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Nasenbluten sicher stoppen

Bei Nasenbluten sollten Sie den Kopf leicht nach vorne beugen, auf keinen Fall in den Nacken legen. © iStock/KatarzynaBialasiewicz

Ein Symptom, das Angst macht

Nasenbluten sicher stoppen

Vor allem bei Kindern und in der Schwangerschaft tritt es auf: Nasenbluten sieht oft schlimmer aus, als es ist. Doch manchmal steckt auch eine Krankheit hinter der an sich harmlosen Erscheinung.

Aus einem oder beiden Nasenlöchern blutet es plötzlich: Fast jeder hat schon mal Nasenbluten gehabt, medizinisch heißt das Symptom Epistaxis. Der Grund: Die Schleimhäute vor allem in der vorderen Nasenhöhle (Locus Kiesselbachi) sind sehr gut durchblutet, bereits kleinste Verletzungen können hier zum Blutverlust führen. Blutungen aus dem hinteren Bereich oder dem Rachenraum sind dagegen sehr selten und machen nur zehn Prozent der Fälle aus.

Oft sieht Nasenbluten dramatischer aus, als es ist, es handelt sich in der Regel nur um wenige Milliliter Blutverlust. Nasenbluten ist also nicht weiter gefährlich – vorausgesetzt, es kommt nicht regelmäßig vor, hält an oder fällt außergewöhnlich stark aus.

Was tun bei Nasenbluten? Die fünf besten Tipps

Meist hört Nasenbluten nach wenigen Minuten von selbst auf. Als Sofortmaßnahmen haben sich bewährt:

• Setzen Sie sich aufrecht hin, neigen Sie den Kopf nach vorne.
• Lassen Sie das Blut ohne Druck in ein Taschentuch abfließen.
• Schlucken Sie das Blut nicht hinunter, das kann zu Übelkeit führen.
• Legen Sie sich ein feuchtes, kaltes Tuch in den Nacken. Die Kälte bewirkt, dass sich die Blutgefäße in der Nase reflexartig zusammenziehen.
• Drücken Sie sanft beide Nasenflügel zusammen.

Unverzüglich zum Arzt sollten Sie gehen, wenn das Nasenbluten mit diesen Maßnahmen nach 20 Minuten nicht aufhört, sehr stark ist oder nach einer Schädelverletzung zusätzlich helle Flüssigkeit austritt.

Ursache für Nasenbluten oft heftiges Schnäuzen und Nasenbohren

Die Ursachen für Nasenbluten können sein:

• zu kräftiges Schnäuzen: Vor allem, wenn die Nasenschleimhäute trocken sind – etwa durch beheizte Innenraumluft – können die feinen Blutgefäße besonders im vorderen Bereich der Nase dabei verletzt werden. Das gilt auch bei Schnupfen und Heuschnupfen, wenn die Schleimhäute bereits überreizt sind: Häufiges Niesen und Naseputzen können dann Nasenbluten nach sich ziehen.

• Nasenbohren: Die Reinigung der Nase mit dem Finger(-nagel) oder selbst gedrehten kleinen Tamponaden aus Taschentüchern kann die Nasenschleimhaut verletzen.

• Stress: Manche Menschen reagieren auf seelische Belastung mit Nasenbluten. Der Blutdruck steigt und kann, etwa wenn als weiterer Risikofaktor trockene Luft dazukommt, ein feines Blutgefäß in der Nasenhöhle reißen lassen.

• Gewalteinwirkung: Besonders offensichtlich ist der Auslöser für Nasenbluten nach einem Schlag auf die Nase oder einer Kopfverletzung. Zusätzlich können Fremdkörper in der Nase zu Blutungen führen.

• Vitamin-K-Mangel: Das Vitamin ist an der Blutgerinnung beteiligt; ist sein Spiegel zu niedrig, ist das Blut dünnflüssiger, was sich unter anderem durch Nasenbluten zeigen kann.

• Polypen

• Loch in der Nasenscheidewand

• Tumoren im Nasen- und Rachenbereich (sehr selten)

• Der Konsum von Kokain oder anderer Drogen durch die Nase

Mehr zu den Ursachen von Nasenbluten lesen Sie im Ratgeber auf lifeline.de.

Nasenbluten durch Medikamente

Nasenbluten kann außerdem als Nebenwirkung bestimmter Medikamente auftreten. Die lokale Anwendung eines Kortison-Sprays oder abschwellender Nasentropfen etwa reizt die Schleimhäute, lässt sie austrocknen und dünner werden. Dieses Risiko besteht vor allem bei längerer Anwendung.

Manche Tabletten können ebenfalls Nasenbluten verursachen. Das betrifft etwa Blutverdünner wie Acetylsalicylsäure oder Cumarine, die meist zur Prävention von Schlaganfall und Herzinfarkt verschrieben werden. In diesen Fällen gilt: Sprechen Sie mit Ihrem Arzt wegen der Dosierung oder ob es Alternativen zu diesen Wirkstoffen gibt, falls sie dadurch wiederkehrend an Nasenbluten leiden.

