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Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich oft durch Übergewicht.

Schilddrüsenunterfunktion zeigt sich oft durch Übergewicht. Foto © iStock, Susan Chiang

Hashimoto-Thyreoiditis und mehr

Schilddrüsenunterfunktion – typische Symptome

Bei einer Schilddrüsenunterfunktion treten die unterschiedlichsten Symptome auf. Welche Rolle Ernährung, Jodmangel und Entzündungen spielen und warum die Behandlung so wichtig ist.

Eine Schilddrüsenunterfunktion ist tückisch. Denn die Hypothyreose, so die medizinische Bezeichnung, tut nicht weh und Betroffene merken somit häufig gar nicht, dass sie krank sind. Rund ein Prozent der Deutschen hat eine Schilddrüsenunterfunktion, davon mehr Frauen als Männer.

Die Symptome sind meist wenig auffällig oder werden als allgemeine Störungen der Befindlichkeit abgetan. Doch unbehandelt kann eine Schilddrüsenunterfunktion die Gesundheit erheblich einschränken.

Die möglichen Folgen einer unbehandelten Hypothyreose:

• Gewichtszunahme
• zu hoher Cholesterinspiegel
• Arterienverkalkung
• Ödeme
• Herzmuskelschwäche
• psychische Probleme, die von depressiver Verstimmung bis zu Halluzinationen reichen können

Symptome der Schilddrüsenunterfunktion

Die Anzeichen der Hypothyreose betreffen also Körper und Psyche. Denn die Schilddrüse regelt nicht nur lebenswichtige Stoffwechselvorgänge im Organismus, sondern beeinflusst auch Stimmung und Gehirnfunktion. Wichtig ist es deshalb, auf folgende Symptome zu achten:

• Verstopfung
• Gewichtszunahme, ohne mehr zu essen
• Muskelkrämpfe
• ständiges Frieren
• trockene Haut
• brüchige Haare
• Haarausfall
• Libidoverlust
• Potenzprobleme
• Zyklusstörungen
• Kropf (heute eher selten)
• Schwellungen um die Augen herum
• Antriebslosigkeit
• ständige Müdigkeit
• Konzentrationsschwäche
• Gedächtnisstörungen

Schilddrüsenunterfunktion – was ist das?

Bei der Schilddrüsenunterfunktion werden zu wenig Hormone in der Schilddrüse gebildet. Das schmetterlingsförmige Organ liegt direkt unter dem Kehlkopf und ist rund 20 Gramm schwer. Der Schilddrüsenhormonmangel bewirkt, dass der Stoffwechsel insgesamt langsamer abläuft.

Zu den Schilddrüsenhormonen gehören:

• Trijodthyronin, abgekürzt T3
• Tetrajodthyronin, T4

Schilddrüsenhormone und TSH

Die Schilddrüsenhormone T3 und T4 sind meist an Eiweiße gebunden und damit inaktiv. Nur ungebundenes (freies) T3 und T4 – wobei Letzteres dann als Thyroxin bezeichnet wird – kann im Organismus wirken. Dabei ist Thyroxin besonders wichtig, weil daraus T3 entsteht.

Wie viele Hormone gebildet und welche Menge von ihnen freigesetzt (aktiviert) wird, bestimmt wiederum das Thyreoidea stimulierende Hormon (TSH). Es wird in der Hirnanhangdrüse (Hypophyse) gebildet und gelangt von dort mit dem Blutstrom in die Schilddrüse. Und auch das THS wird von einem „vorgesetzten“, weiteren Hormon geregelt, dem Thyreotropin-Releasing-Hormon (TRH), das im Hypothalamus entsteht, einem Bereich des Zwischenhirns. T3 und T4 (Thyroxin) sind somit direkt abhängig von THS und indirekt von TRH.


