HÖRZU Android Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU iOS Logo
HÖRZU
TV-Programm
kostenlose App
Get it on Google Play
HÖRZU Logo
Unterhaltung Filter
Kategorie einstellen
Blutdruckmessen bei Herzrhythmusstoerungen

Ein gesundes Herz schlägt zwischen 60 und 90 Mal pro Minute.
Foto: © picture-alliance / allOver / TPH

So schützen Sie Ihr Herz

Herzrhythmusstörungen

Gerät das Herz aus dem Takt, kann das gefährlich werden. Wie man Herzrhythmusstörungen erkennt, behandelt – und wie man ihnen vorbeugt.

Das Herz ist Motor unseres Lebens - und zugleich unser angreifbarstes, empfindlichstes Organ. Seit Jahrzehnten sind Herz-Kreislauf-Erkrankungen die Nummer eins der häufigsten Todesursachen in Deutschland. Immerhin: Die Zahl der Herztoten ist seit Jahren rückläufig - was einer verbesserten Aufklärung, vor allem aber modernster Medizin zu verdanken ist.

Besonders deutlich wird dies am Beispiel des Herzinfarkts. Tatsächlich hat sich die Gesamtzahl der Myokardinfarkte in den letzten Jahrzehnten leicht verringert. Entscheidend aber ist: Immer mehr Betroffene überleben ihren Infarkt - vorausgesetzt, sie landen rechtzeitig in der Klinik. Während außerhalb des Krankenhauses etwa die Hälfte der Fälle ein tödliches Ende nimmt, erhöht sich die Überlebenswahrscheinlichkeit mit dem Erreichen des Krankenhauses auf fast 90 Prozent. Umso wichtiger ist es, die typischen Anzeichen eines möglichen Herzinfarkts zu kennen, um im Verdachtsfall möglichst rasch und vor allem richtig handeln zu können.


So erkennen Sie einen Herzinfarkt

Nur ein vorübergehendes Unwohlsein oder etwas Ernstes? Bei diesen Alarmsignalen sollten Sie sofort an einen Herzinfarkt denken und ohne Zeitverlust die 112 wählen!

- Schwere Schmerzen im Brustkorb, die länger als fünf Minuten anhalten und in Arme, Schulterblätter, Hals, Kiefer und/oder Oberbauch ausstrahlen können.

- Starkes Engegefühl, heftiger Druck, Brennen im Brustkorb, Atemnot.

- Zusätzlich: Übelkeit, Brechreiz, Angst.

- Schwächegefühl (auch ohne Schmerzen), eventuell auch Bewusstlosigkeit.

- Blasse, fahle Gesichtsfarbe, kalter Schweiß.

- Ausgeprägte Atemnot.

- Nächtliches Erwachen mit Schmerzen im Brustkorb ist ein besonderes Alarmzeichen.

ACHTUNG

- Bei Frauen sind Atemnot, Übelkeit, Schmerzen im Oberbauch, Brechreiz und Erbrechen häufiger als bei Männern die alleinigen Alarmzeichen eines Herzinfarkts.

- Wenn Brustschmerzen bei minimaler Belastung oder in Ruhe auftreten, muss genauso schnell wie bei einem Herzinfarkt gehandelt und Hilfe geholt werden.

Bei Verdacht auf Herzinfarkt sofort den Rettungswagen rufen!


Fehlzündungen im Herzen

Da mit den Lebensjahren auch das Risiko für Herz-Kreislauf-Leiden steigt, sollten alle Älteren dem Lebensmotor besondere Aufmerksamkeit schenken. Gerät die Pumpe öfter aus dem Takt, kann dies ein erster Hinweis auf ein Herzleiden sein. Derartige Rhythmusstörungen, bei denen die Pulsfrequenz schlagartig umspringt, hat fast jeder manchmal. "So eine Unregelmäßigkeit des Herzschlags ist mit der Fehlzündung eines Motors zu vergleichen und oft völlig harmlos", beruhigt der Hamburger Kardiologe Prof. Thomas Meinertz. Allerdings können Herzrhythmusstörungen auch als Folge einer Herzkrankheit auftreten, etwa eines Klappenfehlers, einer Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen oder des sogenannten Blutdruckherzens. "Ob die Unregelmäßigkeiten harmlos sind oder nicht, kann nur ein Kardiologe entscheiden", sagt Meinertz.

Die Symptome der Betroffenen sind oft unterschiedlich: Manche empfinden ein Herzrasen oder -stolpern, Schwindel oder auch Luftnot und plötzliches Schwächegefühl. Prinzipiell gilt: Je schneller das Herz schlägt, desto eher werden die Beschwerden wahrgenommen. Viele Betroffene aber verspüren keinerlei Symptome - was die Früherkennung einer möglichen Herzkrankheit behindert und weitere Schädigungen nach sich ziehen kann.

Gefahren und Therapien

Als ein Beispiel dafür gilt das Vorhofflimmern, die häufigste Herzrhythmusstörung hierzulande. Etwa 1,8 Millionen Deutsche leiden daran. Das Erkrankungsrisiko steigt mit dem Alter. Gut die Hälfte der Patienten hat jedoch keine Beschwerden, die Störung wird oft nur zufällig entdeckt. Beim Vorhofflimmern ziehen sich die Vorhöfe nicht mehr im gleichen Takt wie die Herzkammern zusammen, sondern flimmern in hoher Frequenz. Folge: In den Kammern entsteht eine ungeordnete Herzschlagfolge, die meistens deutlich zu hoch ist, in manchen Fällen aber auch zu niedrig. Zu Beginn tritt das Vorhofflimmern nur anfallartig auf, das Herz findet von selbst in seinen normalen Takt zurück. Im weiteren Verlauf jedoch bleiben das Flimmern und damit auch der unregelmäßige Herzschlag dauerhaft bestehen - mit womöglich fatalen Folgen: "Die größte Gefahr beim Vorhofflimmern ist ein Schlaganfall", warnt Prof. Meinertz. "Es bilden sich Blutgerinnsel im Herzen, die in die Hirngefäße geschwemmt werden können." Etwa 30.000 Schlaganfälle pro Jahr sind auf Vorhofflimmern zurückzuführen. Eine weitere Gefahr besteht darin, dass die Überlastung des Herzens zu einer Herzschwäche führen kann.

