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Myome: Diese Symptome sprechen für eine Entfernung

Myome verursachen oft starke Regelblutungen, aber auch Zwischenblutungen. Foto © iStock/Wavebreakmedia

Gebärmutterprobleme

Myome: Diese Symptome sprechen für eine Entfernung

Myome wachsen in der Muskelschicht der Gebärmutter. Die Tumoren sind gutartig, können aber die Lebensqualität erheblich einschränken und zu Kinderlosigkeit führen. Mit Medikamenten und falls nötig schonenden Techniken lassen sich Myome gut behandeln.

Manchmal sind Myome nur einen Zentimeter klein, andere können groß wie eine Orange werden. Myome zählen zu den häufigsten gutartigen Tumoren der weiblichen Sexualorgane. In Europa sind rund 30 Prozent der Frauen über 30 Jahren betroffen.

Die gutartigen Zellwucherungen in der Muskelschicht (Myometrium) der Gebärmutter (Uterus) werden je nach ihrer Lokalisation in verschiedene Typen eingeteilt:

• intramurale Myome wachsen innerhalb der Muskelschicht der Gebärmutter
• submuköse Myome befinden sich unter der Schleimhaut der Gebärmutter, also in der Gebärmutterhöhle
• subseröse Myome entstehen an der Außenseite der Gebärmutter zum Bauchfell hin
• intraligamentäre Myome liegen in den Bindegewebsschichten seitlich der Gebärmutter
• Zervixmyome heißen Wucherungen in den Muskelschichten nahe dem Gebärmutterhals

Myome – die Suche nach der Ursache

Vermutlich gibt es eine genetische Veranlagung für Myome: Oft überträgt sich die Bereitschaft, einen solchen Gebärmutter-Tumor zu entwickeln, von der Mutter auf die Tochter.

Der exakte Auslöser ist bis heute jedoch nicht bekannt. Sicher ist nur, dass Myom-Gewebe über wesentlich mehr Rezeptoren für Östrogen verfügt als anderes Gebärmutter-Gewebe. Das weibliche Sexualhormon Östrogen regt das Wachstum der Wucherung an.

Damit lässt sich erklären, warum Myome bei Frauen im gebärfähigen Alter, die einen entsprechend hohen Östrogenspiegel haben, unkontrolliert wachsen können. Die Wucherung zu bremsen vermag dagegen das Gelbkörperhormon Gestagen.

Hormone spielen demnach die wichtigste Rolle bei der Entstehung dieser Gebärmutterwucherungen, weshalb Myome auch als hormonabhängige Tumoren bezeichnet werden.

Diese Symptome sind bei einem Myom möglich

Bei rund einem Viertel der Frauen verursacht das Myom keine Beschwerden. Oft wird es dann nur zufällig im Rahmen einer Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Etwa drei Viertel der Frauen haben jedoch eines oder mehrere der folgenden Symptome:

• Blutungsstörungen
• verlängerte/starke Blutungen, die zu Blutarmut und Eisenmangel (Anämie) führen können
• Zwischenblutungen
• starke Schmerzen während der Periode
• wehenartige Schmerzen bei der Menstruation
• Blasenprobleme wie Druck und häufiger Harndrang
• unerfüllter Kinderwunsch
• Schmerzen beim Sex
• Nierenschmerzen
• Rückenschmerzen

Diese oft heftigen Beschwerden treten vor allem dann auf, wenn das Myom sehr groß ist oder mehrere Myome die Gebärmutter deutlich vergrößert haben (Uterus myomatosus).

Zusätzlich kommt es darauf an, in welchem Bereich der Tumor wächst. Typische Symptome der häufigsten Form eines Myoms, des intramuralen Myoms, sind etwa

• Blasen- und Darmbeschwerden, wenn das Myom auf Blase oder Darm drückt.
• Schmerzen im Lendenwirbelbereich und Probleme mit dem Ischias, wenn die Wucherung die Nervenendigungen an der Lendenwirbelsäule bedrängt.

