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Nagelpilz richtig behandeln

Gesunde Nägel schimmern leicht und sind glatt, Nagelpilz verfärbt die Nägel und löst sie nach und nach auf. © iStock/Elixirpix

Verfärbte, bröselige Nägel

Nagelpilz richtig behandeln

Medizinischer Nagellack und Tabletten stehen als Behandlung einer Nagelpilzinfektion zur Verfügung. Was sind die Ursachen der Onychomykose und können Hausmittel wirklich helfen?

Pilzinfektionen können nicht nur die Haut betreffen, sondern auch die Nägel der Füße und Hände. Dabei sind Fußnägel rund viermal so häufig befallen wie Fingernägel. Denn für Pilze ist eine feuchte Umgebung, wie sie in Schuhen herrscht, ideal. Außerdem entwickelt sich Nagelpilz oft aus Fußpilz. Die medizinische Bezeichnung für den Nagelpilz lautet Onychomykose. Die Bezeichnung kommt aus dem Griechischen, von "Onycho" für Nagel und "Mykose" für Pilzerkrankung.

Etwa jeder fünfte Deutsche bekommt mindestens einmal im Leben eine Nagelpilzinfektion. Obwohl Nagelpilz so gesehen häufig ist, wird kaum darüber gesprochen. Denn Pilzerkrankungen gelten noch immer als Tabu. Das gilt auch für Nagelpilz.

Anzeichen für Nagelpilz

Normalerweise sind Nägel fest, lassen sich aber auf Druck etwas biegen. Sie glänzen leicht und die Oberfläche der Nägel ist glatt. Das Nagelbett schimmert rosa durch die Nagelplatte. Bei Nagelpilz verändern sich diese Merkmale. Meist ist die große Zehe betroffen. Die Anzeichen für Onychomykose:

• Die Nägel verlieren ihren Glanz und werden stumpf.
• Sie verfärben sich an einer oder mehreren Stellen, werden weißlich, gelblich oder leicht braun.
• Weiße Flecken oder Streifen entstehen.
• Die Nagelplatte verdickt sich.
• Dabei hebt sie sich langsam vom Nagelbett ab und es bildet sich ein Spalt.
• Der Nagel wird bröselig und löst sich auf.

Diese Erreger sind die Ursache für Nagelpilz

Auslöser für den Nagelpilz sind vor allem diese Pilzarten:

Fadenpilze (Dermatophyten, meist vom Typ Trichophyton rubrum oder Trichophyton interdigitale). Sie sind Ursache von 90 Prozent der Nagelpilzinfektionen.
Hefepilze, meist aus der Gattung Candida, kommen bei gut fünf Prozent in Frage.
Schimmelpilze sind verantwortlich für knapp fünf Prozent.

Die Fadenpilze Trichophyton finden auf der Haut und vor allem den Nägeln ideale Lebensbedingungen. Denn sie ernähren sich von Keratin, der Hornsubstanz in Nägeln, Haaren und Haut.

Je nach Pilzart treten die Symptome einer Nagelpilzinfektion etwas unterschiedlich auf. So ist etwa für Dermatophyten typisch, dass die Nagelveränderungen am oberen Nagelrand beginnen und sich dann nach unten ausbreiten. Bei Hefepilzen dagegen verfärbt sich zuerst der Nagelwall, also der Bereich, wo der Nagel von unten herauswächst.

Ansteckung und Risikofaktoren einer Nagelpilzinfektion

Nagelpilz ist, genau wie Fußpilz, ansteckend. Die Infektion mit den Pilzerregern erfolgt meist indirekt. Vor allem in öffentlichen Bädern, Fitness-Studios, Sporteinrichtungen und Gemeinschafts-Duschen besteht dieses Risiko, also überall dort, wo Menschen barfuß gehen. Denn die Pilze haften an Hautschuppen und können dabei viele Wochen überleben.

