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Pickel

Foto © iStock.com, Peopleimages

Was hilft und was schadet

Pickel: Do’s & Don’ts bei unreiner Haut

Sprießt ein Pickel im Gesicht, will man ihn so schnell wie möglich loswerden. Doch wer jetzt drückt oder kratzt bewirkt das Gegenteil. Schlimmer noch: Er riskiert das Risiko für Narben. Was stattdessen besser hilft.

Ein paar Pickel hat jeder einmal. Sie mögen unschön aussehen und als störend empfunden werden, meist sind sie aber harmlos. Trotzdem ist es ärgerlich, wenn der Pickel auf der Nase gerade dann zum Vorschein kommt, wenn es so gar nicht passt – pünktlich zum Start in den Urlaub, kurz vor dem Hochzeitstag oder dem Bewerbungsgespräch. Dennoch erfordern diese harmlosen Pickel keine spezielle medizinische Behandlung.

Anders kann das bei Akne aussehen. Dabei handelt es sich weltweit um die häufigste dermatologische Erkrankung. Laut Leitlinie der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft sind rund 60 bis 80 Prozent aller Jugendlichen davon betroffen. Doch auch Erwachsene können noch darunter leiden – laut Pharmazeutischer Zeitung ist sogar jeder fünfte Erwachsene von Akne-Läsionen geplagt.

Ursachen für Pickel: Wie kommt es zu den lästigen Pusteln?

Theoretisch können Pickel an allen Körperbereichen auftreten. Bevorzugt suchen sie sich aber Stirn, Nase, Kinn, Rücken oder Dekolleté aus. Sie entstehen dort, weil sich der Bereich bakteriell entzündet aus dem die Haare wachsen. Meist sind die Haarbälge betroffen, aus denen zwar nur kleine Körperhaare treten, die aber von großen Talgdrüsen umgeben sind.

Als Ursache der Akne-Pickel wird in erster Linie die hormonelle Umstellung in der Pubertät gesehen – schuld sind vor allem die männlichen Geschlechtshormone (Androgene). Der Grund: Unsere Hormone nehmen Einfluss auf die Arbeit der Talgdrüsen. Normalerweise produzieren sie Talg, damit die Haut geschmeidig bleibt, doch ein Zuviel macht die Haut fettig. Außerdem bewirkt die erhöhte Talgproduktion, dass sich die Haarbälge verschließen und der Talg nicht mehr abfließen kann. Die verstopften Poren bilden einen perfekten Nährboden für körpereigene Bakterien. Das Ergebnis: Entstandene Mitesser entzünden sich und verwandeln sich zu roten Knoten, in denen sich Eiter bildet. Oft treten Mitesser, Knötchen und mit Eiter gefüllte Pusteln gleichzeitig auf dem Hautbild in Erscheinung.

Im Erwachsenenalter kommen neben hormonellen Umstellungen noch weitere Ursachen für Akne-Pickel infrage: So können Medikamente (oder auch das Absetzen von Medikamenten wie die Anti-Baby-Pille), Stress oder das Sonnenlicht dazu führen. Letzteres ist unter dem Namen „Mallorca-Akne“ bekannt.

Pickelbehandlung: Wann zum Arzt?

Treten Pickel immer öfter und vermehrt auf, ist es Zeit einen Dermatologen um Rat zu bitten. Auch Entzündungen müssen von einem Experten unter die Lupe genommen werden, da sich dahinter andere Erkrankungen wie Rosazea verbergen können. Durch eine entsprechende Behandlung kann der Entstehung von Akne vorgebeugt werden. Bei Akne ist eine konsequente Therapie erforderlich, die viel Geduld benötigt. Neben allgemeinen Hygienemaßnahmen kommen spezielle Medikamente zum Einsatz – diese sind zum Teil verschreibungspflichtig. Eine effektive Behandlung ist hier besonders wichtig, um einer Narbenbildung rechtzeitig entgegenzuwirken.

Was hilft gegen Pickel?

Generell gilt: Von entzündeten Akne-Pickeln muss man die Finger lassen! Daran herum zu quetschen, fördert nur die Entstehung von Narben und Infektionen. Außerdem verschlechtert sich das Hautbild weiterhin, denn der ausgetretene Eiter begünstigt die Bildung von neuen Pickeln. Stattdessen dienen in Absprache mit dem Arzt bestimmte Salben oder Tabletten der Linderung. Bei kleinen Pickeln oder Mitessern darf man im Notfall auch selbst schon einmal Hand anlegen. Um der Haut dadurch nicht zu schaden, müssen aber einige wichtige Hinweise beachtet werden.

Do‘s fürs Pickel entfernen

• Hygiene beachten: Bevor dem Pickel zu Leibe gerückt wird, gilt: Hände gründlich waschen und den Pickel mit einem alkoholhaltigen Gesichtswasser reinigen.