Einfluss des Myoms auf eine Schwangerschaft

Das subseröse Myom ist oft der Grund, weshalb sich ein Kinderwunsch nicht erfüllt. Dann blockiert der Tumor beispielsweise die Eileiter. Wenn das Myom die Eilleiter nicht beeinträchtigt, ist eine Schwangerschaft durchaus möglich. Die Statistik zeigt jedoch, dass Frauen, die ein Gebärmuttermyom haben, wesentlich häufiger eine Fehlgeburt oder Frühgeburt erleiden als andere.

Außerdem können Myome, die vorher unproblematisch waren, in der Schwangerschaft wachsen. Der in dieser Zeit erhöhte Östrogenspiegel treibt die Wucherung voran.

Myom – Untersuchungen zur Diagnose

Jedes der aufgeführten Symptome – von Schmerzen über starke Blutungen bis zu unerfülltem Kinderwunsch – sollten Frauen vom Arzt abklären lassen. Mit folgenden Untersuchungen kann der Gynäkologe erkennen, ob ein Myom vorliegt.

Nach der Anamnese, aus der Befragung nach den Beschwerden, führt der Arzt folgende Untersuchungen zur Diagnose eines Myoms durch:

• Tastuntersuchung der Bauchregion von außen sowie über die Vagina
• Ultraschalluntersuchung über die Scheide (Vaginalsonographie)

Auch Größe, Form und Sitz der Wucherung werden auf diese Weise offensichtlich.

Bringen diese Untersuchungen kein eindeutiges Ergebnis, führt der Arzt eine Gebärmutter- oder Bauchspiegelung durch. Die Spiegelung der Gebärmutterhöhle (Hysteroskopie) erfolgt über die Scheide. Befindet sich das Myom außen am Uterus, ist die Bauchspiegelung (Laparoskopie) sinnvoll. Dazu ist eine Narkose nötig, der Schnitt wird in den Nabel gesetzt, so dass die kleine Narbe später nicht mehr auffällt. Zusätzlich bringt Magnetresonanztomographie (MRT) Klarheit.

Gebärmutterkrebs und Endometriose erkennen

Mit diesen Untersuchungen kann der Arzt außerdem ausschließen, ob nicht doch womöglich ein bösartiger Tumor die Beschwerden auslöst.

Eine besondere Form der Endometriose, Andenomyose, äußert sich ebenfalls durch ähnliche Beschwerden wie ein Myom. Dabei wächst Gebärmutterschleimhaut (Endometrium) in die Muskelschicht des Organs ein, das Myometrium. Dies führt zu zahlreichen Beschwerden, weil das versprengte Schleimhautgewebe dem Menstruationszyklus unterworfen ist, sich also aufbaut und mit Blutungen wieder abbaut.

Die Unterscheidung zwischen Myom, Krebs und Endometriose ist sehr wichtig, weil jede dieser Krankheiten eine spezielle Therapie erfordert.

Myom – die Behandlung richtet sich nach Beschwerden und Größe

Für die Behandlung des Myoms sind verschiedene Faktoren wichtig, vor allem jedoch, wie stark die Beschwerden sind und wie sehr die Lebensqualität darunter leidet. Auch das Alter der Patientin spielt eine Rolle und ob sie noch Kinder haben möchte.

Gemeinsam mit der Patientin wird der Arzt dementsprechend einen Therapieplan entwickeln. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Behandlung eines Myoms:

• Eine Hormonspirale oder die Langzeiteinnahme der Pille (ohne einwöchige Pause pro Monat) kann verhindern, dass der Tumor weiter wuchert.

• Hormontabletten, etwa mit Gestagenen, bremsen die Östrogenproduktion und damit das Wachstum des Myoms. Allerdings versetzt diese Hormontherapie die Frau in vorzeitige Wechseljahre und wird deshalb nur für einige Monate empfohlen. Ärzte raten zu dieser Therapie, wenn die Menopause sowieso bald erreicht sein könnte oder vor einer Operation, um das Myom zu verkleinern und damit schonender entfernen zu können.