Foto © istock

So wichtig ist Jod für die Schilddrüse – mit der richtigen Ernährung

Als „Treibstoff“ zur Bildung von T3 und T4 benötigt der Organismus außerdem das Spurenelement Jod. Bis zu 200 Mikrogramm Jod pro Tag brauchen Erwachsene, damit die Schilddrüse richtig arbeiten kann. Schwangere und Stillende haben einen höheren Bedarf. Neben Fisch, Algen und Jodsalz als guten Quellen enthalten Gemüse und Getreide geringere Mengen Jod.

Jodmangel begünstigt Knoten und Kropf

Bei Jodmangel vergrößert sich die Schilddrüse. Denn sie versucht auf diese Weise, sogar noch die kleinsten Mengen des Spurenelements aus dem Blut zu erlangen. Diese ständige Überanstrengung lässt die Drüse anwachsen. Trotz dieser Bemühung lässt sich jedoch nicht mehr Jod als vorhanden ist aus dem Blut gewinnen und es bildet sich eine Schilddrüsenunterfunktion.

Bevor sich Jodsalz etabliert hatte und zahlreiche Lebensmittel wie Brot mit diesem angereichertem Salz gebacken wurden, war Jodmangel in Deutschland – außer in den Küstengebieten – sehr häufig.

Neben Schilddrüsenfunktionsstörungen kommt es bei Jodmangel häufig zu heißen oder kalten Knoten im Gewebe der Drüse oder sogar zu einem Kropf (Struma). Heiße Knoten bedeuten eine Überaktivität des Gewebes. Kalte Knoten sind inaktiv, können sich aber in seltenen Fällen zu einem bösartigen Tumor verändern.

Schilddrüsenunterfunktion – die Ursachen

Wenn zu wenige freie Schilddrüsenhormone im Blut zirkulieren, können verschiedene Auslöser in Frage kommen. Endokrinologen unterscheiden je nach Ursache zwischen angeborener und erworbener Schilddrüsenunterfunktion.

Ursachen für eine angeborene Schilddrüsenunterfunktion:

Hier wird die Funktionsstörung der Schilddrüse vererbt oder die Voraussetzungen entwickeln sich, während das Baby in der Gebärmutter wächst. Etwa jedes 3.500. Kind in Deutschland kommt mit einer Schilddrüsenunterfunktion zur Welt. Folgende Veränderungen sind bei ihnen mögliche Ursachen für die angeborene Schilddrüsenunterfunktion:

• Die Schilddrüse ist zu klein oder fehlt.
• Die Hirnanhangdrüse bildet zu wenig THS.
• Der Körper kann Jod nicht richtig verwerten.
• Während der Schwangerschaft hat die Mutter zu wenig Jod bekommen oder Medikamente eingenommen, die eine Schilddrüsenüberfunktion bremsen (Thyreostatika).

Ursachen für eine erworbene Schilddrüsenunterfunktion:

Auch im Laufe des Lebens kann sich eine Schilddrüsenunterfunktion bilden. Auslösende Faktoren können sein:

• zu viel oder zu wenig Jod
• Behandlung mit Thyreostatika oder Bestrahlung mit radioaktivem Jod, die auch zur Therapie einer Schilddrüsenüberfunktion (Hyperthyreose) gehören kann. Manchmal ist es möglich, dass die Therapie einer Überfunktion zu gut anschlägt und sich ins Gegenteil verkehrt. Aus der Überfunktion wird dann eine Unterfunktion der Schilddrüse (Hypothyreose).
• Tumoren der Schilddrüse, die gutartig oder bösartig sein können.
• Entzündungen der Schilddrüse, etwa Hashimoto-Thyreoiditis

Hashimoto-Thyreoiditis – eine Autoimmunkrankheit

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die häufigste Form der erworbenen Schilddrüsenüberfunktion. Dabei handelt es sich um eine chronische, meist fortschreitende Entzündung der Schilddrüse. Ursache für die Hashimoto-Thyreoiditis sind Antikörper, die der Organismus bildet. Sie richten sich gegen die Schilddrüse, also körpereigenes, gesundes Gewebe. Deshalb wird Hashimoto-Thyreoiditis als Autoimmunkrankheit bezeichnet.