Außerdem kann man sich über gemeinsam benutze Handtücher, Nagelfeile und Nagelschere anstecken. Auch durch Betten und Bodenbeläge ist eine Infektion möglich.

Allerdings bekommt nicht jeder, der mit Pilzerregern in Kontakt gerät, gleich Fuß- oder Nagelpilz. Vor allem, wenn Haut und Nägel aufgeweicht sind, winzige Verletzungen vorliegen oder das Immunsystem etwas geschwächt ist, können sich die Pilze festsetzen und eine Infektion auslösen.

Zusätzlich gibt es weitere Risikofaktoren für Nagelpilz:

• Diabetes: Die Zuckerkrankheit schädigt die Blutgefäße, die Kapillaren. Auch die Widerstandskraft der Haut und der Nägel ist dadurch geschwächt. Kleinste Verletzungen können schneller entstehen und der Betroffene bemerkt sie oft nicht.

• Durchblutungsstörungen: Werden Beine und Füße auf Dauer nur schlecht durchblutet, steigt die Anfälligkeit für Nagelpilz. Dieses Risiko besteht etwa bei der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK), besser bekannt als „Schaufensterkrankheit“.

• Neurodermitis: Ist davon auch das Nagelbett betroffen, können sich Pilzerreger einfacher festsetzen.

• Schuppenflechte: Psoriasis kann auch die Nägel verdicken und rissig machen – eine ideale Eintrittspforte für Pilze.

• Fußfehlstellungen: Spreiz-, Senk- und Plattfuß, Ballen (Hallux valgus) und Hammerzehen begünstigen eine Nagelpilzinfektion. Die Verformungen führen nämlich dazu, dass zu viel Druck auf die Nägel ausgeübt wird.

• Alter: Mit zunehmenden Jahren steigt das Risiko für Nagelpilz. Das Immunsystem arbeitet nicht mehr so gut. Von den über 40-Jährigen hatte rund jeder vierte schon einmal Onychomykose.

• Kunstnägel: Perfekte Nägel aus dem Nagelstudio liegen zwar im Trend. Allerdings können sie das Risiko einer Nagelpilzinfektion bergen. So muss extrem hygienisch gearbeitet werden, damit Erreger keine Chance haben. Oft bilden sich unter den Kunstnägel kleine Spalten oder Risse, in denen sich Pilzerreger vermehren können. Sie bleiben häufig lange unentdeckt, weil die Nägel oft wochenlang nicht ausgetauscht werden. Zusätzlich belasten die Chemikalien die Nagelplatte.

Nagelpilz sicher erkennen

Die typischen Flecken und Verdickungen auf dem Nagel sind zwar meist eindeutig. Trotzdem sollte der Hautarzt die Diagnose Onychomykose stellen. In seltenen Fällen können die Nagelveränderungen nämlich auch durch andere Krankheiten entstehen. Das sind beispielsweise:

• Lebererkrankungen
• Hautkrebs unter dem Nagel
• Schilddrüsenerkrankungen
• Schuppenflechte
• Knötchenflechte des Nagels (Lichen ruber planus)
• Mineralstoffmangel

Der Arzt nimmt eine kleine Probe des befallenen Nagels und untersucht sie im Labor. So lässt sich nachweisen, ob Pilzerreger und welche Gattung die Ursache sind, oder doch eine andere Krankheit zu Grunde liegt.

Die Behandlung von Nagelpilz

Ohne die richtige Therapie heilt eine Nagelpilzinfektion meist nicht aus. Behandlung ist also wichtig. Sie richtet sich danach, wie viele Nägel wie stark betroffen sind. Betrifft der Pilz weniger als die Hälfte des Nagels, sind medizinische Nagellacke sinnvoll. Sie enthalten sogenannte Antimykotika, also Wirkstoffe, die Pilzerreger abtöten. Diese Mittel zu Selbstbehandlung von Nagelpilz sind rezeptfrei.

