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Orangenhaut – was tun gegen Cellulite?

Bei Orangenhaut drücken sich Fettzellen durchs Bindegewebe und Dellen entstehen. Foto © iStock/djiledesign

Was wirklich hilft (und was nicht)

Orangenhaut – was tun gegen Cellulite?

Pfirsichhaut will jeder – Orangenhaut dagegen gilt als Schönheitsmakel. Bekämpfen lässt sich gegen Cellulite nur bedingt. Doch es gibt Methoden, die Erfolg versprechen.

Starke Cellulite kann sehr belasten. Um eine Krankheit handelt es sich bei Orangenhaut – so die umgangssprachliche Bezeichnung – jedoch nicht. Cellulite ist ein kosmetisches Problem.

Weil Cellulite bis zu 90 Prozent der Frauen betrifft, hat sich zur Behandlung und Vorbeugung der unschönen Dellen ein großer Markt entwickelt. Doch nicht alle Anti-Cellulite-Produkte halten, was sie versprechen. Um beurteilen zu können, welche Behandlungen sinnvoll sind, ist es wichtig, die Ursachen der Orangenhaut zu kennen.

Cellulite entsteht dort, wo Fett ist

Cellulite bildet sich vor allem in Bereichen, die mit einer gewissen Fettschicht unterfüttert sind: Oberschenkel, Bauch, Po und oft auch Oberarme. Die Dellen und Grübchen bilden sich, weil sich Fettzellen durch das Bindegewebe drücken. Vor allem beim Zusammenschieben der Haut kommt es zum sogenannten Matratzenphänomen mit Einziehungen und Vorwölbungen. Es gibt wenige wissenschaftliche Untersuchungen über die genaue Entstehung von Cellulite.

Experten diskutieren verschiedene Thesen. Demnach könnte es sich teilweise um kleine Wasseransammlungen (Ödeme) oder minimale Funktionsstörungen beim Abtransport der Lymphe (Mikrozirkulation) handeln. Als gesichert gilt, dass der Aufbau des Bindegewebes bei der Entstehung von Cellulite eine wichtige Rolle spielt. Bei Orangenhaut ist das Bindegewebe mit seinen stützenden Kollagenfasern zwischen Oberhaut (Epidermis) mit Lederhaut (Dermis) und Unterhaut (Subcutis) mit ihrer Fettschicht schwach ausgebildet. Deshalb kann sich das Fett durch dieses Bindegewebenetz drücken, Erhebungen (Fettzellen) und Dellen (Kollagenfasern) zeichnen sich unter der Haut ab.

Übergewichtige Männer haben selten Cellulite

Das Risiko, Cellulite zu bekommen, ist für Frauen besonders groß. Die Ursache ist ihr spezieller Aufbau des Bindegewebes. Die Fasern verlaufen zur Hautoberfläche eher senkrecht und kreuzen sich wenig. Die Fettzellen drücken sich deshalb sichtbar unter der Haut ab. Männer haben sehr selten Orangenhaut, sogar wenn sie zu viele Kilos auf die Waage bringen. Das männliche Bindegewebe ist stärker ausgebildet und besser vernetzt als das weibliche. Damit ist es stabiler und Fett kann sich nicht so leicht durchdrücken.

Stark übergewichtige Männer entwickeln durchaus Cellulite. Denn Fettgewebe bildet auch beim Mann das Hormon Östrogen, womit ihr Bindegewebe sozusagen „verweiblicht“ wird, also Stabilität einbüßt.

Warum auch schlanke Frauen Cellulite haben

Vor allem mollige und übergewichtige Frauen sind besonders gefährdet, Cellulite zu entwickeln. Je ausgeprägter die Fettpolster sind, umso stärker wölben sich die Fettzellen vor. Allerdings gibt es auch sehr schlanke Frauen, die Orangenhaut haben. Die Erklärung dafür: Die Veranlagung für Cellulite ist vererbt, Bindegewebsschwäche liegt in den Genen. Je ausgeprägter die genetische Vorbelastung ist, desto höher das Risiko, dass sogar bei sehr wenig Fettgewebe Cellulite entstehen kann.

Der Cellulite-Test

Mit dem einfachen Kneiftest lässt sich feststellen, ob Cellulite vorliegt und falls ja, in welchem Schweregrad.

• keine Cellulite: Beim Kneifen wirft die Haut Falten
• Cellulite Grad 1: Beim Kneifen zeigt sich das typische Matratzenphänomen mit Dellen. Im Stehen und Liegen ist die Haut glatt.
• Cellulite Grad 2: Nicht nur beim Kneifen, auch im Stehen erscheinen die typischen Dellen.
• Cellulite Grad 3: Die Hautdellen bleiben, auch im Stehen und Liegen.