Durch diese chronische Entzündung schrumpft die Schilddrüse und kann immer weniger Hormone herstellen, bis die Produktion gänzlich versiegt. Letztendlich können die Antikörper die Schilddrüse zerstören.

Neben diesen verschiedenen Formen der Schilddrüsenunterfunktion gibt es noch eine weitere: die Altershypothyreose. Die Schilddrüse arbeitet mit im Laufe der Lebensjahre langsamer, ein Hormonmangel entsteht. Die Anzeichen der Altershypothyreose werden oft mit allgemeinen Alterserscheinungen verwechselt. Dazu gehören vor allem Depression, kognitive Leistungsschwäche, Appetitverlust und Hörminderung.

Schilddrüsenunterfunktion – dieser Test ist wichtig

So vielfältig die Ursachen und Formen der Hypothyreose auch sein können, so einfach ist meist die Diagnose. Mit verschiedenen Bluttests, die im Fachlabor ausgewertet werden, erkennt der Arzt die TSH-Werte. Zusätzlich lässt sich so feststellen, wie viel freies T3 und T4 im Blut vorhanden sind. Zeigt der Bluttest, dass bestimmte Antikörper auftreten, gilt das als Nachweis für die Hashimoto-Thyreoiditis.


Foto © istock

Darüber hinaus helfen weitere Untersuchungsverfahren, den Zustand der Schilddrüse genauer zu ermitteln, etwa ihre Größe und ob aktives oder inaktives Schilddrüsengewebe vorliegt, beispielsweise Knoten oder ein Tumor:

• Ultraschall/Sonographie: Diese schmerz- und strahlungsfreie Untersuchung liefert anhand von Schallwellen Informationen über Größe und Funktionsfähigkeit der Schilddrüse.
• Szintigraphie: Radioaktiv markierte Substanzen (radioaktives Jod), die der Patient vor der Untersuchung erhält, lagern sich je nach Zustand der Schilddrüse im Organ an und sind auf dem gescannten Bild klar zu erkennen. So lassen sich kalte und heiße Knoten unterscheiden.
• Punktion: Bei Verdacht auf eine bösartige Schilddrüsenerkrankung wird mit einer Feinnadel Gewebe aus dem fraglichen Bereich der Schilddrüse entnommen und labortechnisch untersucht.

Schilddrüsenunterfunktion – die Behandlung

Meist gestaltet sich die Behandlung der Schilddrüsenunterfunktion einfach. Die fehlenden Hormone werden durch entsprechende Schilddrüsenhormontabletten ersetzt (Substitutionstherapie). Dabei handelt es sich meist um synthetisches Thyroxin (L-Thyroxin oder Levothyroxin). Der Körper nutzt es wie T4 und wandelt es auch in T3 um.

Die Behandlung mit Thyroxintabletten beginnt einschleichend, also in niedriger Dosierung. Überwacht durch regelmäßige Bluttests wird die Dosis nach und nach gesteigert, bis sich der Spiegel der Schilddrüsenhormone normalisiert hat. Jeder Patient erhält also eine individuell angepasste Dosis. Die Wirkung ist jedoch nur dann optimal, wenn die Tabletten täglich eingenommen werden, am besten etwa eine halbe Stunde vor dem Frühstück auf nüchternen Magen.

Weil der Körper nicht zwischen natürlichen und synthetischen Schilddrüsenhormonen unterscheiden kann, gibt es bei der Behandlung mit diesen Medikamenten auch keine Nebenwirkungen.

Schilddrüsenunterfunktion heilbar?

Schilddrüsenunterfunktion lässt sich nicht heilen. Meist müssen die Tabletten ein Leben lang eingenommen werden. Jährliche Kontrollen sind wichtig, um zu überprüfen, ob die Dosis noch stimmt. Gut eingestellt spüren die Betroffenen dann nichts mehr von ihrer Erkrankung.

Autor: MONIKA PREUK