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Walking stärkt innere Organe wie die Leber.

Sanfter Sport: Walking regt den Stoffwechsel an und bringt damit auch die Leberaktivität auf Trab. - Foto © picture alliance / Arco Images GmbH

Was unserer Leber gut tut

Reinigung von innen

Unglaublich, was sie alles leistet: Sie reguliert den Fett- und den Zuckerstoffwechsel, steuert den Mineral- und Vitaminhaushalt und filtert Schadstoffe aus unserem Blut. Ganz nebenbei produziert sie auch noch lebenswichtige Substanzen – wie eine kleine "Biochemiefabrik", die Eiweiße aus der Nahrung in Aminosäuren zerlegt und dann zu körpereigenen Proteinen umbaut, beispielsweise zu Enzymen, Hormonen und Gerinnungsfaktoren.

Die Leber ist das Kraftwerk unseres Körpers und mit rund 1,5 Kilo Gewicht auch unser schwerstes inneres Organ. Rund um die Uhr finden dort Billiarden lebenswichtiger biochemischer Prozesse statt. "Kein Organ erfüllt so viele unterschiedliche Aufgaben wie unsere Leber", erklärt Dr. Volker Schmiedel, Facharzt für innere Medizin. Für den Kassler Chefarzt ist die körpereigene Entgiftungszentrale deshalb auch das "wichtigste Organ unseres gesamten Stoffwechsels".

Die Leber ist das wichtigste Organ unseres Stoffwechsels

Leider wird es allzu oft vernachlässigt, und zwar in einem Maß wie kaum ein anderes Organ. Um dem entgegenzuwirken, hat der Experte einen Ratgeber geschrieben (Hier bestellen: "Hausputz für Leber & Galle", Trias Verlag, 17,99 Euro).


Acht Tipps: Das tut unserer Leber gut

Mit wenig Aufwand viel erreichen: Die Funktionsfähigkeit des wichtigen Organs können wir im Alltag ganz einfach unterstützen.

1. Viel Gemüse
Chicorée, Radicchio, Endiviensalat und andere Gemüsesorten, die viel an Bitterstoffen enthalten, regen die Galleproduktion wirkungsvoll an.
2. Weniger Fett
Leichter Kräuterquark oder Ricotta ist weniger belastend als Wurstaufschnitt. Für gesundes Grillen gilt: mageres Geflügel und Rindfleisch wählen.
3. Bewegung im Freien
Walking sowie gemütliche Fahrrad- und Rudertouren regen den Stoffwechsel an und bringen damit auch die Leberaktivität auf Trab.
4. Wenig Alkohol
Die tägliche Obergrenze für Frauen liegt bei 0,1 Liter Wein oder 0,25 Liter Bier. Männer sollten maximal das Doppelte konsumieren.
5. Leberwickel
Warme Umschläge verbessern die Durchblutung der Leber und fördern auf diese Weise ihre Leistung.
6. Kaffee
Studien zeigen: Circa zwei Tassen Kaffee am Tag schützen die Leber.
7. Gewürze und Kräuter
Kurkuma, Ingwer, Liebstöckel, Fenchel, Kümmel, Koriander, Ingwer, Thymian, Rosmarin, Anis und Salbei stärken die Leber.
8. Naturapotheke
Eine Studie mit 105 Probanden belegt, dass ein Wirkstoff aus Blättern der Königsartischocke die Fettverdauung verbessert. Zudem aktiviert und schützt er die Regeneration und die Funktionsfähigkeit der Leber (z. B. "Hepar-SL forte", Apotheke).


Genussgifte wie Alkohol sowie fettreiches Essen setzen der Leber nämlich tagtäglich zu. Trotzdem hat jeder die Möglichkeit, sie zu pflegen und zu stärken. Mehr als 30 Prozent aller Erwachsenen leiden an Leberproblemen und -erkrankungen wie chronischer Hepatitis, Fettleber oder Gallensteinen. Bei vielen Menschen bleiben sie über lange Zeit unbemerkt, denn die Leber, so Schmiedel, "leidet stumm". Das Organ, das sich im rechten Oberbauch unter dem rechten Rippenbogen befindet, hat keine Nervenzellen und sendet deshalb keine Warnsignale in Form von Schmerzen aus.

Stattdessen können verschiedene andere Symptome auf Leberprobleme hinweisen, etwa dauerhafte Erschöpfung, Konzentrationsschwierigkeiten, Schla- foder Verdauungsstörungen. Verlässliche Auskunft über Leberprobleme erhalten Ärzte durch Blutuntersuchungen im Labor. Während Patienten mit gravierenden Schäden selbstverständlich eine intensive medizinische Betreuung benötigen, genügt es bei Menschen mit leichten Beeinträchtigungen oft schon, einige Wochen lang gesünder zu leben als üblich.

Gerade die Sommermonate sind eine gute Zeit, um an die Leber zu denken, sie zu pflegen und ihre Funktionsfähigkeit zu stärken (siehe weiter oben). Zum Beispiel durch Bewegung an der frischen Luft: Ausgiebige Spaziergänge oder gemächliche Fahrradtouren bringen den Stoffwechsel und damit auch die Leberaktivität in Schwung, ohne die Gelenke oder den Kreislauf zu belasten.

Gesundheit, die schmeckt

Sind die Abende lang und lau, nimmt man gern ein Glas Wein oder Weizenbier mehr zu sich als sonst. "Mindestens ein Drittel aller Lebererkrankungen sind aber auf Alkohol zurückzuführen", warnt Schmiedel. Wie wäre es also zur Abwechslung mit einer spritzigen Frucht- oder Kräuterbowle? Auch die hat ein frisches Aroma, "mundet" der Leber aber mehr als alkoholische Getränke.

Auch beim sommerlichen Grillen kann man ihr Gutes tun, indem man statt Würstchen oder Schweinebauch leichte, fettarme Fleischsorten auf den Rost legt, etwa Geflügel oder Rindfleisch. Dr. Schmiedel gibt bei allen Tipps aber zu bedenken: "Wenn Sie es sich gegen Ihren Willen reinquälen müssen, nutzt die gesündeste Nahrung nichts. Essen Sie nicht nur Lebensmittel, die zwar optimal sind, aber Ihnen nicht schmecken.“ Das Motto lautet also: gesund mit Genuss. Und: Es ist (fast) nie zu spät. Denn die Leber ist extrem regenerationsfähig. Wer sie pflegt, kann erstaunliche Erfolge erleben: größere Vitalität, mehr Lebenskraft und neuen Schwung – auch für die Seele.


Unser perfektes Verdauungssystem

Unsere Nahrung gelangt über die Speiseröhre (1) zum Magen (2), der sie mit Magensaft versetzt und in kleinen Portionen an den Dünndarm (3) abgibt. Nährstoffe gelangen über die Darmwand in den Blutkreislauf. Zu den zahlreichen Aufgaben der Leber (4) gehört die Produktion von Gallenflüssigkeit, die der Darm zur Verdauung von Fetten braucht. Die Gallenblase (5) speichert Gallenflüssigkeit und gibt sie bei Bedarf ab. Via Dickdarm (6) und Mastdarm (7) gelangen Nahrungsreste zur Ausscheidung.

Autor: Nele-Marie Brüdgam