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Körpergeruch – was Schweiß verraten kann

Säuerlicher Mund- oder Körpergeruch kann sich oft durch falsche Ernährung bilden. Foto © iStock/avemario

Hinweis auf Krankheit

Körpergeruch – was Schweiß verraten kann

Jeder Mensch hat seinen individuellen Körpergeruch. Manchmal verändert er sich, wird säuerlich oder eher süßlich. Das kann Anzeichen einer Krankheit sein. Was der Körper-, aber auch der Mundgeruch verrät und welche Maßnahmen gegen Schweißgeruch helfen.

Jeder Mensch hat seinen individuellen Körpergeruch. Manchmal verändert er sich, wird säuerlich oder eher süßlich. Das kann Anzeichen einer Krankheit sein. Was der Körper-, aber auch der Mundgeruch verrät und welche Maßnahmen gegen Schweißgeruch helfen.

Sich nicht riechen können – dieser Ausdruck steht dafür, dass wir mit der Biochemie eines Mitmenschen nicht auskommen. Instinktiv lehnen wir jemanden ab, dessen persönlicher Körpergeruch uns nicht sympathisch ist. Dabei handelt es sich jedoch um eine unbewusste Wahrnehmung, denn normalerweise ist der Körperduft eher unaufdringlich.

Wie Körpergeruch entsteht

Der unmerkliche Körpergeruch ist genetisch festgelegt und umschwebt uns in einem Radius von gut einem Meter. Er besteht aus vielen Komponenten. Das sind etwa:

• Proteine, die im Zusammenhang mit Merkmalen des persönlichen Immunsystems stehen (HLA-Gene Human Leukocyte Antigen).

• Pheromone (Botenstoffe), die unter anderem sexuelle Anziehung ausmachen können. Sie enthalten auch Abbauprodukte von Sexualhormonen wie Testosteron und Östrogen.

• Geruchsmoleküle, die bei der Verdunstung von Schweiß auf der Hautoberfläche oder durch bakterielle Stoffwechselprozesse entstehen (Schweißgeruch).

Wenn sich Körpergeruch verändert

Wenn sich Körpergeruch auffällig verändert, bedeutet das oft, dass sich der Stoffwechsel umgestellt hat. Ursache können Hormonänderungen sein oder Krankheiten. Folgende Nuancen im Körpergeruch etwa weisen auf diese Krankheiten hin:

• süßlich: Anzeichen für Diabetes
• süßlich, aber eher faulig: Dieser Geruch entsteht bei eitrigen Prozessen.
• säuerlicher Duft kann bei „Übersäuerung“ entstehen, also wenn zu viel Fleisch, Wurst, Käse und Eier auf dem Speiseplan stehen, aber auch bei Magen- und Nierenproblemen.
• Ammoniakgeruch: Diese an Urin erinnernde Note kommt zustande, wenn die Leberfunktion schwer gestört ist.
• Azetongeruch erinnert an Nagellack und kann sich bilden, wenn bei Diabetikern Über- oder Unterzuckerung entsteht.
• Fischgeruch kann auf Trimethylaminurie (TMAU) hinweisen, eine Stoffwechselkrankheit, bei der die Leber manche Enzyme nicht richtig verarbeitet.

Mundgeruch deutet nicht nur auf mangelnde Zahnhygiene hin

Besonders verräterisch ist Mundgeruch. Karies und Parodontitis gehen häufig mit diesem Symptom einher, das medizinisch Halitosis genannt wird. Schlechte Mund- und Zahnhygiene sind die Ursachen.

Außerdem kann eine süßliche bis faulige Note Anzeichen einer bakteriellen Infektion der Atemwege sein. Bei Mandelentzündung, Bronchitis und Lungenentzündung ist das typisch. Aber auch Pilzinfektionen im Rachenraum gehen mit diesem Geruch einher.

Beide Möglichkeiten – auffälliger Körpergeruch, aber auch Mundgeruch – sollten von einem Arzt abgeklärt werden, falls nicht mangelnde Hygiene schuld daran ist.

Unangenehmer Körpergeruch durch Lebensmittel

Eher harmlose Ursachen für Mund- und Körpergeruch sind bestimmte Lebensmittel. Am bekanntesten ist sicherlich Knoblauch, der nicht nur zu starkem Mundgeruch führt, sondern auch dazu, das Aroma aus jeder Pore auszudünsten. Die Erklärung: Der Körper gibt Abbauprodukte der Schwefelverbindungen aus Knoblauch sowie Zwiebeln über die Haut ab. Dieser Abbauprozess dauert oft mehr als zwei Tage. So lange besteht also das Risiko, nach einer Mahlzeit mit Zwiebeln und Knoblauch noch streng zu riechen.

Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Lebensmittel, die zu schlechtem Körpergeruch führen können:

• Rettich und Radieschen
• Kohl
• scharfe Gewürze wie Pfeffer, aber auch Kümmel und Curry
• große Mengen Fleisch
• marinierter Fisch
• Essig
• fermentierte Milchprodukte (Sauermilchprodukte, Käse)

Unangenehmem Schweißgeruch liegt vor allem falsche Hygiene zugrunde

Der häufigste Grund für Schweißgeruch ist jedoch ganz banal mangelnde Körperpflege. Eine Rolle spielt hier auch vermehrtes Schwitzen, weil sich dadurch das Risiko für unangenehmen Schweißgeruch potenziert.

Denn Schweiß an sich riecht nicht unangenehm, sondern neutral. Bei gesunden Menschen ist der Schweiß, wenn er aus der Pore tritt, sogar beinahe geruchslos. Die unangenehmen Geruchsmoleküle bilden sich erst, wenn Schweiß auf der Hautoberfläche von Bakterien der Hautflora zersetzt wird.

Schweiß besteht zu 99 Prozent aus Wasser, daneben enthält er

• Salz,
• Eiweiß,
• Milchsäure,
• Zucker,
• Fett und
• Harnstoff.

Vor allem bei der Zersetzung von Fett und Eiweiß entstehen die üblen Gerüche. Schweiß muss also eine gewisse Zeit auf der Haut verbleiben, bis er zu riechen beginnt – und es müssen die entsprechenden Bakterien vorhanden sein. Hauptursachen für Schweißgeruch sind also mangelnde Hygiene und vermehrtes Schwitzen – wenn keine Krankheiten oder falsche Ernährung vorliegen.

Was gegen Schweißgeruch helfen kann

Gezielte Hygiene mit regelmäßigem Waschen sollte selbstverständlich sein, um Schweißgeruch zu verhindern. Weitere Tipps sind:

• Zur Hautreinigung verwenden Sie am besten milde, hautneutrale Seifen, um den natürlichen Säureschutzmantel der Haut nicht zu zerstören, der auch vor der Entwicklung des unangenehmen Schweißgeruchs schützen kann.
• Rasieren Sie sich die Achselhaare. So kommt mehr Luft an die Haut und Bakterien können sich nicht so stark ausbreiten.
• Chlorophyll, der grüne Blattfarbstoff, kann durch die innerliche Anwendung als Dragee die Zersetzung der Eiweißstoffe so modulieren, dass üble Gerüche gar nicht erst entstehen.
• Benutzen Sie ein Deodorant.

Deodorant mit und ohne Aluminium

Dabei gibt es eine breite Produktpalette mit verschiedenen Inhaltsstoffen. Deodorantien enthalten meist

• ätherische Öle und Parfumstoffe, um den Schweißgeruch zu überdecken
• Stoffe, die den Körpergeruch binden
• keimhemmende Substanzen
• Antioxidantien
• Schweißhemmer, die direkt in den Schweißdrüsen wirken und die Produktion bremsen. Diese Stoffe werden Antitranspirantien genannt.

Besonders wirksam hemmen Aluminiumsalze die Schweißbildung. Allerdings wird in Zusammenhang mit Aluminium ein Krebsrisiko diskutiert. Wer entsprechende Deos deshalb nicht verwenden möchte, kann auf diverse Produkte zurückgreifen, die aluminiumfrei sind. Untersuchungen haben gezeigt, dass auch aluminiumfreie Produkte durchaus Schweißbildung und -geruch bremsen können.

Übermäßiges Schwitzen vermeiden

Neben mangelnder Hygiene lässt sich auch vermehrtes Schwitzen meist ausgleichen. Die Auslöser des Schwitzens können Sie mit diesen Tipps reduzieren:

• Tragen Sie am besten Naturstoffe aus Baumwolle und Leinen, die luftdurchlässig sind. Kunstfasern sind weniger geeignet, sie führen oft zu einem Wärmestau.
• Meiden Sie Koffein und Alkohol.
• Verzichten Sie auf stark gewürzte Speisen.
• Bauen Sie Übergewicht ab. Jedes Kilogramm zu viel belastet Herz und Kreislauf, kann damit übermäßiges Schwitzen auslösen.
• Vermeiden Sie Stress, indem Sie Entspannungsübungen wie Autogenes Training erlernen.
• Trainieren Sie regelmäßig die Ausdauer, etwa durch Laufen oder Radfahren. Auf diese Weise lernt der Körper, mit Belastungen besser fertig zu werden und reagiert nicht schon bei kleinen Anstrengungen mit einem Schweißausbruch.

Autor: MONIKA PREUK