Nasenbluten bei Kindern

Das Symptom Nasenbluten beschränkt sich nicht auf eine bestimmte Altersgruppe. Gerade auch Babys und Kleinkinder sind häufig betroffen. Die Ursachen für Nasenbluten bei Kindern sind meistens Hinfallen, Balgen und Verletzungen beim Spielen. Oder sie stecken sich einen Gegenstand in die Nase.

Das ist zwar fast immer harmlos, doch gerade die Kleinen erschrecken sehr, wenn auf einmal Blut aus der Nase rinnt. Trösten und mit einem kalten Waschlappen den Nacken kühlen ist dann ein bewährtes Rezept. Auch bei Kindern ist es wichtig, dass beim Nasenbluten der Kopf nicht im Nacken liegt, sonst kann Blut verschluckt werden oder in die Atemwege gelangen.

Nasenbluten in der Schwangerschaft

Zudem handelt es sich bei Nasenbluten um eine typische Schwangerschaftsbeschwerde, was am hohen Östrogenspiegel liegt: Die Hormone machen das Gewebe weich und weiten die Gefäße. Eine verstopfte Nase und Nasenbluten werden dadurch begünstigt. Eine milde Nasensalbe und regelmäßige Nasenspülungen mit medizinischer Kochsalzlösung helfen dabei, diesen Problemen vorzubeugen.

Häufiges Nasenbluten als Symptom ernsthafter Krankheiten

Bei Gesunden tritt Nasenbluten nur selten auf. Wenn es jedoch häufiger passiert, kann das Begleiterscheinung oder Symptom bestimmter Krankheiten sein. Dazu gehören:

• Bluthochdruck
• Arteriosklerose
• Nierenerkrankungen
• Lebererkrankungen
• Infektionskrankheiten, die mit Fieber einhergehen wie Grippe oder Masern
• Leukämie
• (von-)Willebrand-Jürgens-Syndrom (vWS), eine Erbkrankheit, bei der wichtige Gerinnungsstoffe im Blut fehlen
Bluterkrankheit (Hämophilie)
• Morbus Osler, eine seltene Erbkrankheit, bei der unter anderem die Blutgefäße in der Nase krankhaft erweitert sind und zu Blutungen neigen

Nicht nur besonders heftiges oder anhaltendes, sondern auch häufiges Nasenbluten sollte deshalb abgeklärt werden – am besten von einem HNO-Facharzt.

Nasenbluten – wie der Arzt helfen kann

Bei heftigem Nasenbluten wird versucht, die Ursache abzuklären und zugleich die Blutung zu stoppen. Mit einer Nasenspiegelung versucht der Behandler, den Ursprung des Nasenblutens auszumachen.

Es stehen mehrere Therapiemöglichkeiten zur Auswahl. Hat der Arzt das geplatzte Blutgefäß identifiziert, kann er es veröden, etwa mit

• Säureätzung,
• Elektrokoagulation oder
• Laser.

Gelingt das nicht, ist eine Tamponade aus Schaumstoff, Gaze oder aufblasbarem Silikon sinnvoll: Sie verschließt beide Nasenlöcher so, dass Druck auf die Blutgefäße ausgeübt wird und die Blutung stoppt.

Erst wenn diese Maßnahmen nicht greifen, können bestimmte Blutgefäße, die die Nasenhöhle mit Blut versorgen, mit einem kleinen operativen Eingriff per Clip verschlossen werden.

Sind systemische Erkrankungen Ursache für das Nasenbluten, sollte unbedingt die Grunderkrankung – etwa Bluthochdruck oder Nierenleiden – entsprechend behandelt werden.

Nasenbluten vorbeugen

Ist das Nasenbluten Symptom einer systemischen Krankheit oder einer lokalen Veränderung, etwa eines Lochs in der Nasenscheidewand, sollte dieser Auslöser möglichst behoben oder wenigstens in den Griff gebracht werden. Dann tritt die Blutung in der Regel nur noch selten oder nie mehr auf.

Ansonsten lässt sich Nasenbluten mit den richtigen Maßnahmen recht erfolgreich vorbeugen. Diese Tipps haben sich bewährt:

• Unterlassen Sie zu heftiges Schnäuzen.
• Säubern Sie Ihre Nase nicht mit dem Finger oder selbst angefertigten Putzhilfen.
• Nasenduschen reinigen die Nasenhöhle, befeuchten die Schleimhäute und unterstützen sie in ihrer Funktion.
• Benutzen Sie spezielle Pflegeprodukte für die Nase (Salben und Sprays mit Kochsalzlösung oder dem Wirkstoff Dexpanthenol). Diese Produkte bewirken zusätzlich, dass die Nasenschleimhäute nicht zu trocken werden.
• Sorgen Sie prinzipiell für feuchte Nasenschleimhäute, indem sie viel trinken. Im Winter ist zusätzlich ein Luftbefeuchter sinnvoll.
• Verzichten Sie in diesem Zusammenhang auch aufs Rauchen, weil es die Schleimhäute der Atemwege reizt.

Autor: MONIKA PREUK