatische Buschmücken aus, die das West-Nil-Virus übertragen.

Mit Hitze gegen Juckreiz

Gegen den Juckreiz nach Mücken-, Zecken und Ameisenattacken hat Dr. Schleicher immerhin einen Tipp parat: Man sollte einen Metalllöffel in heißem Wasser erwärmen und vorsichtig auf die betroffene Stelle legen. Achtung: Der Löffel sollte nur so heiß sein, dass man es gut aushält – wohl aber über 40 Grad, denn ab dieser Temperatur gerinnen jene von den Insekten unter die Haut gespritzten Eiweißstrukturen, die für das unangenehme Kribbeln sorgen.

Peinvoller als ein Mückenstich kann die Attacke einer Bremse sein, denn diese geht beim Blutsaugen mit messerartigen Mundwerkzeugen wesentlich aggressiver vor. Hier können Umschläge mit Zwiebel, Zitrone, Essig oder Quark den Schmerz lindern. Auch bei Wespenstichen können solche Wickel wirken. Wichtig ist aber zu wissen: Wie Bienen attackieren Wespen nie von sich aus, sondern meist aus Futterneid oder Notwehr. Man sollte sie also nicht durch aufgeregtes Herumfuchteln provozieren.

Hornissenbisse

Harmloser als ihr Ruf sind auch Hornissen: Zwar können größere Exemplare eine Körperlänge von vier Zentimetern erreichen und mit bis zu 24 Stundenkilometern durch die Luft brummen. Die Volksweisheit, schon drei ihrer Stiche könnten einen Menschen töten, sieben sogar ein Pferd, ist jedoch Unsinn. Ihr Gift wirkt schwächer als das von Bienen. Um einen Erwachsenen zu gefährden, wären also mehrere Hundert Stiche nötig.

Auf Nummer sicher gehen

Trotz allem gilt: Wenn der Körper auf Insektengift allergisch reagiert, kann ein einziger Stich gefährlich sein. Dann drohen Atemnot, Herzrasen, im schlimmsten Fall ein lebensbedrohlicher Schock. Gefährdet sind etwa drei Millionen Deutsche, die immer ein Notfallset mit Kortison und Antihistaminikum mit sich führen sollten. Dr. Schleicher rät, zusätzlich dreimal zwei Kapseln Schwarzkümmelöl (Apotheke) pro Tag einzunehmen. Wer auf Nummer sicher gehen will, unterzieht sich einer Hyposensibilisierung. Sie sorgt bei 90 Prozent aller Allergiker für optimalen Schutz.

Autor: A.-K. Hasse