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Neurodermitis – die besten Tipps zur Behandlung

Vor allem, wenn Babys Neurodermitis haben, ist sanfte Beahndlung wichtig. Foto © gradyreese

Atopische Dermatitis

Neurodermitis – die besten Tipps zur Behandlung

Hautentzündungen, die stark jucken und immer wieder auftreten – Neurodermitis quält vor allem Babys und Kinder. Gerade sie brauchen eine sanfte und sichere Behandlung.

Neurodermitis ist eine chronisch-entzündliche Hautkrankheit. Die medizinische Bezeichnung lautet atopisches Ekzem oder atopische Dermatitis. Die Häufigkeit dieser allergisch bedingten Stoffwechselstörung der Haut hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. Bis zu sechs Millionen Erwachsene sind betroffen, bei Kindern und Babys sogar bis zu 20 Prozent.

Bei rund einem Drittel der Kinder mit Neurodermitis verschwindet die Hautkrankheit mit den Jahren, nach der Pubertät sind diese Patienten völlig beschwerdefrei. Bei vielen jedoch ändern sich nur die Symptome dieser Überempfindlichkeit. Die Neurodermitis tritt nicht mehr auf, doch es entstehen beispielsweise Heuschnupfen oder Asthma.

Erstes Neurodermitis-Anzeichen beim Baby: Milchschorf

Bereits mit wenigen Wochen entwickeln manche Babys rote, schuppige Haut mit Pusteln, die extrem jucken. Die Kleinen kratzen die Stellen auf, Keime dringen ein und es kommt zu Hautentzündungen. Dieser Milchschorf breitet sich vor allem im Gesicht, auf der behaarten Kopfhaut sowie an Armen und Beinen aus. Oft entsteht daraus ein atopisches Ekzem. Milchschorf kann also ein Frühzeichen von Neurodermitis sein.

Das Risiko, Milchschorf und damit eventuell Neurodermitis zu bekommen, lässt sich durch Stillen nachweislich senken. Empfohlen wird deshalb, das Baby mindestens die ersten vier Monate lang zu stillen und erst danach langsam Beikost zuzuführen.

Neurodermitis-Symptome: Juckreiz, Krusten und Knötchen auf der Haut

Das wichtigste Neurodermitis-Anzeichen bei Kindern und Erwachsenen sind stark juckende Ekzeme, die sich besonders in den Kniekehlen und Ellenbeugen ausbreiten (Beugenekzeme). Doch auch Gesicht, Hände und Füße können betroffen sein. Phasen mit weniger Beschwerden wechseln sich mit Schüben ab, in denen sich die atopische Dermatitis verschlimmert.

Je nach Ausprägung lässt sich das atopische Ekzem in drei Stadien einteilen:

1. Die Haut verändert sich, wird rot, schwillt an, nässt und bildet Krusten.
2. Die Krusten fallen ab und rote Knötchen entstehen, die extrem jucken.
3. Bleiben die Veränderungen auf Dauer, weil die Neurodermitis nicht behandelt wird, können sich die befallenen Hautstellen verdicken, das Hautbild wird grober und schuppig.

Die Ursachen der Neurodermitis

Warum Neurodermitis entsteht, ist noch nicht abschließend geklärt. Sicher ist jedoch, dass mehrere Faktoren eine Rolle für Ursachen und Auslöser spielen. Das sind:

• Vererbung
Atopische Erkrankungen treten in manchen Familien besonders häufig auf. Atopisch bedeutet, dann man auf Umweltreize wie Pollen, bestimmte Nahrungsbestandteile, Tierhaare und Hausstaub besonders empfindlich reagiert und dazu neigt, eine Allergie zu entwickeln. Haben etwa beide Elternteile Asthma oder Heuschnupfen, liegt das Risiko ihres Kindes, Neurodermitis zu bekommen, bei bis zu 80 Prozent. Genetisch bedingt ist bei Betroffenen die Barrierefunktion der Haut gestört. Die Haut ist besonders trocken und empfindlich, ihr fehlen Fette und sie kann Feuchtigkeit nicht ausreichend speichern.

• Allergien
Häufig bestehen neben der Neurodermitis auch Allergien auf bestimmte Bestandteile von Nahrungsmitteln, Hausstaub, Pollen und/oder Tierhaare. Kontakt mit diesen Allergenen kann die Neurodermitis verstärken oder einen Schub auslösen.

• Umweltfaktoren
Dazu zählen die Jahreszeiten. Der Winter kann mit seiner trockenen Luft eine Verschlechterung der Neurodermitis bewirken. Auch Infekte, die in dieser Jahreszeit grassieren, können einen Schub auslösen. Im Sommer führt Schwüle dazu, dass sich Schweiß in Hautfalten wie Kniekehlen und Ellenbogenbeugen sammelt, was die Haut reizen kann. Außerdem werden Umweltgifte wie Rauch, Ozon, Abgase und Feinstaub als Mitauslöser für Neurodermitis diskutiert.

• Stress
Bei Menschen, die bereits eine Veranlagung zu Allergien haben, verstärkt sich die Bereitschaft zu einer fehlgeleiteten Immunreaktion, wenn sie unter negativer psychischer Belastung stehen. Deshalb gilt auch Stress als typischer Auslöser für einen Neurodermitis-Schub.

Diagnose der Neurodermitis

Oft erkennt der Hautarzt auf den ersten Blick, dass es sich um Neurodermitis handeln könnte. Denn die Hautanzeichen Röte, Ekzem, Schuppen und vor allem der starke Juckreiz sind charakteristisch. Allerdings haben einige Hautkrankheiten ähnliche Symptome, darunter Schuppenflechte (Psoriasis), Kontaktekzem, Hautpilz oder Krätze (Skabies).

