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Die Hälfte der Deutschen leiden unter Schlafstörungen

Die Hälfte der Deutschen leiden unter Schlafstörungen. - Foto © dpa Picture-Alliance GmbH

Tipps für einen besseren Schlaf

Schlafstörungen

Was für eine Zeitverschwendung! Als Neugeborene schlafen wir fast 16 Stunden am Tag, als Erwachsene immerhin noch rund acht. Hochgerechnet bedeutet das: Wir verschlafen ein Drittel unseres Lebens. Und wofür soll das gut sein? Ganz so sinnlos, wie uns die Ruhephasen scheinen, sind sie jedoch nicht. Auch wenn noch nicht alle seine Geheimnisse gelüftet sind, wissen Forscher heute, dass wir erholsamen Schlaf dringend brauchen. Das Gehirn nutzt die Zeit, um die unzähligen Eindrücke des Tages zu verarbeiten und dauerhaft im Gedächtnis zu speichern, Nervengewebe wird umgebaut und das Gehirn regelrecht aufgeräumt, um für neue Informationen Platz zu schaffen.

In der Nacht erholt sich unser Immunsystem und sammelt neue Kräfte für die täglichen Abwehrschlachten. Das Wachstumshormon lässt derweil Haut, Haare und Knochen wachsen und hält unseren Stoffwechsel im Takt. Wie wichtig Schlaf ist, merken wir meist erst, wenn wir zu wenig davon bekommen. Das ist bei den Bundesbürgern derzeit leider häufig der Fall: Schlafstörungen werden zum neuen Volksleiden. "Jeder dritte Deutsche", so der DAK-Gesundheitsreport 2010, "hat regelmäßig Probleme mit dem Ein- und Durchschlafen."

Man liegt stundenlang wach, rollt sich von einer Seite auf die andere, hört das unablässige Ticken der Uhr, kommt einfach nicht zur Ruhe. Klingelt am nächsten Morgen der Wecker, ist man völlig gerädert, kann sich später kaum konzentrieren, schleicht meist schlecht gelaunt durch den Tag. "Ausreichend Schlaf", lautet das Zauberwort. Doch wie lange das ist, lässt sich schwer sagen, denn es ist von Mensch zu Mensch verschieden: Manchen reichen sechs Stunden völlig aus, andere brauchen mindestens neun Stunden. Im Schnitt liegt die Schlafdauer bei etwa 7,5 Stunden täglich. Wer dauerhaft deutlich weniger ruht, schadet seinem Körper.

Typische Folgen sind Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen und Stimmungsschwankungen. Später steigt auch der Blutdruck, der Blutzuckerspiegel gerät durcheinander, und das Immunsystem braucht länger, um schützende Antikörper herzustellen. "Studien haben sogar gezeigt, dass Menschen, die zu wenig schlafen, früher sterben", sagt Dr. Holger Hein, Schlafmediziner und Facharzt für Innere Medizin aus Reinbek. Was aber tun, wenn man einfach nicht in den Schlaf findet? "Den meisten hilft es schon, ihre Schlafhygiene zu verbessern, indem sie sich etwa eine angenehme Schlafumgebung schaffen", so Hein (siehe auch Tipps hier). Wer nur hin und wieder schlecht schläft, kann auch die Heilkraft der Natur nutzen: So zeigt Baldrian bei Schlafstörungen beruhigende Wirkung. Gut zu wissen, dass man selbst einiges tun kann, um die Nacht wieder zur ungestörten Traumzone zu machen.

Zehn Wege zu entspannten Träumen

Wärme, Licht, Luft, Wäsche: Wir können unseren Schlaf mit vielen kleinen Dingen selbst beeinflussen. Das sind die besten Tricks:

1. Frischluft: Bevor Sie zu Bett gehen, sollten Sie das Zimmer ausgiebig lüften. Ausreichend Sauerstoff und eine angenehme Luftfeuchtigkeit sind wichtig für gesunden Schlaf. Ideale Raumtemperatur: circa 19 Grad.

2. Das beste Bettzeug: In leichter, atmungsaktiver Wäsche schlummert man im Sommer am besten.

3. Innere Uhr: Wenn Sie oft Probleme mit dem Einschlafen haben, ist vielleicht Ihr Biorhythmus schuld. Versuchen Sie, eine halbe Stunde eher oder später ins Bett zu gehen (oder aufzustehen).

4. Elektrosmog: Einige Menschen reagieren empfindlich auf elektronische Geräte. Radiowecker, Fernseher und Stereoanlage vor dem Schlafengehen ausschalten.

5. Schön kühl: Versuchen Sie, im Sommer die Hitze aus dem Schlafzimmer zu verbannen, etwa durch Jalousien oder Ventilatoren.

6. Pflanzenkraft: Extrakte aus der Baldrianwurzel können, so eine Studie, beim Einschlafen helfen. Hoch dosiert (mindestens 600 Milligramm) sollen die Wirkstoffe das Nervensystem beruhigen – ohne Nebenwirkungen ("Nervenruh Baldrian Forte", Apotheke).

7. Zur Ruhe kommen: Stellen Sie sich zum Einschlafen einen weißen, menschenleeren Strand vor oder eine grüne Waldwiese. Versuchen Sie, bei diesem Traumbild abzuschalten.

8. Gegen Zappelbeine: Kalte Fußbäder oder Spaziergänge tun gut, wenn die Beine nachts immer wieder zucken. Auch Dehnübungen oder Magnesiumtabletten beruhigen Nerven und Muskeln.

9. Licht aus! Ist das Schlafzimmer nicht ganz dunkel, spielt unsere innere Uhr verrückt: Sie hält uns dann wach oder weckt uns viel zu früh. Dicke, lichtundurchlässige Vorhänge sorgen für Abhilfe.

10. Keine Angst vor Vollmond! Sucht man einen Grund für Schlafstörungen, schiebt man gern dem Mond die Schuld zu. Wissenschaftlich konnte dieser Zusammenhang nie bewiesen werden. Achten Sie deshalb nicht zu sehr auf die Mondphasen. Schlafstörungen kann man sich nämlich anerziehen. Gute Nacht, auch bei Vollmond!

Autor: HÖRZU