HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
In den Wechseljahren sind Ersatztherapien weniger riskant als angenommen.

Neueste Erkenntnisse: In den Wechseljahren sind Ersatztherapien weniger riskant als angenommen. - Foto © picture-alliance / dpa

Neueste Erkenntnisse

Hormone – besser als ihr Ruf?

In den Wechseljahren sind Ersatztherapien weniger riskant als angenommen. Die neuesten Studien und worauf Sie achten sollten.

Beim Thema Wechseljahre denken Frauen an Schweiß, Tränen und pralle Hüften. Kaum eine sieht der Zeit des Wandels gelassen entgegen. Doch die Angst ist oft unbegründet. Ein Drittel der acht Millionen Frauen, die sich derzeit in der Menopause befinden, merkt wenig vom Absturz der Hormone. Die Regel bleibt weg – und fertig. Ein weiteres Drittel hat zwar körperliche Probleme wie Hitzewallungen oder Schlafstörungen, meist helfen dagegen aber pflanzliche Präparate (siehe weiter unten).

Etwa jede dritte Frau leidet allerdings unter heftigen, meist psychischen Beschwerden. "Hier ist der Leidensdruck erheblich, die Lebensqualität stark eingeschränkt", sagt Dr. Bernd Kleine-Gunk, Hormonexperte und Chefarzt der EuromedClinic Fürth.

Hormone: Wundermittel oder Gefahr?

Hormonersatztherapien könnten das Leiden dieser Frauen lindern – doch über sie wird seit Jahren kontrovers diskutiert. Nach 1970 wurden sie lang als Wundermittel gepriesen, doch als 2002 erste Ergebnisse der US-Studie Woman’s Health Initiative (WHI) erschienen, galten sie als Risikofaktor für Brustkrebs, Herzinfarkt und Schlaganfall. Die Zahl der Frauen, die während der Wechseljahre mit Hormonpräparaten gegen Depressionen, Hitzewallungen und Schwindelattacken vorgehen, sank seither ganz erheblich.

Hormone: Neueste Erkenntnisse

Jetzt heißt es: "Zurück auf Los!" Nach Auswertung aktueller Studien urteilt etwa die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG): "Die Hormonbehandlung birgt wahrscheinlich weniger Risiken als angenommen." Besonders für Frauen unter 60, die nicht mit speziellen Risikofaktoren oder Vorerkrankungen wie Brustkrebs, Herzinfarkt oder Thrombosen belastet seien, überwiege der Nutzen der Hormone, so die Experten.

Wie kommt es zu diesem Sinneswandel? "In der WHI-Studie wurde der wichtige Faktor Alter nicht hinreichend berücksichtigt", erklärt Dr. Kleine-Gunk. Die 27.000 Probandinnen seien im Schnitt bereits 65 Jahre alt gewesen und hätten allein deswegen ein höheres Risiko für kardiovaskuläre Erkrankungen gehabt. Würde man ausschließlich die Gruppe der jüngeren Studienteilnehmerinnen betrachten, scheinen Hormone keine zusätzliche Gefahr für Herzleiden oder Schlaganfall darzustellen.

Wann Hormone sinnvoll sind

Dennoch ist die Gabe von Hormonpräparaten für Dr. Kleine-Gunk nach wie vor keine Standardtherapie. "Sie sollte nur bei ernsten Wechseljahrsbeschwerden verordnet werden", rät der Experte. Wichtig sei auch, dass die Behandlung beginnt, bevor die körpereigenen Hormone heruntergefahren sind, also eher mit 50 als mit 60 Jahren.

"Die Dosierung muss zudem auf die Beschwerden abgestimmt sein", so der Mediziner. "Grundsätzlich gilt: je weniger, desto besser! Mehr als zwei Drittel aller Frauen sind ausreichend behandelt, wenn sie die Hälfte jener Hormondosis nehmen, die noch vor 15 Jahren Standard war." Zudem sollten Betroffene Risiken ausschließen, indem sie regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen.


Hormone aus der Naturapotheke

Bei leichten Beschwerden helfen oft schon Phytohormone, die mit ihrem Anteil an pflanzlichem Östrogen den Hormonhaushalt stärken können. Auch hier gilt: nicht überdosieren!

Mönchspfeffer
Hilft bei Brustspannungen und am Anfang der Wechseljahre bei Zyklusschwankungen.

Traubensilberkerze
Lindert Hitzewallungen, weil der Wirkstoff die Temperaturregulation verbessert. Kann auch Schlafstörungen entgegenwirken.

Salbei
Hemmt Schweißausbrüche und ist als Tee besonders effektiv.

Schafgarbe
Bei krampfartigen Unterleibsschmerzen und heftigen Blutungen zu Beginn des Klimakteriums hilfreich.

Weißdorn
Gibt neuen Schwung, wirkt gegen Erschöpfung und Müdigkeit.

Johanniskraut
Hilft bei depressiver Verstimmung, auch in der Menopause.

Autor: Susan Junghans-Knoll