Die Diagnose „Neurodermitis“ trifft deshalb erst dann zu, wenn folgende drei primären Kriterien passen und mindestens drei sekundäre.

Primäre Kriterien

• Ekzeme an den typischen Stellen, etwa Ellenbeugen, Kniekehlen, Gesicht
• starker Juckreiz und chronischer Verlauf in Schüben
• familiäre Belastung mit Neurodermitis, Heuschnupfen oder Asthma

Sekundäre Kriterien

• trockene Haut
• Juckreiz durch bestimmte Textilien, vor allem Wolle
• blasses Gesicht und dunkle Augenringe
• Bei Kindern doppelte Lidfalte am Unterlid (Dennie-Morgan-Falte)
• Augenbrauen sind zur Schläfe hin ausgedünnt
• Ausgeprägte Linienzeichnung auf den Handflächen
• verengte Blutgefäße der Haut; nachweisen lässt sich das mit einem kleinen Test. Dazu streicht der Arzt mit einem Holzspatel fest über die Haut. Bei Atopikern hinterlässt dies eine weiße Linie (weißer Dermographismus), bei Nicht-Atopikern eine rote.

Zusätzlich rundet ein Allergietest die Diagnose ab. Auf diese Weise wird erkennbar, ob eine Bereitschaft zu Allergien vorliegt. Weitere Tests helfen, die Allergene zu identifizieren, auf welche der Neurodermitiker womöglich reagiert.

Allerdings sind nicht alle Menschen, die Neurodermitis haben, zusätzlich allergisch auf bestimmte Stoffe. Und nicht alle, bei denen sich im Blut eine Neigung zu Allergien nachweisen lässt, müssen Neurodermitis entwickeln. Ausschlaggebend für die Diagnose sind also die primären und sekundären Kriterien.

Behandlung von Neurodermitis

Bei besonders starken Schüben verschreibt der Arzt Salben oder Lotionen mit Kortison (Glukokortikosteroide). Der Wirkstoff bremst Entzündungen und lässt Ekzeme schneller abheilen. Anders als die früher gebräuchlichen Kortison-Präparate gegen Neurodermitis verfügen moderne Produkte über weniger ausgeprägte Nebenwirkungen. Trotzdem nutzen die meisten Patienten Kortison-Präparate lieber kurzfristig.

Die Dauertherapie von Neurodermitis besteht aus mehreren Maßnahmen. Dazu gehören:

Gezielte Hautpflege (Basispflege), um die Haut feucht und geschmeidig zu machen. Dazu gehört zweimal täglich eincremen. Bei Neurodermitis bewährt haben sich Salben auf Fettgrundlage und mit dem Zusatz von Harnstoff (Urea). Urea kann Feuchtigkeit besonders gut halten. Für Neurodermitiker eignen sind Produkte mit mindestens zehn Prozent Urea.
• Allergene vermeiden, falls eine Überempfindlichkeit auf bestimmte Nahrungsmittel, Tierhaare oder anderes festgestellt wurde.
• Im Fall einer Allergie Hyposensibilisierung, damit der Körper lernt, auf die eigentlich harmlosen Stoffe nicht mehr überzureagieren.

Neurodermitis und Ernährung

Bei Neurodermitis kommt es auch auf die Ernährung an. Sogar, wenn keine Allergie nachgewiesen wurde, reagieren viele Neurodermitiker auf bestimmte Lebensmittel und Getränke mit einer Verschlechterung ihrer Symptome. Vor allem Geschmacksverstärker wie Glutamat, aber auch Farbstoffe und Gewürze lösen bei ihnen Hautirritationen aus.

Fertiggerichte können für Neurodermitiker daher problematisch sein. Auch Alkohol und Kaffee spielen eine Rolle: Sie verstärken die Durchblutung der Haut, was wiederum den für Neurodermitis typischen Juckreiz anfeuern kann.

Juckreiz bei Neurodermitis behandeln

Besonders quälend für Neurodermitiker ist der ausgeprägte Juckreiz. Kratzen sollten sie jedoch auf jeden Fall vermeiden. Es kommt dabei auf der gereizten Haut zu kleinen Verletzungen, die eine Eintrittspforte für Bakterien bilden und zusätzliche Hautinfektion begünstigen.

Eine sichere Hilfe nicht nur gegen Entzündung, sondern auch den Juckreiz: Therapietreue. Doch auch folgende Maßnahmen sind empfehlenswert:

• Eiswürfel auflegen
• die juckende Stelle etwas kneten
• feuchte, kühle Umschläge mit Schwarztee

Neurodermitis beim Baby sanft behandeln

Juckreiz ist eines der schlimmsten Symptome für Babys und Kleinkinder mit Neurodermitis. Selbst für Erwachsene ist es sehr schwer, dem Juckreiz nicht nachzugeben, für kleine Kinder aber schier unmöglich. Eine Hilfe kann es bieten, die Fingernägel möglichst kurz zu schneiden und gut zu feilen. Leichte Fäustlinge über Nacht verhindern, dass sich das Kind im Schlaf kratzt.

Die Basispflege sollte auch bei den Kleinen sorgfältig durchgeführt werden. Bei einem Schub kann der Hautarzt spezielle Salben verschreiben, die auch Babys und Kinder vertragen.

Autor: MONIKA PREUK