• Pickel entlasten: Schonend funktioniert das, wenn das Gesicht zuvor mit einem Kamilledampfbad darauf vorbereitet wird. Nachdem die Gesichtshaut rund zehn Minuten von dem Dampf umhüllt wurde, mit einem kalten Waschlappen leicht abkühlen. Dann mithilfe eines sogenannten Komedonenquetschers aus der Apotheke die Pickel öffnen und die Haut etwas auseinanderziehen. Auf diese Weise wird der Austritt des Eiters ermöglicht. Wenn gedrückt werden muss, dann nur sehr leicht – auf keinen Fall quetschen. Im Anschluss die Stelle mit alkoholhaltigem Gesichtswasser desinfizieren.

• Anti-Blemish-Stifte verwenden: Diese speziellen Pickelprodukte können auf einzelne Übeltäter aufgetragen werden, um den Pickel punktuell auszutrocknen.

• Besuch bei der Kosmetikerin: Handelt es sich nicht um Akne, empfiehlt es sich, die Gesichtshaut regelmäßig bei der Kosmetikerin ausreinigen zu lassen. Sie behandelt die Pickel besonders schonend und kann Hautunreinheiten beseitigen, noch bevor man sie selbst im Spiegel erblickt und sie sich scheinbar unbemerkt verschlimmern können. Zur Entfernung werden sie von der Expertin mit einer sterilen Einmalnadel geöffnet.

Don’ts fürs Pickel entfernen

• Zu früh loslegen: Reift ein dicker Pickel heran, bekommen die meisten direkt Panik. Ihn jetzt aber direkt loszuwerden, funktioniert nicht. Um Hautverletzungen und Infektionen vorzubeugen, muss sein Anblick so lange ertragen werden, bis eine kleine Eiterbeule zu sehen ist. „Unterirdische“ Pickel müssen erst an die Oberfläche treten, bevor sie ausgedrückt werden dürfen.

• Immer weiter drücken: Verschwindet die Eiterbeule auf dem Pickel nicht beim ersten Versuch unter leichtem Druck gilt: Nicht weitermachen! Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Pickel noch nicht so weit ist, entfernt zu werden.

• Mit den Fingern ausdrücken: Das ist ein absolutes No-Go! Denn zum einen verletzen die Fingernägel die Haut und zum anderen können darunter angesiedelte Bakterien in die Wunde gelangen. Stattdessen um jeden Zeigefinger ein Kosmetiktuch als Schutz wickeln.

• Furunkel im Gesicht ausdrücken: Bei diesen eitrigen Entzündungen handelt es sich nicht um normale Pickel, sondern um Abszesse, die durch ein Bakterium ausgelöst werden. Sie dürfen keinesfalls ausgedrückt werden, weil die Keime sonst über die Blutbahn in das zentrale Nervensystem dringen könnten.

• Aggressive Reinigungsmittel bei Akne verwenden: Akne-Pickel müssen sanft und schonend behandelt werden, um die Haut nicht noch zusätzlich zu reizen. Produkte wie grobe Peelings oder Alkoholhaltiges sind daher ungeeignet.

Natürlich gibt es auch diverse Hausmittel, die gegen Pickel helfen sollen. Dazu gehören zum Beispiel Pasten, die aus Kräutern wie Dill hergestellt werden, Teebaumöltinkturen oder Heilerdemasken. Wenden Sie solche Hausmittel nur an, wenn sie unerwünschte Nebenwirkungen wie Unverträglichkeiten ausschließen können. Besonders, wenn es sich um Akne-Pickel handelt, sind Hausmittel mit Vorsicht zu betrachten und bedürfen sicherheitshalber immer einer Absprache mit dem Arzt.

Pickel vorbeugen – geht das?

Pickel sind nicht immer vermeidbar. Wer zu unreiner Haut neigt, kann jedoch viel für die Gesundheit seiner Haut tun:

• regelmäßige Reinigung der Haut morgens und abends

• Reinigung mit einer ph-neutralen Waschlotion

• Anwendung von Peelings

• warmes Wasser für die Gesichtsreinigung verwenden

• Cremes auftragen, die fettarm aber feuchtigkeitsspendend sind

Welche Rolle die Ernährung als Pickelursache spielt, wird seit Jahren diskutiert. Bisher reichen die Untersuchungsergebnisse der Studien nicht aus, um eine spezielle Akne-Diät zu empfehlen. Dennoch wird immer wieder ein Zusammenhang zwischen einer zucker- und fetthaltigen Ernährung und der Entstehung von Pickeln hergestellt. Fisch und vitaminhaltige Speisen stehen im Gegensatz dazu im Verdacht, das Hautbild möglicherweise zu verbessern. Deshalb empfiehlt sich zur Vorbeugung von Pickeln eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit viel Gemüse, Vollkornprodukten und eine ausreichende Wasserzufuhr. Denn feststeht: Ernährt sich der Mensch gesund, profitiert davon auch seine Haut – sie wirkt straffer, gesünder und bekommt einen schönen, strahlenden Teint.

Autor: Viola Booth