Mit Cellulite-Creme gegen die Dellen

Cellulite zweiten und dritten Grades ist oft mit großem Leidensdruck verbunden. Viele versuchen dann, die Haut mit Cellulite-Cremes, Peelings und Massagen zu glätten. Kollagen und Hyaluronsäure sollen die Bindegewebsschwäche ausgleichen, Koffein und Pflanzenextrakte den Fettabbau unterstützen.

Die vielen Produkte und Verfahren gegen Cellulite machen die Entscheidung schwer. Leider gilt: Cellulite bekommt man damit nicht auf Dauer weg. Denn die Ursachen – genetische Vorbelastung und Aufbau des Bindegewebes – lassen sich damit nicht ändern. Regelmäßiges Eincremen und leichte Massagen können das Hautbild allerdings verbessern.

Cellulite bekämpfen – typgerecht: Das hilft wirklich

Cellulite als Schicksal hinnehmen muss aber niemand. Schwaches Bindegewebe und Übergewicht lassen sich beeinflussen:
• Übergewichtige mit Cellulite nehmen am besten mit fettarmer Diät und Sport ab.
• Normalgewichtige mit Cellulite sollten auf Bindegewebsmassage plus Sport setzen.

Sport baut Muskeln auf und verbrennt Fettreserven. Klar definierte Muskeln zeichnen sich unter der Haut ab und glätten sie so. Je dünner das Fettgewebe unter der Haut ist, desto minimaler sind die Dellen. Das Bindegewebe lässt sich zusätzlich mit Faszien-Training stärken, etwa Übungen mit dem Faszien-Roller. Abnehmen, Faszien-Training und Sport sind zwar keine Garantie dafür, Cellulite loszuwerden, doch die Haut wird straffer.

Cellulite mit Massagen wegbekommen?

Daneben gibt es auch verschiedene spezielle Cellulite-Behandlungen, die in Kosmetik- und Fitness-Studios angeboten werden:
• Wickeltechniken wie Body Wrapping: Spezialcremes, darüber Folien oder Gummianzüge, sollen die Problemzonen formen und die Haut glätten. Mit dem Pressen verliert der Körper jedoch meist nur kurzfristig Flüssigkeit und kein Fett.
• Bindegewebsmassage: Diese Massagetechnik setzt direkt am Fett- und Bindegewebe unter der Haut an. Bindegewebsmassage hilft Verspannungen zu lösen. Eine Wirkung gegen Cellulite ist nicht bewiesen.
• Lymphdrainage: Das sanfte Streichen über Lymphknoten und Lymphbahnen verbessert den Abtransport von Wassereinlagerungen, die bei der Entstehung von Cellulite eine Rolle spielen können.

Cellulite bekämpfen mit Radiofrequenz, Stoßwellen, Ultraschall und Laser

Ansprechpartner für ausprägte Cellulite ist der Dermatologe. Es gibt verschiedene Maßnahmen, die mehr oder weniger invasiv sind:

Radiofrequenz-Behandlung: Hier setzt der Arzt ein Gerät auf die Haut, das elektrische Energie als Wärme abgibt. Haut, Bindegewebe und Fettschicht werden damit auf rund 45 Grad erwärmt. Die speziellen Frequenzen sollen Fettzellen zerstören und neue, starke Kollagenfasern aufbauen. Der Effekt ist meist nur leicht und mehrere Sitzungen sind nötig (Kosten pro Behandlung ab etwa 90 Euro).

Fokussierte Stoßwellentherapie: Die Technik sieht ähnlich aus wie das Radiofrequenz-Gerät, arbeitet jedoch nicht mit Wärme, sondern mit Druckwellen. Sie sollen Fettzellen zerstören und den Lymphfluss anregen. Diese Behandlung wird ebenfalls mehrmals durchgeführt und zusätzlich mit einem speziellen Muskeltraining kombiniert. Die Behandlung hat sich in ersten Tests als erfolgreich erwiesen. Die Kosten pro Sitzung belaufen sich auf etwa 250 Euro.

Ultraschall-Lipolyse: Hochfrequente Ultraschallwellen sollen Fettzellen eliminieren und das Bindegewebe stärken. Die Behandlung zielt auf Fettabbau ab und wird mehrmals durchgeführt. Jede Sitzung kostet rund 45 Euro.

Laser-Lipolyse: Dabei kann der Laser Fettzellen auflösen und Bindegewebe straffen. Es handelt sich um eine invasive Methode: Der Arzt führt den Speziallaser über einen kleinen Hautschnitt ein. Die vom Laserlicht zerstörten Fettzellen baut der Körper ab. Bei größeren Mengen werden Gewebereste per Schlauch abgesaugt. Der Eingriff erfolgt unter örtlicher Betäubung und kostet rund 900 Euro.

Autor: MONIKA PREUK