Je früher die fatale Rhythmusstörung erkannt wird, desto besser ist sie behandelbar. "Gerade bei der Therapie des Vorhofflimmerns gibt es enorme Fortschritte", so Meinertz. Spezielle Gerinnungshemmer schützen vor Schlaganfall, Rhythmusmedikamente bringen das Herz wieder in den Takt. In schweren Fällen führen Mediziner eine Katheterablation durch. Dabei werden über eine Sonde gezielt Herzzellen per Hochfrequenzstrom oder Kälte verödet. "Die Katheterablation ist heute ein Standardverfahren mit guten Ergebnissen und wird sich weiter durchsetzen", so Meinertz. Viele Herzrhythmusstörungen können damit komplett geheilt werden, wobei das Vorhofflimmern mitunter mehrere Eingriffe erfordert. In besonderen Fällen kann auch das Einsetzen eines Herzschrittmachers oder Defibrillators notwendig sein.

Vorsorge für das Herz

Um Herzrhythmusstörungen und eventuelle Grunderkrankungen möglichst frühzeitig zu erkennen, rät der Kardiologe zur regelmäßigen Pulskontrolle. "Das kann jeder selbst tun oder mithilfe eines Blutdruckmessgeräts, das sowieso in jedem Haushalt vorhanden sein sollte." Schließlich ist Bluthochdruck der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung von Herzkrankheiten. Wird ein hoher Blutdruck auf Normalwerte gesenkt, geht beispielsweise die Neigung zum Vorhofflimmern in vielen Fällen zurück. "Auch der Abbau von Übergewicht wirkt sich positiv aus", so Meinertz.

Wer das Vorhofflimmern aus der Familiengeschichte kennt, sollte besonders aufmerksam sein: Durch die erbliche Belastung wird das eigene Risiko mehr als verdoppelt. Ähnliches gilt auch für den plötzlichen Herztod durch Infarkt. Bei einem solchen Familienerbe ist ein herzgesunder Lebensstil umso wichtiger: Neben einer mediterranen Ernährung mit viel Gemüse, Obst, Fisch und wenig tierischen Fetten gehören dazu regelmäßige Bewegung sowie eine gute Balance zwischen Belastung und Entspannung.

Auch die Natur kann helfen, das Herz zu stärken: Studien zeigen, dass Weißdornextrakt (z. B. "Crataegutt", Apotheke) die Sauerstoffaufnahme und Nährstoffversorgung des Herzens verbessern sowie die Herzleistung messbar steigern kann. Alkohol und Koffein sollten nur in Maßen konsumiert, auf Nikotin ganz verzichtet werden - zumal Genussgifte Herzrhythmusstörungen auslösen oder verstärken können. Wer zudem regelmäßig Puls und Blutdruck kontrolliert und die ärztlichen Vorsorgeuntersuchungen wahrnimmt, hat beste Chancen, dass sein Lebensmotor auch im Alter nicht aus dem Takt gerät.


Große Telefonaktion

- Haben Sie ein erhöhtes Risiko für Herzinfarkt, oder leiden Sie an Herzrhythmusstörungen? Möchten Sie mehr über Vorsorge, Früherkennung und Therapien wissen? Die fünf renommierten Kardiologen Prof. Meinertz, Prof. Andresen, Prof. Tiefenbacher, Prof. Trappe und Prof. Voigtländer von der Deutschen Herzstiftung beantworten Ihre Fragen. Nutzen Sie die Chance, Ihre persönlichen Herzangelegenheiten mit den führenden deutschen Spezialisten am Telefon zu klären.

Rufen Sie an!

Am 13. November von 18 bis 20 Uhr

Die Rufnummer der Hotline lautet:

01803/33 41 23*

* 9 Ct./Min. aus dem deutschen Festnetz, max. 42 Ct./Min. aus den Mobilfunknetzen

- Die diesjährigen Herzwochen der Deutschen Herzstiftung finden vom 1. bis 30. November statt. Im Fokus steht dabei das Schwerpunktthema "Aus dem Takt - Herzrhythmusstörungen". Im Rahmen der großen Aufklärungskampagne werden in Deutschland mehr als 1000 kostenfreie Informationsveranstaltungen zum Thema angeboten.

Herzwochen-Veranstaltungen ganz in Ihrer Nähe finden Sie auch im Internet: www.herzstiftung.de/herzwochen.html

- Zusätzlich bietet die Deutsche Herzstiftung außerdem den brandneuen Experten-Ratgeber "Aus dem Takt: Herzrhythmusstörungen heute" (144 Seiten) an. Dieser Ban d mit zahlreichen leicht verständlichen Informationen und Tipps zum Thema ist gegen drei Euro in Briefmarken per Post zu bestellen bei:
Deutsche Herzstiftung e. V.
Stichwort "Sonderband Herzrhythmusstörungen für Nichtmitglieder"
Vogtstraße 50
60322 Frankfurt

Autor: Judith Heisig