• Spezielle Myom-Tabletten mit dem Wirkstoff Ulipristalacetat können das Myom schrumpfen lassen. Das Medikament bremst die Aktivität der Hormone, die das Myom wachsen lassen – und wirkt dabei ausschließlich in den Zellen des Myoms. Der Vorteil: Die Tablette wirkt lokal und beeinflusst nicht den gesamten Hormonhaushalt. Die Tabletten werden im Intervall jeweils für zwölf Wochen eingenommen, danach erfolgt eine Pause.

Myom – wann muss man entfernen?

Spricht das Myom auf diese Therapien zu wenig an oder ist es zu groß, rät der Arzt zu anderen Behandlungsoptionen, die das Myom stark schrumpfen lassen oder sogar gänzlich entfernen. Das Ziel dabei ist immer, die Gebärmutter zu erhalten.

Folgende Möglichkeiten gibt es:

• Fokussierter Ultraschall: Dabei werden hochfrequente Schallwellen auf das Myom gerichtet. Sie erhitzen die Wucherung auf etwas über 60 Grad, wodurch sie abstirbt. Die Behandlung mit fokussiertem Ultraschall wird mittels Magnetresonanztomographie kontrolliert und ist schmerzarm. Sie eignet sich vor allem für Frauen, die noch Kinder bekommen möchten, weil die Gebärmutter verschont bleibt. Die Kosten für diese neue Methode werden allerdings noch nicht von allen Kassen übernommen.

• Myom-Embolisation: Myome sterben ab, wenn ihre Blutzufuhr gestoppt wird. Diese Tatsache nutzt die Myom-Embolisation. Dabei schiebt der Arzt über einen kleinen Schnitt einen Schlauch bis zu den Blutgefäßen, die das Myom versorgen. Unter Röntgenkontrolle spritzt er dann in diese Äste winzige Kunststoff-Partikel, die biologisch gut verträglich sind. Die Blutversorgung wird damit abgeschnitten und das Myom schrumpft in wenigen Monaten. Die Myom-Embolisation erfolgt unter örtlicher Betäubung.

• Endoskopische Myomenukleation: Während einer Gebärmutter- oder Bauchspiegelung kann der Chirurg das Myom aus der Gebärmutterhöhle oder der Gebärmutterwand herausschälen. Die dabei verwendeten Instrumente sind inzwischen so hoch entwickelt, dass sich damit sogar größere Myome entfernen lassen. Für den minimal-invasiven Eingriff ist Vollnarkose sinnvoll.

Operation bei Myom (Hysterektomie)

Bei allen genannten Methoden bleibt die Gebärmutter erhalten. Nur wenn die Schmerzen sehr stark sind, es sich um ein sehr großes Myom handelt oder mehrere Myome vorhanden sind (Uterus myomatosus), wird die ganze Gebärmutter entfernt (Hysterektomie). Wichtig vor dieser Entscheidung ist auch, die Familienplanung abgeschlossen zu haben.

Die Gebärmutter kann operativ entfernt werden über

• die Scheide,
• den Enddarm,
• eine Bauchspiegelung oder
• einen größeren Bauchschnitt

Eine neue Entwicklung ist die Kombination von Bauchspiegelung und Entfernung der Gebärmutter über die Scheide.

Die Funktion der Eierstöcke bleibt nach der Hysterektomie erhalten, kann jedoch etwas eingeschränkt sein. Denn die Operation beeinträchtigt manchmal Blutgefäße, die die Eierstöcke versorgen. Der Hormonzyklus bleibt also mehr oder weniger erhalten, allerdings gibt es keine Monatsblutungen mehr und die Gebärfähigkeit ist verloren.

Wechseljahre: Myom bildet sich von selbst zurück

Myome müssen behandelt werden, sobald sie Beschwerden auslösen. Denn sie bilden sich nicht von selbst zurück, sondern haben im Gegenteil die Tendenz, nach und nach größer zu werden. Eine Ausnahme gibt es jedoch: Mit Eintritt der Wechseljahre schrumpfen Myome von allein. Denn die Sexualhormone, die das Wachstum der Wucherungen anfeuern, werden vom Körper in immer geringerem Umfang gebildet.

Autor: MONIKA PREUK