• Nagellack
Die lokale Therapie muss bei wasserlöslichen Nagellacken täglich angewendet werden. Allerdings kann es bis zu einem Jahr dauern, bis alle Erreger unschädlich gemacht wurden. Denn sie können zwischen den Nagelschichten lange Zeit überleben. Erst wenn der zerstörte Nagel vollständig herausgewachsen und sich gesunder neu gebildet hat, ist die Pilzinfektion überstanden.

• Tabletten
Ist die Nagelpilzinfektion jedoch sehr ausgeprägt, muss sie innerlich behandelt werden (systemische Therapie). Der Arzt verschreibt also Tabletten, die täglich eingenommen werden müssen.

• Laser
Als neue Therapieoption bietet sich die Behandlung mit dem Laser an. Er soll die Pilzerreger abtöten, gesunden Nagel jedoch schonen. Die Behandlung wird im Abstand von etwa zwei Wochen mehrmals durchgeführt. Sie dauert nur wenige Minuten und ist schmerzfrei. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten jedoch nicht, die bis zu 500 Euro betragen können.

Hausmittel gegen Nagelpilz?

Obwohl die lokalen und systemischen Therapien gegen Onychomykose meist erfolgreich sind, versuchen viele Betroffene es erst mal mit Hausmitteln. Dazu zählen etwa

• Essig
• Teebaumöl
• Knoblauch
• Zitronensaft
• Hochprozentiger Alkohol

Diese Hausmittel sind jedoch meist wirkungslos und können im Gegenteil zu Reizungen und Allergien führen.

Nagelpilz vorbeugen und Ansteckung vermeiden

So lange der Nagelpilz noch nicht abgeklungen ist, gelten folgende Empfehlungen:

• Reinigen Sie den betroffenen Fuß täglich, trocknen Sie ihn gut ab, am besten jedes Mal mit einem frischen Handtuch oder noch besser mit Küchenpapier.
• Entfernen Sie die abgestorbenen Nagelteile sorgfältig, desinfizieren Sie danach Nagelschere und Nagelfeile. Teilen Sie die Pediküre-Instrumente nicht mit anderen.
• Wenden Sie die Mittel gegen Nagelpilz zuverlässig und ausreichend lange an, wie in der Packungsbeilage und vom Arzt empfohlen.
• Tragen Sie kochfeste Baumwollsocken, die Sie täglich wechseln.
• Waschen Sie Socken und Handtücher bei 90 Grad.
• Damit Sie in Ihrer Umgebung niemanden anstecken: Nicht barfuß laufen und auch im Bett, falls Sie nicht alleine schlafen, eine Socke an dem betroffenen Fuß tragen.

Ist die Nagelpilzinfektion abgeheilt, sorgen folgende Maßnahmen dafür, dass es keinen Rückfall gibt:

• Achten Sie auf trockene Füße, vermeiden Sie also Wärmestau durch Synthetiksocken und Schuhe aus diesen luftdichten Materialien.
• Gehen Sie so oft wie möglich barfuß.
• Gehen Sie jedoch niemals barfuß in Schwimmbad, Sauna, Umkleideräumen und Gemeinschaftsduschen. Tragen Sie dabei Badeschuhe.
• Tragen Sie auch in Hotelzimmern Socken oder Schuhe und laufen Sie nicht barfuß.
• Wechseln Sie täglich die Schuhe und lassen Sie die getragenen gründlich auslüften.
• Achten Sie darauf, dass Ihre Schuhe gut passen und die Füße nicht einengen.
• Pflegen Sie Ihre Nägel sorgfältig. Wer Diabetiker ist, Nagelprobleme wie eingewachsene Nägel hat oder einfach auch älter ist, sollte das am besten einem Fußpfleger (Podologen) überlassen.
• Achten Sie auf gute Fußhygiene. Waschen Sie Ihre Füße täglich mit einer milden Seife und trocknen Sie sie gut ab, auch in den Zehenzwischenräumen, wo sich gerne Feuchtigkeit hält und einen idealen Nährboden für Pilze bietet.

Autor: MONIKA PREUK